Hl. Kreuz in Haingrund
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Lage |
64750 Lützelbach, Erbacher Straße 25 |
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Datierung |
Grundsteinlegung 25. Juli 1954, Konsekration der Kirche 19. Oktober 1956 |
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Architekt |
Heinz Laubach (1925–2023), Mainz |
Beschreibung

Die Kirche hat einen rechteckigen Saalbau, an den sich der Turm anschließt. Der Altarraum ist durch große Fenster, die über die ganze Wandhöhe gehen, akzentuiert. Der Kirchenraum wird durch einen kleinen Vorraum betreten, in dem sich ein Weihwasserbecken befindet.
Der Innenraum wirkt zunächst dunkel, da die Decke, die sich zur Mitte giebelartig erhöht, mit Holz verkleidet ist. Licht erhält der Raum mittels der genannten Fenster in Höhe des Altarraums.
Die Bänke stehen an drei Seiten um den Altar, der ursprünglich näher an der Wand stand und auf dem der Tabernakel stand. Nach dem Zweiten Vaticanum gab es dann die Möglichkeit, den Altar weiter in den Innenraum zu rücken und an drei Seiten die Bänke zu stellen.
Der Altar besteht aus einem Block und einer großen Tischplatte aus Sandstein. Darüber hängt ein Kreuz, das der Mainzer Professor für Kunst, Peter Paul Etz (1913–1995), nach der Offenbarung des Johannes gestaltet hat und in engem Bezug zum Patrozinium der Kirche, Heilig Kreuz, steht.
An der rückwärtigen Wand ist ein schlichter Tabernakel zu sehen und vorne an den Stufen, die den Altarraum vom Kirchenraum abheben, der Ambo.
Die Kirche hat einen Sieben-Stationen-Kreuzweg, der 1988 von dem bildenden Künstler und Diakon Claus Kilian (1928–2022) aus Braunschweig gestaltet und in Bronze gegossen wurde.
Auf der rechten Seite der Stirnwand ist auf einer Sandsteinkonsole eine Kopie der Hallgartener Madonna an der Wand angebracht.
Orgel
Im Jahr 1970 erfolgte der Einbau der Orgel mit 10 Registern auf zwei Manualen und Pedal des Orgelbauers Gerhard Stumpf (Haingrund).
Die Register: Manual I: Rohr-Gedackt 8'', Prinzipal 4'', Blockflöte 2'', Mixtur 3 f. 1 1/3. Manual II: Singend Gedackt 8'', Rohrflöte 4'' Prinzipal 2'', Quinte 1 1/3. Pedal: Subbass 16'', Nachthorn 4''. Koppeln: I/P, II/P, II/I.
Glocken
Geläut mit „Tedeum-Motiv“ von drei Glocken, die in der Glockengießerei Heidelberg 1976 gegossen wurden: große Glocke (Ton h', 266 kg – Kreuzsymbol), mittlere Glocke (Ton d'', 217 kg – Eucharistiesymbol), kleine Glocke (Ton e'', 150 kg – Hl. Geist-Symbol).
Bemerkenswertes
Am 1. Mai 1911 wurde Haingrund zur selbstständigen Kirchengemeinde erhoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten nach Haingrund, so dass die Gemeinde wuchs.
Die Gelder für den Kirchenbau kamen durch Spenden und den Verkauf der „Haingrunder Kreuzabnahmegruppe (um 1510 von Jörg Syrlin)“ zusammen. Fürst Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1904–1990) stiftete das Bauholz, da viele seiner Waldarbeiter in Haingrund ansässig waren. Auf Grund der Lage am Hang kam es zu einem Untergeschoss der Kirche, das nach und nach ausgebaut wurde.
Die ev. Kirchengemeinde Haingrund nutzt ebenfalls die Kirche für ihre Gottesdienste.
Literatur
Joseph Klein: Heute Kirche bauen. Zur Geschichte der katholischen Pfarrei Seckmauern/Odenwald …, Lützelbach 21998, hier: Kap. 1.2. Die Filial-Kirche Heilig-Kreuz Haingrund, S. 195-251.
© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025