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Unser spiritueller Impuls zum Palmsonntag - 29. März 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Esel
Datum:
26. März 2026
Von:
Gabriele Maurer

Liebe Leserin, lieber Leser,

für die Menschen in Jerusalem war es nicht ungewöhnlich, dass wichtige Persönlichkeiten mit Gefolge und Zeichen der Macht in die Stadt einzogen und entsprechend begrüßt werden wollten. Solch einen Empfang bereiteten viele Menschen auch Jesus, als er nach Jerusalem kam. Allerdings verzichtete dieser ganz auf Insignien der Macht.

Evangelium (Mt 21,1-11)

1 Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte

und nach Bétfage am Ölberg kam,

schickte Jesus zwei Jünger aus

2 und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt;

dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden

und ein Fohlen bei ihr.

Bindet sie los und bringt sie zu mir!

3 Und wenn euch jemand zur Rede stellt,

dann sagt: Der Herr braucht sie,

er lässt sie aber bald zurückbringen.

4 Das ist geschehen,

damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist:

5 Sagt der Tochter Zion:

Siehe, dein König kommt zu dir.

Er ist sanftmütig

und er reitet auf einer Eselin

und auf einem Fohlen,

dem Jungen eines Lasttiers.

6 Die Jünger gingen

und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte.

7 Sie brachten die Eselin und das Fohlen,

legten ihre Kleider auf sie

und er setzte sich darauf.

8 Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus,

andere schnitten Zweige von den Bäumen

und streuten sie auf den Weg.

9 Die Leute aber, die vor ihm hergingen

und die ihm nachfolgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids!

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.

Hosanna in der Höhe!

10 Als er in Jerusalem einzog,

erbebte die ganze Stadt

und man fragte: Wer ist dieser?

11 Die Leute sagten:

Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Das Schriftwort sollte sich erfüllen. Deshalb beauftragt Jesus die Jünger, den Esel zu besorgen und schickt sie voraus. Als Kind fragte ich mich, wie Jesus denn gewusst haben konnte, dass ausgerechnet an diesem Ort ein Esel angebunden sei und wie aufregend das für seine Jünger gewesen sein musste, alles so vorzufinden. Ich stellte mir die große Freude vor, die die Menschen erlebten, die Jesu Einzug bejubelten: Hier kommt unser Erlöser! Er steht auf der Seite der Menschen, die am Rand stehen: den Armen, den Kranken, den Frauen, den Entrechteten. Er bringt Heilung und Gerechtigkeit. Und die meisten erwarteten wohl auch: Dieser wird uns von der Herrschaft und Besatzung der Römer befreien und für uns kämpfen. Er soll für uns an die Macht kommen und unser König sein!

Der Evangelist Matthäus, der uns dieses Ereignis überliefert, war nicht dabei. Er beschreibt in der Rückschau aus der Sicht des Glaubenden, der um die Auferstehung weiß und der von Christus, dem Sohn Gottes und dem König der Welt, erzählt. Einige Jahre später lässt der Evangelist Johannes Jesus sagen: „Mein Königreich ist nicht von dieser Welt.“

Der Esel ist was Lasttier von einfachen Leuten. Es hätte anders gewirkt, wenn Jesus hoch zu Ross auf einem Pferd in die Stadt geritten wäre.

Matthäus beschreibt den umjubelten Jesus hier bewusst demütig. Jesus will keine weltliche Macht, er braucht und will für seinen Kampf keine Waffen – sein Friedensreich ist nicht von dieser Welt.

Wenn wir und die Machthaber dieser Welt uns Jesus doch zum Vorbild nehmen würden!

Wir wissen, dass kurze Zeit später die Stimmung kippte, weil das Volk aufgewiegelt wurde, und die Menschen schrien: „Ans Kreuz mit ihm!“

Für die nächste Fastenwoche können wir uns wieder einmal die Frage stellen, die Matthäus hier im Vers 10 aufgeschrieben hat: Wer ist dieser (Jesus für mich/für uns)?

Herzliche Grüße

Gabriele Maurer, Pfarreikoordinatorin