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St. Laurentius in Fränkisch-Crumbach

Datum:
23. Dez. 2025
Von:
© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025

Lage

64407 Fränkisch-Crumbach, Am Hexenberg

Datierung

Erster Spatenstich 30. Mai 1963, Grundsteinlegung 20. Oktober 1963, Konsekration der Kirche 20. Juni 1965

Architekt

Horst Römer (1928–2008) und Helmut Baumgart aus Darmstadt

Renovierungen

1984–86 Außenanstrich und Außengelände, 1987/88 Neueindeckung des Kirchendachs, 1992 Neugestaltung des Pfarrsälchens, 1998 Innenanstrich, Beleuchtung

 

Beschreibung

Fränkisch-Crumbach

Ende der 1950er Jahre wurde mit der Planung des Kirchbaus in Fränkisch-Crumbach begonnen. Die Form der Kirche gleicht dem Bug eines Schiffes, das mit fast 20 Metern im vorderen Bereich am 25. März 1964 mit dem Setzen des Turmkreuzes fertiggestellt wurde.

Im Innern ist die Decke und ein Teil der Spitze mit Holz verkleidet, während die Wände weiß verputzt sind. Der spitz zulaufende Innenraum richtet den Blick auf ein großes, modern gestaltetes Kruzifix im Altarraum.

Der Altar wurde aus Miltenberger Sandstein gefertigt.

Zwei Statuen runden den Altarraum ab: eine Muttergottesstatue gespendet vom Ehepaar Greipel und eine Statue des Kirchenpatrons, des hl. Laurentius, gestiftet vom Ehepaar Bitter aus Stierbach. Beide Arbeiten schuf der Fränkisch-Crumbacher Bildschnitzer Helmut Ader aus Lindenholz vom Gemming’schen Park.

Orgel

Die Orgel wurde von Maria Freifrau von Gemmingen-Hornberg geb. von Nordeck zu Rabenau (1890–1988) gespendet, hat sieben Register und wurde von der Firma Gebrüder Späth aus Ennetach-Mengen gebaut. Von dieser Orgelbaufirma stammt auch die Orgel der Michelstädter Kirche von 1968.

Glocken

Der Klang der Glocken wurde auf das Geläut der evangelischen Kirche abgestimmt. Am 12. Juni 1977 wurden die drei Glocken geweiht, die in der Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei gegossenen wurden: Laurentiusglocke (Ton a, 415 kg.), Allerseelenglocke (Ton cis, 250 kg) und Marienglocke (Ton e, 196 kg).

Bemerkenswertes

Die erste Fronleichnamsprozession fand 1907 im Park der Familie von Gemmingen statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Heimatvertriebene nach Fränkisch-Crumbach, von denen die meisten katholisch waren. Sie fanden im Freiherr Adolph von Gemmingen (1886–1963) einen Fürsprecher, so dass sie zunächst die evangelische Kirche mitbenutzen konnten.

Im April 1955 wurde ein Kirchbauverein gegründet, dem 62 Mitglieder angehörten und die monatlich einen Geldbetrag in freiwilliger Höhe leisteten.

Literatur

Albert Strohner: Die Filialkirche in Fränkisch-Crumbach entsteht u.a., in: 50 Jahre Katholische Pfarrgemeinde Reichelsheim im Odenwald 01.02.19149-01.02.1999, 20 Jahre Weihe der Pfarrkirche Verkündigung des Herrn am 17.06.1979. Festschrift, hg. Katholisches Pfarramt Verkündigung des Herrn Reichelsheim, Fränkisch-Crumbach 1999, S. 94-101.

© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025