Unser spiritueller Impuls zum Gründungsgottesdienst - 1. Februar 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Joh 10,1–10 spricht von Jesus als dem guten Hirten und der Tür zum Leben. Dieses Wort steht über der Gründung der neuen Pfarrei Guter Hirte im Odenwaldkreis. In einem langen Prozess aus Konferenzen, Gesprächen und Abstimmungen haben viele Gläubige engagiert und verantwortungsvoll an diesem Neubeginn mitgewirkt. Die neue Pfarrei zu werden bedeutete dabei nicht nur Zusammenwachsen, sondern auch Abschied: von Gewohntem, von vertrauten Strukturen und liebgewonnenen Traditionen. Im Bild des Guten Hirten wird deutlich, dass Christus selbst der ist, der führt, sammelt und Orientierung schenkt. Durch ihn als die eine Tür dürfen wir neu ein- und ausgehen, Vertrauen fassen und als eine Gemeinschaft wachsen, die im Odenwaldkreis Leben aus seiner Fülle sucht und weitergibt.
Das dürfen wir am Sonntag im Gründungsgottesdienst der neuen Pfarrei erfahren – und es darf uns auch durch die kommende Woche begleiten. Christus, der Gute Hirte, geht uns voraus, sammelt uns und lädt uns ein, ihm zu vertrauen. Durch ihn als die eine Tür wollen wir neu aufbrechen, miteinander wachsen und Leben aus seiner Fülle suchen und weitergeben. So wagen wir gemeinsam diesen Neustart.
Evangelium (Joh 10,1-10)
1 Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. 3 Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. 4 Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. 5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. 6 Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. 7 Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. 9 Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Hoffnung
Manchmal fühlt sich unser Leben an wie ein Wirbel aus Farben: bunt, lebendig, aber auch unruhig und schwer zu ordnen. Erfahrungen des Abschieds mischen sich mit Erwartungen an das Neue, Vertrautes gerät in Bewegung, Sicherheiten lösen sich auf. Mitten in diesem Farbenkreis steht das Kreuz – schlicht, verletzlich, gezeichnet von Spuren des Lebens. Es steht still, während sich alles um es herum dreht. So steht Christus mitten in unserer Welt.
Jesus sagt: „Ich bin die Tür.“ Er ist kein fernes Ideal, sondern ein Gegenüber, das uns beim Namen ruft. Eine Tür lädt ein, hindurchzugehen – mit allem, was wir mitbringen: Freude und Zweifel, Hoffnung und Müdigkeit, Mut und Angst. Wer durch diese Tür geht, muss nichts ablegen, außer der Furcht, allein zu sein. Denn der Gute Hirte geht voraus.
Gerade im Neubeginn unserer Pfarrei wird das spürbar. Gott verspricht keinen Weg ohne Veränderungen, aber er verheißt Nähe. Er sammelt, was auseinanderzugehen droht, und fügt es neu zusammen. Wie die Farben im Bild bleiben wir verschieden – und werden doch getragen von einem gemeinsamen Mittelpunkt.
Christus schenkt Leben in Fülle: kein perfektes Leben, sondern ein erfülltes. Eines, das wachsen darf, das Weite findet und Zukunft gewinnt. Vertrauen wir uns ihm an. Gehen wir durch die Tür, die offensteht. Lassen wir uns führen – als Einzelne und als Gemeinschaft. Denn Gott ist mit uns. Um ihn kreist unser Leben, mit all seinen Farben.
Gedankenanstöße
Wo ruft mich Christus in diesem Neubeginn beim Namen?
Welche Tür möchte ich im Vertrauen mit ihm durchschreiten?
Was lasse ich zurück, damit Neues wachsen kann?
Wie kann ich in dieser Woche Teil von Gottes Leben in Fülle werden?
Segenswunsch
Er lasse dich seine Stimme hören,
die dich ruft und dir den Weg weist.
Er öffne dir die Tür zum Leben,
damit du Vertrauen findest und Weite erfährst.
Er begleite dich auf neuen Wegen,
wenn Vertrautes zurückbleibt und Zukunft wächst.
Er stärke dich in der Gemeinschaft,
damit aus vielen Schritten ein gemeinsamer Weg wird.
So segne dich der Gott,
der unser Hirte ist,
der uns sammelt und trägt
und uns Leben in Fülle verheißt.
Mit herzlichen Segenswünschen und eine gute Woche,
Diakon Volkmar Raabe