Gemeinsam unterwegs auf dem Retztaler Besinnungsweg

46 Pilgerinnen und Pilger erleben einen Tag voller Gemeinschaft, Natur und Besinnung
Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, machten sich 46 Frauen und Männer im Alter von 15 bis 85 Jahren gemeinsam auf den Weg nach Retzbach in Unterfranken. Ihr Ziel: der Retztaler Besinnungsweg, der Bewegung in der Natur mit spirituellen Impulsen und persönlichen Fragen verbindet.
Bereits bei der Ankunft wurden die Pilgerinnen und Pilger auf besondere Weise begrüßt: Der Küster der St.-Laurentius-Kirche ließ zur Begrüßung alle Glocken erklingen. Ein eindrucksvoller Auftakt für einen Tag, der noch viele besondere Momente bereithalten sollte.
Rund 14 Kilometer und 333 Höhenmeter lagen vor der Gruppe. Doch nicht allein die zurückgelegte Strecke stand im Mittelpunkt. Prägend für den Weg waren die Kunstwerke verschiedener Künstler, die den einzelnen Stationen ihre besondere Inspiration verliehen. Sie luden dazu ein, innezuhalten und sich mit grundlegenden Fragen des eigenen Lebens auseinanderzusetzen: Was sind meine Quellen? Was gibt mir Orientierung? Wo finde ich Geborgenheit? Wo liegen meine Wurzeln?
So wechselten sich unterwegs gesellige Gespräche und gemeinsames Lachen mit Momenten der Stille, des Nachdenkens und der Besinnung ab.
Am Vormittag führte der Weg entlang der Retz, die dem Tal seinen Namen gibt. Der rund fünf Kilometer lange Bach entspringt in Retzstadt und mündet in Retzbach in den Main. Zur Mittagszeit kehrte die Gruppe im Pfarrheim in Retzstadt ein. Dort wurden die Pilgerinnen und Pilger von Gemeindemitgliedern herzlich empfangen und mit Getränken und Kaffee versorgt. Nach einem zunächst bewölkten Vormittag riss während der Pause der Himmel auf. Strahlender Sonnenschein begleitete die Gruppe auf dem weiteren Weg.
Nun ging es bergauf zur Breitfeldhöhe, dem höchsten Punkt der Tour. Von dort bot sich ein weiter Blick über die Landschaft. Oberhalb des Mains über der Benediktushöhe führte der Pilgerweg anschließend an der Kolpingkapelle vorbei. In einer langen Menschenkette erreichte die Gruppe schließlich die Wallfahrtskirche „Maria im Grünen Tal“ in Retzbach, die älteste noch bestehende Wallfahrtsstätte des Bistums Würzburg.
Dort feierten die Pilgerinnen und Pilger gemeinsam mit ihrem ehemaligen Pfarrer Christoph Schneider einen Gottesdienst. Andrea Picard-Heinrich bereicherte mit ihrem Gesang die Feier. Nach den vielen Eindrücken des Tages bot dieser Moment Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen, gemeinsam zu beten und das Erlebte Revue passieren zu lassen. Doch der Tag war damit noch nicht zu Ende. Über den Main ging es weiter nach Zellingen, wo die Gruppe in der Gaststätte „Renes Zwiebel“ einkehrte und den gelungenen Ausflug in geselliger Runde ausklingen ließ. Anschließend brachte der Bus alle wohlbehalten zurück nach Hausen.
Was bleibt von diesem Tag? Es sind die Eindrücke der Landschaft, die Kunstwerke am Wegesrand, die gemeinsamen Lieder und Gebete – vor allem aber die vielen Begegnungen und Gespräche. Die Stimmung in der Gruppe und das spürbare Gemeinschaftsgefühl machten deutlich, wie wohl sich die Teilnehmenden miteinander fühlten.
In ihren Dankesworten und Rückmeldungen brachten sie ihre Wertschätzung für Pilgerbegleiter Markus Buhro zum Ausdruck, der diesen Tag mit viel Engagement und Sorgfalt organisiert hatte.
So war der Ausflug nach Retzbach weit mehr als eine Wanderung. Er schenkte den Teilnehmenden Zeit füreinander, Raum für persönliche Gedanken und neue Impulse für den eigenen Lebens- und Glaubensweg. Und vielleicht klang bei der Rückfahrt noch die eine oder andere Frage nach, die unterwegs gestellt worden war – als Anregung, auch im Alltag immer wieder innezuhalten und sich auf das zu besinnen, was im Leben wirklich trägt.