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Kapelle Herz Jesu in Breuberg-Hainstadt

Datum:
23. Dez. 2025
Von:
© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025

Lage

64747 Breuberg-Hainstadt, Ringstraße 9

Datierung

Konsekration 19. November 1962

Architekt

Norbert Jacques (1932–2001), Breuberg-Neustadt

Renovierung

1993-1995 umfangreiche Renovierung, 1996 Außenrenovierung, 2010 Innenrenovierung

Beschreibung

Herz-Jesu-Kapelle, Breuberg-Hainstadt

Die Kapelle liegt auf einer Anhöhe und ist ein schlichter Saalbau mit eingezogenem Chorraum. Neben der Eingangstür außen empfängt das Wandbild des Guten Hirten den Besucher der Kapelle.

Der Kirchenraum hat auf jeder Seite vier hochrechteckige Buntglasfenster, die flache Decke ist mit Holz verkleidet. Der Altarraum wird mittels zwei Fenstern erhellt, die von der Größe analog zu denen im Schiff sind, doch ist eines davon thematisch auf die Eucharistie bezogen, in dem es einen Kelch mit Hostie zeigt.

Ein großes rundes Wandbild im Altarraum mit der Darstellung des Herzens Jesu umgeben von einer Dornenkrone mit Flammen und Kreuz sowie von einem Strahlenkranz eingefasst, verweist auf das Patrozinium der Kapelle. Die Ausführung erfolgte als Mosaik-Stuck-Bild.

Mittig davor steht der Altartisch aus rotem Sandstein, der auf der Vorderseite ein Medaillon trägt, das ein griechisches Kreuz mit Strahlen zeigt.

An der Stirnwand des Kirchenschiffs ist auf der linken Seite der Tabernakel auf einer Sandsteinstele mit Ablage aufgestellt, darüber ein Rundrelief mit der Darstellung des letzten Abendmahls.

Auf der rechten Seite steht ein Seitenaltar, über den ein Mosaik mit einer modernen Darstellung Maria präsentiert ihren Sohn Jesus als Kind angebracht ist.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Altarraums – neben dem Eingang – ist eine geschnitzte Kreuzigungsgruppe zu sehen. An der rechten Seitenwand, direkt am Eingang befindet sich an der Wand die Holzskulptur einer Pietà.

An den Seitenwänden ist ein Kreuzweg angebracht, der aus 14 Stationen besteht

Bemerkenswertes

Nach dem Krieg wuchs die Gemeinde in Hainstadt durch die katholischen Heimatvertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten an.

Zu Beginn der 1950er Jahre wurde mit dem Bau der ev. Kirche in Hainstadt begonnen, die 1954 eingeweiht wurde. Das Anwachsen der Katholiken hat den Ausschlag gegeben, nun auch eine eigene Kirche in Hainstadt errichten zu wollen.

Im Jahr 1960 erwarb die katholische Pfarrgemeinde Neustadt einen Bauplatz für den Bau einer Kapelle in Hainstadt. Als Anregung diente zunächst dabei Hl. Kreuz in Haingrund, doch wurde der Hainstädter Bau schlichter. Zügig wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Spätere Planungen eines Turmanbaus wurden nicht mehr umgesetzt.

Die Fenster wurden allesamt gestiftet: von Hainstädtern (Josef u. Maria Fuchs, St. Schuster, den Ungarndeutschen), Sandbachern (J. u. E. Hahn, Wilhelm und Ther. Meding), Frankfurtern (Franz B. Gruber, E. u. J. Elbert – früher Rosenbacher Mühle) sowie Pfarrer Josef Hemmes aus Neustadt.

Literatur

Pfarrarchiv

© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025