Gründungsgottesdienst der Pfarrei Heilige Maria Magdalena, Taunusblick :Ein Auftakt voller Hoffnung, Gemeinschaft und neuer Perspektiven
Die neue Pfarrei umfasst knapp 14.500 Mitglieder und erstreckt sich über Gemeinden in Bad Vilbel, im Hochtaunuskreis sowie im Frankfurter Norden. Unter ihren Mitgliedern ist auch der hessische Ministerpräsident Boris Rhein, der persönlich am Gottesdienst teilnahm.
Ein Gottesdienst zwischen Einschnitt und Aufbruch

Nicht nur durch die Ehrengäste wurde spürbar, dass es ein besonderer Gottesdienst ist: Unzählige Messdienerinnen und Messdiener, ein neu gegründeter Projektchor aus 40 Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Sonja Grillenmeier sowie Organist Thomas Wilhelm und Trompeter Roman Ivanov verliehen der Feier eine eindrucksvolle Feierlichkeit.
In seiner Predigt machte Bischof Kohlgraf deutlich, dass dieser Tag mehr sei als ein Verwaltungsakt:
„Mit Gott haben Menschen Zukunft.“
Er würdigte den Mut der Gemeinden, sich auf einen langen Weg des Zusammenwachsens einzulassen. Die Kirche brauche einen Mentalitätswechsel – weg von einer reinen Dienstleistungserwartung, hin zu einer aktiven Beteiligung vieler.
Als Zeichen der neuen Verbundenheit verlas der Bischof die Gründungsurkunde, überreichte die Dekrete an die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger (LINK) sowie das neue Pfarrsiegel an Verwaltungsleiter Carsten Bachmann. Diakon i. R. Diethard Fries erhielt für seine langjährige Begleitung einen Blumenstrauß und eine Kerze.
Ministerpräsident Rhein: „Orte wie diese brauchen wir“

Boris Rhein betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der neuen Pfarrei für eine Zeit, in der viele Menschen Verunsicherung erleben:
„Die Gründung einer neuen Pfarrei ist ein besonderes Ereignis. Gerade in Zeiten von Verunsicherung und Spaltung brauchen wir Orte, an denen Menschen einander zuhören, an denen sie sich gegenseitig stärken und an denen sie gemeinsame Perspektiven entwickeln können – Orte wie die neue Pfarrei.“
Er würdigte das Engagement der über 80 Beteiligten, die den Prozess getragen haben. Verantwortung werde hier nicht abgeschoben, sondern gemeinsam übernommen.
Kirche im Wandel
Die neue Pfarrei entstand als Reaktion auf sinkende Kirchensteuereinnahmen, steigende Immobilienkosten und Personalmangel. Doch sie soll nicht ein Rückzug sein, sondern ein neuer Horizont.
Neben dem Konzept für die Gebäude und der Neuorganisation der Verwaltung wurde an pastoralen Themen gearbeitet: Überlegungen zur Katechese und zum gottesdienstlichen Leben, der Blick auf die Sozialpastoral und ein konkretes Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit sollen die Pfarrei in die Zukunft führen. Dazu gehört auch die Gründung des Spirituellen Zentrums in Ober-Eschbach (www.spirituelles-zentrum-taunusblick.de).
Der Name „Taunusblick“ steht dafür sinnbildlich für Weite und Perspektive. Die Pfarrpatronin Maria Magdalena wurde von Papst Franziskus als Apostelin der Apostel bezeichnet und steht für die Verkündigung des Glaubens
Stimmen aus der neuen Pfarrei

Martina Graf
„Ein Vormittag mit vielen Begegnungen, freundlichen Gesichtern, positiven Erlebnissen und dem guten Gefühl, dass jede Sitzung, jedes Mit-Tun und jeder Einsatz sich mehr als gelohnt haben. […] Bin froh und glücklich, dabei gewesen zu sein.“
Pfarrer Dieter Bockholt
„… Auch die Grußworte von Ministerpräsident Rhein und meinen evangelischen Mitbruder Pfr. Julian Lezuo waren sehr treffend und herzlich.
Dass es einen Projektchor gab und Ministrantinnen und Ministranten aus mehreren Gemeinden unserer Pfarrei war sehr schön – Danke auch dafür!“
Kaplan Thomas Kettel
„In der Kirche wurde die vielseitige Gemeinschaft, die unsere Pfarrei ist, suchend und erfahrbar. […] Dieser eindrückliche Gottesdienst darf uns bestärken, dass Gott uns auf unserem Weg als Pfarrei begleitet.“
Pfarrer Stefan Oberst
1986 habe ich als Kind in St. Nikolaus in Bad Vilbel meine Erstkommunion gefeiert. Ich erinnere mich noch genau, wo ich damals gesessen habe. Am vergangenen Sonntag, beim Gründungsgottesdienst, habe ich mich freudig an diesen Tag vor 40 Jahren erinnert. Nun ist St. Nikolaus unsere Pfarrkirche. Der Gründungsgottesdienst war ein mutmachendes Ereignis. Bischof Peter Kohlgraf wollte keine Angst verbreiten, im Gegenteil. Er sagte: "Ich möchte, dass ihr Hoffnung habt!". Seine emotionale Predigt werde ich in guter Erinnerung behalten. Es war ein schöner Tag.
Gemeindereferentin Daniela Schmidt
„Es war ein gelungener Gottesdienst und ein guter Startschuss für die neue Pfarrei. […] Bei einem so guten Start können wir doch zuversichtlich und hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.“
Begegnung – eine vielfältige Gemeinschaft

Nach dem Gottesdienst öffnete sich der Begegnungsraum für ein fröhliches Miteinander.
Besonders beliebt war die Fotobox– nicht zuletzt, weil „Papst Leo“ und die Patronin als lebensgroße Figuren für humorvolle Gruppenfotos bereitstanden. Besonders die Messdiener hatten daran viel Freude. Außerdem gab es die Möglichkeit, zu testen, wie gut man die Kirchen unserer Pfarrei kennt. Dazu gab es Detailaufnahmen von Maria Magdalena aus allen Kirchen und die Herausforderung, den richtigen Namen zuzuordnen.
An den Fenstern und Wänden waren Aufnahmen von Statuen von Maria Magdalena angebracht, die den verschiedenen Kirchen zugeordnet werden mussten.
Schließlich prägten die kleinen, persönliche Geschichten diesen Tag:
- Bad Vilbels Bürgermeister Sebastian Wysocki feierte Geburtstag – und erhielt ein Ständchen von über 300 Gottesdienstbesuchern, Bischof und Ministerpräsident eingeschlossen.
- Die Fotobox wurde kreativ genutzt – inklusive Sonnenbrillen und Girlanden für Papst-Leo-Pappfigur.
- Ministerpräsident Rhein nahm sich auch nach dem Gottesdienst Zeit für Gespräche; sein Sicherheitsdienst sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit – ein ungewohntes Bild bei einer Pfarreigründung.
Ein hoffnungsvoller Beginn
Der Tag hat gezeigt:
Zehn Gemeinden wachsen nicht nur strukturell zusammen, sondern auch menschlich.
Die Pfarrei Heilige Maria Magdalena, Taunusblick startet mit vielen positiven Eindrücken, Zuversicht und Gemeinschaftssinn in eine neue Zukunft. Türen haben sich geschlossen – und neue geöffnet: für eine Kirche, die sich bewegt, die zuhört und mutig nach vorne blickt.

