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St. Margareta in Seckmauern

Datum:
23. Dez. 2025
Von:
© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025

Lage

64750 Lützelbach, Maihohl 5

Datierung

Erster Spatenstich 20. November 1976, Grundsteinlegung 5. Mai 1977, Konsekration der Kirche 29. August 1982

Architekt

Erwin van Aaken (1904–2008) – vgl. Christkönig in Höchst (1965), Heilig Geist in Vielbrunn (1974)

 

Beschreibung

St. Margareta, Seckmauern

Die Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes mit einem Viereck, das die Fenster in den Kreuzungspunkten aufnimmt. Die Außenwände sind mit rotem Bruchsteinmauerwerk aus rotem Sandstein verkleidet. Das zeltförmige Dach wird bekrönt von einem offenen griechischen Kreuz. Von dem quadratischen Hauptraum mit 16x16 m können die Seiten abgetrennt werden, von denen ein Raum als Werktagskirche ausgebaut wurde.

Die Innenausstattung (Altar, Tabernakel, Kronleuchter und Fenster) entwarf der Maler, Bildhauer und Diakon Claus Kilian (1928–2022) aus Braunschweig und brachte damit die bauliche Konzeption hervorragend zur Geltung. Damit folgt die Anordnung des Innenraumes der Liturgiereform, angestoßen durch das Zweite Vatikanum.

Der mittig, mittels einer Stufe erhöhte Altar aus schwedischem Granit zeigt auf dem Unterbau an den Ecken gravierte Weinblätter und Trauben. Die breite Tischplatte, deren untere Enden abgerundet sind, sind analog gestaltet. Über dem Altar ist ein großer Leuchter angebracht, der den Mittelpunkt des Raumes akzentuiert. Auch der Tabernakel wurde zum Altar passend entworfen, der an ein Sakramentshäuschen erinnert. Der Ambo zeigt auf der Vorderseite Szenen aus dem Gleichnis vom Sämann, der die Samen im übertragenen Sinne in die Herzen der Gläubigen wirft. Ergänzt wird der Altarbereich durch ein Kreuz, mit einem Korpus auf der Vorderseite im romanischen Viernageltyp und knielanger Tunika. Die Rückseite ist mit verschiedenen Steinen besetzt, die sinnbildlich die Schöpfung darstellen.

Das Taufbecken der Kirche stammt aus der alten Kirche St. Margaretha. Der Wasserbehälter wurde von der ev. Kirchengemeinde 1982 zum Tag der Kirchweihe gestiftet.

Von der Namenspatronin, die hl. Margaretha von Antiochien ist eine farbig gefasste Holzfigur zu sehen vom ehemaligen Hauptaltar der Margarethenkirche von 1883 sowie eine moderne Pietà, die von Kilian entworfen wurde. Aus der alten Margarethakirche wurden folgende Statuen übernommen: hll. Wendelin (von Anton Ebert), Konrad von Parzham (gestiftet von Pfarrer Karl Brunnengräber um 1938), Bonifatius, Notburga sowie Sempronianus.

Wandgemälde

Die Innenwände sind mit Wandgemälden versehen: Die erste Wand zeigt Lebensstationen Jesu von seiner Taufe bis zum Ölberg zu sehen (Jesus öffnet den Menschen die Augen – der barmherzige Samariter – Verklärung – das letzte Abendmahl). Auf der zweiten Wand sind es die Kreuzwegstationen. Die dritte Wand widmet sich der Auferstehung Jesu und der Zeit danach (Jesus und Maria Magdalena – der Auferstandene und Thomas – Jesus und die Emmaus-Jünger – das Pfingstwunder – Jesus als das Lamm Gottes in der Herrlichkeit). Die vierte Wand, in der der Orgelprospekt integriert ist, zeigt die vier Evangelistensymbole.

Fenster

Ein Teil der Fenster ist als Eckfenster ausgeführt mit folgenden Themen: Moses vor dem brennenden Dornbusch, die Wolkensäule – die Feuersäule, am Berg Horeb sowie Jesus, Maria und Josef auf den Wolken (Erinnert an eine Erscheinung am 18. März 1859, wo Menschen auf dem Platz der heutigen ev. Kirche in Seckmauern die im Fenster dargestellten Personen Jesus, Maria und Josef auf den Wolken gesehen haben, an der später, 1883, die Margarethakirche errichtet wurde) und der Regenbogen bei Noah.

Zwei weitere Fenster im unteren Bereich der Wände zeigen einmal den Besuch der drei Männer bei Abraham in Mamre sowie Jona im Bauch des Fisches.

Orgel

Die Orgel stammt aus der Orgelbauwerkstatt Bosch aus Niestetal. Sie besitzt 15 Register in zwei Manualen und Pedal.

Die Register: I. Hauptwerk: C - g''': Rohrgedackt 8', Principal 4' Prospekt, Waldflöte 2', Sifflöte 1 1/3', Mixtur 4 f. 1'. II. Schwellwerk: c - g''': Singend Gedackt 8', Rohrflöte 4', Principal 2', Hörnlein 2 f. 3/5' + 1', Zimbel 2 f. 1/4', Krummhorn 8', Tremulant. Pedal: C - f': geteilt in C- und Cis-Seite, Subbass 16', Gemshorn 8' Prospekt, Piffaro 2 f. 4' + 2', Dulcian 16'. Koppeln: II/I, I/P, II/P als Registerwippen. Spielhilfen: 2 freie Kombinationen, Plenum, Auslöser als Druckknöpfe und Pistons Jalousieschweller als Tritt.

Bemerkenswertes

1884 wurde Seckmauern von der Pfarrei Neustadt abgepfarrt und somit eigenständig.

Der Kirchenbau ist unterkellert und das Untergeschoss zum Gemeindezentrum ausgebaut.

Literatur

Joseph Klein: Heute Kirche bauen. Zur Geschichte der katholischen Pfarrei Seckmauern/Odenwald …, Lützelbach 21998, hier: Kap. 1.1.2.3 Die dritte St. Margaretakirche 1982, S. 45ff., 151-194, 862ff., 948f.

© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025