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Liebe in Tat und Wahrheit – weniger Worte, mehr Hilfe - Geistliches Wort zum 17.1.2026

Sternsinger_2026 (2)
Datum:
15. Jan. 2026
Von:
Markus Kreuzberger

Liebe Leserinnen und Leser,

viele Organisationen und Einzelpersonen posten heute Moralisierungen in sozialen Medien: klare Werte, hehre Absichten, das große Reden von Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Verantwortung. Doch oft passt das, was gesagt wird, nicht zu dem, was gelebt wird. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Wir sind schnell mit Worten, aber manchmal langsam mit dem Tun. Genau hier setzt der Gedanke aus dem ersten Johannesbrief ein, der sagt: „Meine Kinder, wir wollen nicht mit Worten und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.“ (1 Joh 3,18)

Worum geht es wirklich? Es geht um konkrete, sichtbare Liebe – im Alltag, nicht nur in schlauen Sprüchen. Liebe, die durch Handeln belegt wird: zuhören, Zeit schenken, Hilfe leisten, Versprechen halten, Verantwortung übernehmen. Es geht um Ehrlichkeit: nicht perfekt zu erscheinen, sondern ehrlich zu zeigen, was man tun kann – und was man vielleicht noch lernen muss.

Liebe wird sichtbar, wenn man Verantwortung übernimmt, Versprechen einhält und sich selbst hinterfragt, ob die eigenen Taten dem eigenen Anspruch standhalten.

Warum das wichtig ist – besonders heute: In einer Zeit, in der viele gute Absichten laut skandiert und trotzdem an den eigenen Maßstäben scheitern, braucht es sichtbare Taten statt bloßer Selbstbeweihräucherung. Wahre Liebe zeigt sich dort, wo Haltung auf Handeln trifft und Worte der Wahrheit folgen.

Liebe, die bleibt, ist keine Show. Sie lebt im Tun – in kleinen Gesten, die zusammen echte Gemeinschaft schaffen. Wenn wir uns darauf besinnen, wird Stille zu einer Kraftquelle: Sie erinnert daran, dass echte Veränderung oft im Alltag beginnt und nicht nur im großen Chor der Worte.

Ein solches Beispiel haben z.B. die Sternsingerinnen und Sternsinger gegeben. Nach Problemen in den letzten Jahren und der Frage, ob die Aktion überhaupt noch stattfinden kann, haben sich in diesem Jahr insgesamt 56 Kinder und Jugendliche (die Jüngsten waren 5 Jahre alt) bei eiskaltem Wetter viele Stunden auf den Weg gemacht, um den Segen in die Häuser zu bringen und Geld für viele Projekte auf der Welt zu sammeln, wo Kinder in ihrer Entwicklung und ihren Rechten gefördert werden. 12821,77 € konnten so gesammelt werden. Meinen großen Respekt und Dank an alle, die, ohne große Worte zu verlieren, diese Aktion unterstützt und getragen haben. Sie und alle, die sich so und in vielen anderen Projekten engagieren, zeigen etwas von dem Licht Gottes in dieser Welt und machen sie ein Stück heller.

In diesem Sinne ein gesegnetes neues Jahr für Sie und Ihre Lieben: 20*C+M+B+26

Markus Kreuzberger, Gemeindereferent der Katholischen Gemeinden in Weiterstadt und Griesheim