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Unser spiritueller Impuls zum ersten Fastensonntag - 22. Februar 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Wüste
Datum:
19. Feb. 2026
Von:
Volkmar Raabe

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Der Beginn der Fastenzeit stellt uns vor eine grundlegende Frage: Wovon leben wir eigentlich?

Wenn wir auf dieses Bild aus Qumran schauen, sehen wir einen Ort, an dem diese Frage unausweichlich wird. Eine Landschaft ohne Überfluss, ohne Sicherheiten, ohne Ablenkung. Hier zählt nicht, was man besitzt, sondern wovon man lebt.

Gott will nicht den Tod, sondern das Leben. Nicht Enge, sondern Weite. Nicht Mangel, sondern Fülle. Doch diese Fülle zeigt sich hier nicht im Reichtum, sondern in der Klarheit. Die Wüste nimmt alles Äußerliche weg – und öffnet den Raum für das Wesentliche.

So einen Ort könnte auch Jesus betreten haben, als er vom Geist in die Wüste geführt wurde. Einen Ort, an dem der Mensch nicht vom Brot allein leben kann, sondern ganz angewiesen ist auf das Wort des lebendigen, gegenwärtigen Gottes.

Darum ist Jesus gekommen: damit wir das Leben haben – ein Leben, das tiefer reicht als Versorgung und Erfolg. In ihm wird der neue, der ursprüngliche Mensch sichtbar, wie Gott ihn von Anfang an gemeint hat: ein Mensch, der aus der Beziehung zu Gott lebt.

Der Erste Fastensonntag lädt uns ein, diesen Ort innerlich zu betreten. Nicht um die Leere zu fürchten, sondern um neu zu entdecken, worauf wir unser Leben gründen.

Evangelium (Mt 4, 1-4)

In jener Zeit
1 wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt;
dort sollte er vom Teufel versucht werden.
2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,
hungerte ihn.
3 Da trat der Versucher an ihn heran
und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist,
so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.
4 Er aber antwortete:
In der Schrift heißt es:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

 

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Betrachtung und Übertragung auf uns

Die Versuchung Jesu beginnt nicht mit etwas Bösem,
sondern mit Hunger – mit einem ganz menschlichen Bedürfnis.
Vierzig Tage in der Wüste: Leere, Erschöpfung, Abhängigkeit.
Und mitten darin die Frage: Wovon lebst du wirklich?

„Mach aus diesen Steinen Brot.“
Es ist die Versuchung, das Leben selbst in die Hand zu nehmen,
Mangel sofort zu beheben
und Gott nur dann zu vertrauen, wenn er liefert.

Jesus lässt sich darauf nicht ein.
Er verweist auf das Wesentliche:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern vom Wort Gottes.
In dieser Antwort liegt Freiheit.
Jesus vertraut sein Leben Gott an –
im Vertrauen, dass Gottes Nähe trägt, auch in der Leere.

Auch wir kennen solche Wüsten:
Zeiten der Unsicherheit, des Mangels, der offenen Fragen.
Und auch wir kennen die Versuchung,
uns selbst abzusichern und jede Leere schnell zu füllen.

Der Erste Fastensonntag lädt uns ein, innezuhalten.
Nicht jeden Hunger sofort zu stillen,
sondern neu zu hören auf Gottes Wort, das sagt:
Du bist mehr als das, was du hast.
Du lebst aus meiner Nähe.

So wird die Wüste zum Ort der Klärung
und wir entdecken neu,
worauf wir unser Leben gründen.

Gedankenanstöße

  • Wovon lebe ich im Moment wirklich – und was hält mich innerlich aufrecht?
  • Wo fülle ich Leere vorschnell, statt sie Gott hinzuhalten?
  • Wann vertraue ich meiner Absicherung mehr als Gottes Wort?
  • Wo nehme ich mir diese Woche Zeit, auf Gottes Stimme zu hören?
  • Was stärkt mein Vertrauen, dass Gottes Nähe auch in der Leere trägt?

Segenswunsch

Gott segne dich auf deinem Weg durch diese Fastenzeit.
Er schenke dir Stille,
in der du neu hörst, wovon du lebst.

Er gebe dir Vertrauen,
wenn Sicherheiten brüchig werden,
und Nähe, wenn die Leere spürbar ist.

Er stärke dich durch sein Wort,
damit es dich trägt,
auch wenn nicht alles gestillt wird.

So segne dich der Gott des Lebens,
der dich in der Wüste nicht verlässt
und dich aus seiner Hand leben lässt.

Mit herzlichen Segenswünschen und eine gute Woche.

Diakon Volkmar Raabe