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Unser spiritueller Impuls zum Ostersonntag - 5. April 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Kreuz und Blume
Datum:
2. Apr. 2026
Von:
Volkmar Raabe

Am ersten Tag der Woche, früh am Morgen, als es noch dunkel war, geht Maria von Magdala zum Grab. Sie entdeckt, dass der Stein weggewälzt ist. Verunsichert läuft sie zu Petrus und dem anderen Jünger. Beide eilen zum Grab und sehen die Leinenbinden und das Schweißtuch. Die Spuren sind da – doch was geschehen ist, können sie noch nicht ganz begreifen. Der Evangelist sagt schlicht: Er sah und glaubte.

Die Auferstehung Jesu ist der Grund unseres Glaubens. Doch sie erschließt sich nicht sofort und nicht auf den ersten Blick. Auch wir leben in dieser Zeit zwischen Ostern und seiner endgültigen Vollendung. Wir vertrauen auf das Zeugnis derer, die dem Auferstandenen begegnet sind, und versuchen selbst, aus diesem Glauben zu leben.

Das Bild vor uns lädt uns ein, einen Moment still zu werden und unser Herz für dieses Geheimnis zu öffnen. Was sagt uns das Wort Gottes heute – in unserem Leben, in unseren Fragen und Hoffnungen?

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

1Am ersten Tag der Woche kam Maria von Mágdala
frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab
und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
2Da lief sie schnell zu Simon Petrus
und dem anderen Jünger, den Jesus liebte,
und sagte zu ihnen:
Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen
und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
3Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus
und kamen zum Grab;
4sie liefen beide zusammen,
aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus,
kam er als Erster ans Grab.
5Er beugte sich vor
und sah die Leinenbinden liegen,
ging jedoch nicht hinein.
6Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war,
und ging in das Grab hinein.
Er sah die Leinenbinden liegen
7und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte;
es lag aber nicht bei den Leinenbinden,
sondern zusammengebunden daneben
an einer besonderen Stelle.
8Da ging auch der andere Jünger,
der als Erster an das Grab gekommen war, hinein;
er sah und glaubte.
9Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden,
dass er von den Toten auferstehen müsse.

Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Dekoration

Mitten im Dunkel wächst Hoffnung

Maria von Magdala geht früh am Morgen zum Grab. Es ist noch dunkel. Die Nacht liegt noch über der Welt, und vielleicht liegt auch in ihrem Herzen noch die Dunkelheit der Trauer. Sie hat den Tod Jesu erlebt, das Ende aller Hoffnung. Und nun steht sie vor dem Grab – und der Stein ist weggenommen.

Auch Petrus und der andere Jünger laufen dorthin. Atemlos, voller Fragen. Sie sehen die Leinenbinden, das zusammengelegte Schweißtuch. Spuren sind da, Zeichen sind da – und doch bleibt das Geheimnis zunächst verborgen. Erst langsam beginnt etwas in ihrem Herzen aufzuleuchten. Der Evangelist sagt schlicht: Er sah und glaubte.

Wie oft stehen auch wir vor den Rätseln unseres Lebens. Wir sehen Ereignisse, Brüche, Abschiede. Manches erscheint wie ein verschlossenes Grab. Hoffnungen zerbrechen, Wege enden, und wir fragen uns, wo Gott in all dem ist.

Das Bild vor uns zeigt einen alten, aufgebrochenen Baumstamm. Rau, verwittert, vom Zahn der Zeit gezeichnet. In diesem Holz steckt ein kleines Kreuz – schlicht, unscheinbar, fast verborgen. Es erinnert an das Kreuz Christi, an Leiden, an Tod und an die scheinbare Niederlage.

Und doch wächst direkt daneben ein kleines Gänseblümchen. Zart, hell, voller Leben. Mitten aus der Erde, mitten aus dem alten Holz, bricht neues Leben hervor.

Vielleicht ist das ein leises Bild für das Geheimnis der Auferstehung. Gott lässt Leben wachsen, wo wir nur Vergänglichkeit sehen. Hoffnung keimt dort, wo wir nur Dunkel vermuten. Die Auferstehung geschieht oft nicht spektakulär, sondern still – wie eine Blume, die sich dem Licht entgegen öffnet.

Auch unser Glaube wächst so: manchmal tastend, manchmal fragend. Doch wenn wir hinschauen, wenn unser Herz offen bleibt, können auch wir entdecken, was der Jünger am Grab entdeckt hat: Inmitten der Zeichen des Todes beginnt neues Leben.

Und vielleicht dürfen auch wir eines Tages sagen –staunend und voller Vertrauen:

Ich habe gesehen. Und ich glaube.

 

Gedankenanstöße für die Woche

Wo erlebe ich in meinem Leben Dunkelheit?

Wonach suche ich in meiner Trauer, in meinen Fragen?

Wo bin ich auf der Suche nach Hoffnung?

Was hilft mir, im Glauben zu vertrauen?

Wo möchte Gott in meinem Leben Neues beginnen?

Wo entdecke ich Zeichen neuen Lebens?

Wie kann ich in dieser Woche Hoffnung weitergeben?

 Segenswünsche

Der auferstandene Herr begleite dich auf deinen Wegen,
schenke dir Frieden im Herzen
und lasse immer wieder neues Leben in dir wachsen.

Ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Ihr
Diakon Volkmar Raabe