Unser spiritueller Impuls zum fünften Fastensonntag - 22. März 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Am fünften Fastensonntag stellt uns das Evangelium die Auferweckung des Lazarus vor Augen – das letzte und größte Zeichen Jesu im Johannesevangelium. Es ist eine Geschichte, die an die Grenze des menschlichen Lebens führt: an das Grab, an die Erfahrung von Verlust, Trauer und scheinbarer Endgültigkeit.
Das Bild einer steinernen Treppe, die aus der Tiefe nach oben führt und auf ein warmes, leuchtendes Licht zuläuft, kann diese Bewegung des Evangeliums sichtbar machen. Unten liegt die Dunkelheit des Grabes, der Stein, die Enge – das, was wir mit Tod und Hoffnungslosigkeit verbinden. Doch der Blick geht nach oben. Stufe für Stufe öffnet sich ein Weg zum Licht.
Genau dort hinein spricht Jesus sein Wort: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Auferstehung ist nicht nur eine Hoffnung für das Ende der Zeit. Sie beginnt schon jetzt – dort, wo Menschen Jesus vertrauen und sich von seinem Wort rufen lassen, so wie Lazarus aus dem Grab gerufen wurde.
Der fünfte Fastensonntag lädt uns deshalb ein, unseren eigenen Weg zu betrachten: Wo erleben wir Dunkelheit, Enge oder scheinbare Ausweglosigkeit? Und wo ruft Christus uns, aufzustehen und dem Licht entgegenzugehen?
Die Fastenzeit wird so zu einem Weg – Stufe für Stufe – vom Dunkel zum Leben, vom Grab zum Licht der Auferstehung.
Aus dem Evangelium nach Johannes (Kurzfassung)
In jener Zeit
sandten die Schwestern des Lázarus Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus.
Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam,
fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Jesus ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Jesus sagte zu ihr:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen.
Da nahmen sie den Stein weg.
Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.
Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

„Gerufen zum Leben – Wo Christus ist, beginnt neues Leben.“
Jesus ist die Auferstehung und das Leben
Am Grab des Lazarus spricht Jesus ein Wort, das bis heute in unser Leben hineinreicht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Auferstehung ist für Jesus nicht nur eine Hoffnung für irgendwann am Ende der Zeit. Sie beginnt schon jetzt. Wo er ist, beginnt neues Leben – mitten in unserer Wirklichkeit, mitten in unserer Trauer, in unseren Fragen und in allem, was wie tot und hoffnungslos erscheint.
Glaube schenkt Leben
Marta bekennt ihren Glauben, obwohl ihr Bruder im Grab liegt. Glaube bedeutet hier nicht, alles zu verstehen. Er bedeutet, Jesus zu vertrauen – auch dort, wo wir nur Dunkel sehen. Wer an Christus glaubt, darf darauf vertrauen: Selbst der Tod hat nicht das letzte Wort.
Jesus, der Sohn Gottes
Die Auferweckung des Lazarus ist das größte Zeichen im Johannesevangelium. Es zeigt, wer Jesus wirklich ist: der Messias, der Sohn Gottes. Sein Wort ist nicht nur Trost. Sein Wort schafft neue Wirklichkeit. Als er ruft: „Lazarus, komm heraus!“, beginnt neues Leben.
Wahrer Mensch und wahrer Gott
Bevor Jesus das Wunder wirkt, weint er. Gott bleibt nicht fern vom Leid des Menschen. Er kennt unsere Tränen. Und doch hat er die Macht, über den Tod hinaus Leben zu schenken.
Ruf in unser eigenes Leben
Vielleicht sind auch wir manchmal wie Lazarus – gefangen in Angst, Mutlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit. Auch uns ruft Christus beim Namen. Sein Wort will uns herausrufen aus allem, was uns gefangen hält – hinein in das Leben.
Gedankenanstöße für die Woche – 5. Fastensonntag
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Wo sehne ich mich nach neuem Leben?
Marta vertraut Jesus trotz ihrer Trauer.
Wo fällt mir Vertrauen schwer?
Jesus weint am Grab des Lazarus.
Was möchte ich Gott anvertrauen?
„Nehmt den Stein weg!“
Welche Steine liegen auf meinem Herzen?
„Lazarus, komm heraus!“
Wozu ruft Christus mich heute?
Wie kann ich in dieser Woche Hoffnung für andere sein?
Segenswünsche
Gottes Segen begleite dich in der neuen Woche und schenke dir Hoffnung und Zuversicht.
Der Herr segne deine Wege, stärke dein Herz und erfülle dich mit seinem Frieden.
Christus, der das Leben schenkt, begleite dich und lasse dich seine Nähe erfahren.
Gott schenke dir offene Augen für das Gute und ein Herz voller Vertrauen.
Möge Gottes Liebe dich tragen und dir Kraft für jeden neuen Tag geben.
Ihr
Diakon Volkmar Raabe