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Filialkirche St. Georg in Würzberg

Datum:
23. Dez. 2025
Von:
© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025

Lage

64720 Michelstadt, Im Eck 12-8

Datierung

Erster Spatenstich 31. Mai 1953, Grundsteinlegung 16. August 1953, Konsekration 27. Juni 1954

Architekt

Bauingenieur Hans Hähner, Montabaur (der Bauingenieur legte drei Pläne vor, von denen der günstigste genommen wurde. Die Planung erfolgte kostenlos, da der Bauingenieur der Bruder des Pfarrers Dr. Heinrich Hähner war.

Renovierung

1992-1994 Außen- und Innenrenovierung, 2012 Anstrich der Außenwände

Beschreibung

St. Georg, Würzberg

Die kleine Kirche ist von der Straßenseite durch den an der Ecke stehenden Turm zu betreten. Über der Eingangstür ist ein Putzbild des Heiligen Georgs als Drachentöter zu sehen, das der Miltenberger Kirchenmaler Kurt W. Zöller (1921–1995) schuf.

Das rechteckige Kirchenschiff mündet in einen eingezogenen rechteckigen Altarraum.

Auch das Innere wurde von Kurt Zöller ausgestaltet; u. a. zeigt ein Sgraffito-Bild im Altarraum den gekreuzigten und gekrönten Christus, links und rechts begleitet von den alttestamentarischen Gestalten des Noe beim Pflanzen eines Weinstocks und der Ruth beim Ährensammeln – beide Darstellungen sind allegorische Verweise auf Wein und Brot des von Jesus Christus gestifteten Abendmahls.

Der Sandsteinaltar zeigt auf der Vorderseite ein Bild mit dem liegenden Lamm Gottes auf dem Buch mit den sieben Siegeln und der Siegesfahne.

Glocken

Die ev. Kirchengemeinde Würzberg spendete 1960 der katholischen Kirche ihre Stahlglocken, da die ev. Kirche ein neues Geläut bekam.

Bemerkenswertes

Bürger aller Konfessionen errichteten 1953 mit Sachzuwendungen aus Bürgerschaft, des Grafenhauses Erbach-Erbach, des in Amorbach ansässigen Fürstenhauses Leiningen und mit Mitteln des Bistums Mainz überwiegend in Selbsthilfe im Nordosten von Würzberg die kleine Kirche für Familien katholischer Konfession.

Neben wenigen Gemeindegliedern, die traditionell im ehemals Unter-Würzberg der katholischen Ingelheimer Grafen wohnten, kamen nach dem Zweiten Weltkrieg Heimatvertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten als Neubürger hinzu, von denen viele katholisch waren.

Das Protektorat über die Filialkirche hatte als einer der Förderer des Baus der im Jagdschloss Eulbach wohnende Franz II. Graf zu Erbach-Erbach (1925–2015) bei der Grundsteinlegung übernommen. Er war lutherischer Konfession.

Literatur

Walter Weidmann: Würzberg – Ein Heimatbuch (= Rathaus- und Museumsreihe, Bd. 16), Michelstadt 1995, S. 176–180.

© Dr. Jutta Reisinger-Weber M.A. (Kunsthistorikerin-Historikerin), 2025