Adventskranz 2022 (c) Maria Lorenz

Advent: Zeit der Erschütterungen

Predigt von Pfarrer Peter Eckstein zum 1. Advent

Der erste Adventssonntag erzählt von Erschütterungen und Umwälzungen.

Erschütterungen haben zwei Gesichter:

Sie können Altes, morsch Gewordenes zum Einsturz bringen.

Sie können aber auch lange Verschüttetes, Wertvolles, wieder freilegen.

Advent, so wie er gegenwärtig gefeiert wird, neigt dazu, den Ist-Stand zu überzuckern.

Der Advent, so wie er eigentlich gemeint ist, will ein Werden ermöglichen, das heilsam ist.

Advent kommt vom lateinischen Wort advenire und heißt so viel wie "Ankunft". Die Tage, in die wir jetzt hineingehen, erinnern an die Ankunft Gottes, das heißt: Gott ist längst da!

Dann aber kommt es darauf an, seiner Gegenwart in uns Raum zu geben, sie neu zu entdecken, wenn sie verschüttet war. Das kann mit Erschütterungen verbunden sein, "Geburtswehen", wie Paulus im Brief an die Römer schreibt. „Gottes Geburt in der Seele“ nennen das die christlichen Mystiker. Was mit einer Geburt einhergeht, das wissen vor allem Frauen, die schon selbst Kinder geboren haben. Ihr geht eine Zeit innerer Schwere voraus. Man muss bereit sein, hier auch eine Zeitlang Spannungen einfach auszuhalten.

2022 wird als eine Zäsur in die Geschichte eingehen. Man kann das auch "Zeitenwende" nennen. Diese hat sich bei genauem Hinsehen schon länger angekündigt, 2014/2015 mit der Besetzung der Krim und der Flüchtlingswelle, 2018 war der erste von vier extrem heißen Sommern in zusammen fünf Jahren. Die Welt zerfällt wieder in mehrere rivalisierende Blöcke. Eine ganze Reihe von Forschern prognostizieren Wohlstandsverlust und sagen, dass wir unseren gewohnten Lebensstandard auch nach der Ukraine-Krise nicht mehr werden erreichen können.

2022 wird es – so viel ist jetzt schon erkennbar - eine Rekordzahl an Kirchenaustritten geben. Auch hier sind die (vermeintlich goldenen) Jahre jetzt definitiv vorbei. Auch hier gibt es kein "Weiter so", zumal es die bürgerliche Gesellschaft, wie wir sie aus dem 20. Jahrhundert kennen, nicht mehr gibt. Das 21. Jahrhundert versteht unter "Familie" etwas anderes als das 20. Jahrhundert.

Gleichzeitig fühlen sich immer mehr Menschen seelisch obdachlos. Die Wartelisten bei den Psychotherapeuten sind brechend voll. Die Sehnsucht nach innerem Halt - Geborgenheit - ist immens. Wie viele Weihnachtsfeiern sind da eine Art Strohhalm, an den man sich klammert, die aber die Mitfeiernden spätestens nach Neujahr wieder leer zurücklassen. Andere fahren vorsichtshalber in den Urlaub, weil sie, wie sie sagen, mit Weihnachten nichts anfangen können. Kann es nicht sein, dass sie instinktiv einen Schmerz aus dem Weg gehen wollen, der eine wichtige Botschaft für sie bereithielte? Dann müssten sie sich aber einigen Erschütterungen stellen. Genau darauf will dieser erste Advent hinweisen. Einige Wochen vor den Festtagen. Nicht ohne Grund.

Advent: Sich der eigenen Sehnsucht stellen.

Wie viele Adventlieder atmen eine tiefe Sehnsucht: "O Heiland, reiß die Himmel auf!" – „O komm, o komm, Immanuel“ – „Nun komm, der Heiden Heiland!“

Halt finden wir in Gott! Denn Gott ist nicht weit weg! Wir wollen ihn uns nur in vielen Fällen vom Leibe halten. Das ist etwas ganz Anderes!

Immanuel! Gott ist mit uns!

Gott ist in dieser Welt. Er ist auch in uns. Das ist die Botschaft des Advents. Wir müssen sie nur wieder glauben.

Gehen Sie auf die Suche nach dem Menschen, der Sie wirklich sind! Je mehr Sie sich finden, desto mehr finden sie auch Gott; oder besser: desto mehr findet Gott Sie!

Wir haben im Pastoralraum Darmstadt-West 80 Firmbewerber! Hohe Austrittszahlen und viele Firmkandidatinnen: das widerspricht sich nicht, sondern ist als Zeichen der Zeit zu denken, als Zeichen unserer Zeit. Wir müssen uns nur einmal fragen, was diese jungen Leute bei uns – bewusst oder unbewusst – wirklich suchen. Das Wort „Gott“ sollten wir bei unseren Überlegungen einmal wieder aus der Tabuzone herausholen. Der Advent hat einen schönen, sinnenfälligen Rahmen. Nutzen Sie ihn ruhig zur Unterstützung. Aber verwechseln Sie den Rahmen nicht mit dem Inhalt. Der Inhalt ist Gott - Gott in Ihnen!

Online-Gebetbuch

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Als Gemeinde sind wir füreinander da, auch in Zeiten, in denen wir uns nicht so nahe sein können, wie sonst. Im Gebet sind wir als Christinnen und Christen verbunden. Deswegen haben wir uns entschieden, ein Online Gebetbuch einzurichten. Sie können hier (anonym) Ihre Gebetsanliegen absenden, diese werden in unserem Gebetbuch veröffentlicht und, wenn Sie das möchten, auch in die Gebete unserer Gottesdienste mit aufgenommen.

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Auch wir als katholische Kirchengemeinde möchten dabei mithelfen Energie einzusparen. Die Gremien der Pfarrei haben deshalb beschlossen, die Pfarrkirche unter der Woche auf 4 Grad Celsius zu „heizen“, d.h. für Frostschutz zu sorgen. An Wochenenden und Feiertagen wird die Temperatur auf 12 Grad Celsius angehoben. Wir bitten Sie um Verständnis für diese unumgängliche Maßnahme. Tragen Sie bitte Sorge für angemessene Kleidung.

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