Christkönig in Höchst
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Lage |
64739 Höchst im Odenwald, Am Galgenberg 15 |
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Datierung |
Erster Spatenstich 12. Juni 1963, Grundsteinlegung 22. September 1963, Konsekration 23. Mai 1965 St. Margaretha Seckmauern (1982) |
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Renovierungen |
1996 Sanierung des Glockenturms, 2012 Erneuerung der Heizung und Renovierung der Orgel |
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Architekt |
Erwin van Aaken (1904–2008) – vgl. Heilig Geist in Vielbrunn (1974), St. Margaretha Seckmauern (1982) |
Beschreibung

Die Kirche ist in Form eines Reuleaux-Dreiecks gebildet. Einige Meter von der Kirche steht seitlich ein Kirchturm, der 1964 vollendet wurde und 21 m hoch ist und mit einem Turmkreuz bekrönt ist.
Die Kirche wird an der breiten Seite betreten und der Blick ist auf den Altarraum an der gegenüberliegenden Seite gerichtet, der sich mittels einer Stufe und Kommunionbank absetzt. Die Decke ist mit Lärchenholz verkleidet und der Boden mit Marmorplatten belegt.
Beide Seiten weisen eine Fensterreihe aus je sechs rechteckigen Glasbetonfenstern unterhalb der Decke auf, die im Altarraum in einem schmalen Streifen bis zum Boden reicht. Weiß-Blau und Rottöne herrschen vor, wobei die linke Seite sieben Kronen zeigt, die auf das Alte Testament hinweisen und die rechte Seite mit Lamm und Dornenkrone auf das Neue Testament verweist. Der Entwurf der Fenster stammt von dem Kunstmaler Lukas Gastl (1924–2010), der mit dem Architekten van Aaken zusammenarbeitete.
Der Altar, Nebenaltar und Taufstein bestehen aus Famos-Marmor (Lahnmarmor). Der Tabernakel steht ebenfalls auf einer Marmorstele.an den Altarraum anschließend rechts der Kommunionbank ist an der Seitenwand eine Madonna angebracht.
Fenster
Seit 1985 sind an der rechten Seitenwand sieben Fenster aus der alten Marienkapelle angebracht worden, die folgende Szenen zeigen: Verkündigung, Heimsuchung Mariens, Geburt Jesu, hl. drei Könige huldigen dem Jesuskind, Jesus lehrt im Tempel, Auferstehung Jesu und Krönung Mariens.
Orgel
Die Orgel baute 1970 die Orgelbaufirma Wagenbach in Limburg. Es ist eine Schleifladenorgel mit mechanischer Spieltraktur und 17 Registern.
Die Register: Manual I: Rohrflöte 8', Principal 4', Blockflöte 2', Sesquialter 1-2 f., Mixtur 4 fach 1 1/3', Rohrschalmey 8', Tremolo. Manual II: Holzgedackt 8', Spillflöte 4', Principal 2', Sifflöte 1', Cymbel 3 fach 1/2'. Pedal: Subbass 16', Octave 8', Gedackt 8', Piffaro 2 fach 4' + 2', Fagott 16'. Koppeln: II/I, I/P, II/P. Spielhilfen: zwei freie Kombinationen, Tutti, Auslöser, Zungen ab.
Glocken
Am 23. Oktober 1949 wurden die Bonifatius- und Marienglocke der Kirche Maria Himmelfahrt (Hetschbach) geweiht und haben ein Gesamtgewicht von 450 kg. Die Glocken wurden dann in den Turm der Christkönigkirche übernommen, wofür der geplante Turm baulich angepasst werden musste.
Bemerkenswertes
Die Kirche Maria Himmelfahrt in (Höchst-)Hetschbach wurde 1932 geweiht. Die Gemeinde wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten, vorwiegend aus Bölten (Bělotín/Tschechien), stark an. Die Vertriebenen brachten ihren Pfarrer, Franz Polak, mit.
Im Jahr 1952 wurde Höchst von der Pfarrei Neustadt abgepfarrt und somit eigenständig.
Literatur
Festschrift zum 50jährigen Weihetag Pfarrkirche Christ-König Höchst i. Odw., hg. vom Katholischen Pfarramt Christ-König in Höchst, Höchst 2015.
© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025