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Die Karwoche in Griesheim

Osterkreuz
Datum:
27. März 2026
Von:
Pfarrer Engelbert Müller

Liebe Gemeindemitglieder,

wir sind jetzt in der Vorbereitungszeit auf Ostern bei der Karwoche angelangt. In der Karwoche werden wir Christen eingeladen, das Mysterium des Leidens, Sterbens und Auferstehens Jesu zu vergegenwärtigen und mitzufeiern. In diesen acht Tagen verdichtet sich, was den Kern unseres Glaubens ausmacht. Dafür stehen auch verschiedene Bräuche, die uns das ganze Jahr erinnern wollen, dass
Jesus Christus uns erlöst hat. Wir schlagen mit der Karwoche einen Spannungsbogen zum Ostermysterium hin und erkennen in der Passion Jesu unseren eigenen Kreuzweg, einen Weg des Friedens und des Leidens, einen Weg auf Gottesspuren und abseits davon.

 

Palmstrauß

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag. Sie sind eingeladen, Buchsbaum oder ähnliche Zweige mitzubringen, die wir vor dem Gottesdienst segnen werden. Beide Gottesdienste beginnen draußen. Bei der Hl.-Kreuz-Kirche im Pfarrgarten, bei der St.-Stephans-Kirche vor dem Pfarrhaus. Anschließend ziehen wir mit den geweihten Zweigen singend und betend in die jeweilige Kirche. Im Gottesdienst selbst wird die Passion vorgelesen und wir werden damit auf diese für unser Heil so entscheidenden Tage eingestimmt. Traditionell nehmen wir die gesegneten Zweige mit nach Hause und hängen diese hinter das Kreuz als Zeichen des Lebens und der Hoffnung.

Am Gründonnerstag endet mit dem Abendgottesdienst die Fastenzeit. Jetzt beginnen die drei heiligen Tage des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu, die für unsere Erlösung entscheidend sind. Wir erinnern uns sozusagen an die Quelle, das Fundament unseres Glaubens und Lebens. In der Liturgie werden die drei Tage zu einer Feier zusammengefasst; aus diesem Grund entfallen der Segen und Entlassungsruf im Gründonnerstags-Gottesdienst sowie am Karfreitag.

Erst in der Osternacht endet dieses heilige Spiel, wenn es im Gedenken der Auferstehung Jesu und der damit verbundenen Erlösung von uns Menschen seinen Höhepunkt erreicht.

Der Gründonnerstag selbst ist gekennzeichnet durch das „letzte Abendmahl mit Jesus“ und beginnt mit einer Eucharistiefeier in der Hl.-Kreuz-Kirche. Nach dem Gottesdienst findet eine stille Gebetsstunde vor dem ausgesetzten Allerheiligsten statt. Die Liturgie endet mit der sogenannten Ölbergstunde, die von 22:00 Uhr bis 23:00 Uhr dauert.

Die Ölbergstunde erinnert an die Worte Jesu, die er seinen Jüngern im Garten Gethsemane gesagt hat: „Könnt ihr nicht wenigstens eine Stunde mit mir wachen und beten“?

Dornenkrone

Am Karfreitag gehen um 10:00 Uhr Kinder in einem sehr plastischen Kinderkreuzweg den Leidensweg Jesu nach und werden so
emotional in die Passion Jesu hineingenommen. Um 15:00 Uhr, zur Todesstunde des Herrn, trifft sich die Gemeinde in der
St.-Stephans-Kirche, um des Leidens und Todes unseres Herrn Jesus Christus zu gedenken. Anschließend sind Sie eingeladen,
an einem Schweigemarsch mit dem verehrten Kreuz zum Friedhof teilzunehmen. Er drückt unsere Solidarität mit all
dem Leid aus, das sich in unserer Stadt hinter den Wänden unserer Häuser abspielt.

Die Osternacht beginnt am Karsamstag, um 20:45 Uhr, am Friedhof. Von dort aus ziehen die Gläubigen in einem Fackelzug („Marsch vom Tod zum Leben“) zur St.-Stephans-Kirche und hören unterwegs biblische Texte aus den Nachtwachen der Osternacht. Die Liturgie der Osternacht selbst beginnt um 22:00 Uhr. Sie wird auch die „Mutter“ aller Gottesdienste genannt. In ihr verkünden wir nicht
nur die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, sondern die Mitfeiernden werden auch in das Mysterium der Auferstehung mithinein genommen, das sich in der Erinnerung an die großen Taten Gottes an seinem Volk in verschiedensten Lesungen, dem Osterlob (Exultet) über die neue Osterkerze, dem feierlichen Halleluja, der Weihung des neuen Taufwassers, der Erneuerung des Taufversprechens sowie der gegenseitigen Kennzeichnungen mit dem Osterwasser als auch in der feierlichen Eucharistie ausdrückt.