Worte zum Stellenwechsel

Liebe Leser:Innen!
Nach 10 Jahren wechsele ich zum 01. Juni die Stelle und werde ab da als Leitender Pfarrer für die Pfarrgemeinde St. Franziskus, Offenbach, tätig sein. Mit dem Stellenwechsel ist auch ein Umzug verbunden. Dieser Entscheidung sind viele Telefonate und Gespräche mit der Bistumsleitung voraus gegangen. Nach längerem Überlegen und Abwägen habe ich mich schließlich aus freien Stücken zu diesem Wechsel entschieden. Es ist sicherlich auch ein bewusstes Heraustreten aus meiner Komfortzone. Ich habe in den 10 Jahren in Obertshausen/Hausen und Mühlheim viele nette Menschen kennen und schätzen gelernt und lasse sicherlich auch Gewohntes und Vertrautes zurück. Aber Veränderungen gehören zum Leben und schaffen auch Platz für Neues. Noch fühle ich mich „frisch“ genug, um solch einen Stellenwechsel samt Umzug anzugehen.
Ich habe mit vielen Menschen in den letzten 10 Jahren im hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kontext zusammengearbeitet. Ihnen allen gilt mein Dank! Ich danke den Sekretärinnen, dem Pastoralteam, dem Leitungsteam, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Verwaltungs- und Pfarrgemeinderäten und in den vielen Gremien unserer Gemeinden, sowie im Rahmen des Pastoralen Weges. Danke für Ihr Mittun, Ihr Engagement, ihre Mühen, Ihre Zeit und Ihre Geduld!
Ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kindertagesstätten für ihr segensreiches Wirken und den vielen Ehrenamtlichen in den zahlreichen Gruppierungen und Bereichen unserer Gemeinden. Danke, dass Sie trotz dem Image von Kirche und Religion dabeibleiben, sich einbringen, mitmachen und sich engagieren.
Kirche hat Zukunft, wenn Menschen sich in Jesu Namen versammeln, in der Ahnung, dass G*TT mitten unter ihnen ist; beten, singen, sich lieben und respektvoll begegnen, Anteil an der Welt und dem Schicksal der Menschen nehmen, Not sehen und lindern und Segen füreinander und für die Menschen sind. Vielleicht konnte ich etwas dazu beitragen.
Die Gestalt von Kirche wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten radikal verändern und selbst ich weiß nicht so genau, wohin die Reise geht. Doch die Frage nach Gott und nach dem, was mein Leben trägt; nach Orientierung und Richtung wird weiterhin bestehen bleiben. Auch in Zukunft werden Seelsorge, spirituelle und caritative Angebote gefragt sein. Jedoch haben wir unsere Monopolstellung verloren und sind ein Anbieter unter vielen. Was uns jedoch von vielen Anbietern unterscheidet ist die Ahnung und das Vertrauen, dass wir Gott „im Rücken haben“, als Stütze und Fundament. Das ist ein wahrer Schatz!
Zum Schluss bitte ich um Vergebung, wo ich Menschen in den letzten 10 Jahren verletzt, verärgert und „vor den Kopf gestoßen“ habe. Bitte sehen Sie in dem Stellenwechsel auch eine Chance zu einem Neuanfang. In den letzten Jahren konnte ich aufgrund meiner Tätigkeit als leitender Pfarrer meinen Aufgaben als Seelsorger nicht mehr vollumfänglich gerecht werden. Ich habe wohl das Bild vermittelt, keine Zeit mehr für die Menschen zu haben und aufbringen zu können. Auch dies bedaure ich sehr. Die Aufgabe als Leiter bindet viel Kraft und Zeit. Da gibt es nichts zu beschönigen.
Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen für die Zukunft und für den gemeinsamen Weg als Pfarrei Hl. Theresa von Avila!
Falls Sie mir etwas zukommen lassen möchten, würde ich mich über eine Spende für die 28 Gebäude der Pfarrei freuen.
Der Gottesdienst mit Verabschiedung wird am Montag, 25.05., um 10.00 Uhr in der Piuskirche gefeiert.
Viele Grüße und alles Gute!
Ihr/Euer
Pfarrer Christoph Schneider