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Mitteilungen vom 21. März bis 19. April

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Datum:
26. März 2026
Von:
Norbert Holzamer

Hinterm Horizont …

Es sind schon einige Jahre her – ein junger Mensch war gestorben. Die Eltern besprachen mit mir die Trauerfeier. Sie hatten keine allzu enge Bindung an den Glauben, aber ein Lied war ihnen beim Abschied von ihrem Kind besonders wichtig: „Hinterm Horizont geht`s weiter“ von Udo Lindenberg.  

„Hinterm Horizont geht`s weiter/ Ein neuer Tag/ Hinterm Horizont immer weiter/ Zusammen sind wir stark/ Das mit uns ging so tief rein/ Das kann nie zu Ende sein/ Denn zwei wie wir, die können sich nie verlier`n.

Mit diesem Lied verarbeitet Udo 1986 seine Trauer um eine nahe Freundin. Ihm – der sich selbst als religiösen „Freiglauber“ bezeichnet – ist damit ein Lied gelungen, das seitdem bei vielen „tief reingeht“ und immer wieder auch auf Friedhöfen zu hören ist.

Das Lied ist ein Versprechen. Es antwortet auf eine Sehnsucht, die nicht wenige verspüren: Dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Dass wir auch nach dem Tod verbunden sind.

Wo soll das sein? Hinterm Horizont? Auch Udo wird kaum die Vorstellung haben, dass da irgendwelche Gestirne gemeint sind. DieserHorizont ist eine Chiffre für Gott. Nur so macht es Sinn.

Dazu passt das diesjährige Osterbild. Es findet sich als Titelblatt auf diesem Kirchenblatt wieder und auch auf den sogenannten Osterbildchen, die traditionsgemäß bei den Ostergottesdiensten ausgeteilt werden. Es stammt von Christel Holl und trägt den Titel: „Hoffnung am Horizont“.

Das Blau, das an den weiten Horizont erinnert; das Kreuz in leichten Blautönen, fast schon losgelöst vom Schwarz des Todes in der rechten Bildhälfte und in Teilen des Bildes; das helle Gelb, das das Bild nahezu umfängt als Zeichen des göttlichen Lichtes. Ein Osterbild, ein Auferstehungsbild.

Jesus erweitert durch seine Auferstehung den Horizont. Er ermöglicht einen neuen Blick: Der Tod ist nicht das Ende, er durchbricht ihn und eröffnet uns einen neuen Horizont auf das ewige Leben.

Christel Holl nennt ihr Bild: „Hoffnung am Horizont“. Beide Begriffe kann man sehr weit verstehen. Hoffnung ist etwas, was alle Menschen kennen. Wer nicht mehr hoffen kann, ist ein lebendiger Toter. Die Dichterin Emily Dickinson fasst es in die Worte: „Die Hoffnung ist ein Federding-/ Das in der Seele hockt/ -Und Lieder ohne Worte singt“. Und der Horizont ist die Verheißung, dass es „Mehr“ gibt als nur das, was wir berechnen und zählen können. In diesem Sinn hat Udo Lindenberg das Wort in seinem Lied gebraucht.

Für Paulus jedoch ist der tiefste Grund aller Hoffnung die Auferstehung Jesu. Weil Er auferstanden ist, dürfen wir die Hoffnung auf ein ewiges Leben haben. Wir brauchen nicht zu trauern wie die, die keine Hoffnung haben. Der Horizont ist weit und voller Verheißung.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen von Herzen ein gesegnetes Osterfest - mit einem hoffnungsvollen Blick ins Weite!

Ihr Martin Weber, Pfr.