Unser spiritueller Impuls zum Zweiten Sonntag der Osterzeit - 12. April 2026:3 Minuten für dich und Gottes Wort

Liebe Leserin, lieber Leser,
Die Botschaft „Jesus lebt!“ ist von Anfang an nicht nur auf Glauben, sondern auch auf Zweifel gestoßen – bei Außenstehenden ebenso wie bei den Jüngern selbst. Besonders Thomas steht für diese Spannung: Er fragt nach, er sucht Gewissheit, er möchte verstehen. Und gerade darin kommt er vielen von uns nahe.
Die Botschaft „Jesus lebt!“ ist von Anfang an nicht nur auf Glauben, sondern auch auf Zweifel gestoßen – bei Außenstehenden ebenso wie bei den Jüngern selbst. Besonders Thomas steht für diese Spannung: Er fragt nach, er sucht Gewissheit, er möchte verstehen. Und gerade darin kommt er vielen von uns nahe.
Jesus weist ihn nicht zurück. Er nimmt seine Fragen ernst, sucht ihn auf und begegnet ihm mit Geduld und Barmherzigkeit. Doch das Wagnis des Glaubens nimmt er ihm nicht ab. Thomas muss selbst den Schritt wagen – vom Sehen zum Vertrauen.
So wird Thomas zum Begleiter für alle, die suchen, die zweifeln, die sich mit dem Glauben schwertun. Er zeigt: Zweifel ist kein Hindernis für den Glauben, sondern kann ein Weg zu ihm werden.
Mit dieser Haltung lesen wir nun das Evangelium und lassen uns hineinnehmen in die Begegnung zwischen dem auferstandenen Herrn und dem suchenden Thomas.
Aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 20, 19–31)
Am Abend dieses ersten Tages der Woche,
als die Jünger aus Furcht vor den Juden
bei verschlossenen Türen beisammen waren,
kam Jesus,
trat in ihre Mitte
und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat,
so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte,
hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst,
denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet,
sind sie behalten.
Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf,
war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Die anderen Jünger sagten zu ihm:
Wir haben den Herrn gesehen.
Er entgegnete ihnen:
Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe
und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel
und meine Hand nicht in seine Seite lege,
glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt
und Thomas war dabei.
Da kam Jesus bei verschlossenen Türen,
trat in ihre Mitte
und sagte: Friede sei mit euch!
Dann sagte er zu Thomas:
Streck deinen Finger hierher aus
und sieh meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite
und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete und sagte zu ihm:
Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm:
Weil du mich gesehen hast, glaubst du.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen
hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan,
die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind.
Diese aber sind aufgeschrieben,
damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist,
der Sohn Gottes,
und damit ihr durch den Glauben
Leben habt in seinem Namen.
Das ist unser spiritueller Impuls für den Alltagl

Meditation zum Evangelium vom ungläubigen Thomas (Joh 20,24–29)
Ich schaue auf dieses Bild: Hände formen ein Herz, offen und nicht festhaltend, und in ihrer Mitte strahlt Licht. Es ist, als würde dieses Herz auf etwas warten, darauf, erfüllt zu werden. So stelle ich mir die Jünger vor – hinter verschlossenen Türen, verunsichert, ängstlich, suchend und wartend. Soll die Sache Jesu wirklich schon zu Ende sein? Nein.
Und mitten hinein kommt Jesus. Er spricht: „Friede sei mit euch“, er zeigt seine Wunden und er schenkt seinen Geist. Thomas aber ist nicht dabei. Er zweifelt an der Erzählung seiner Mitbrüder und verlangt nach Gewissheit, um glauben zu können. Und ich frage mich: Erkenne ich mich nicht selbst in ihm wieder? Auch mein Glaube ist nicht immer stark. Auch ich kenne die Momente des Zweifelns nur zu gut. Auch ich möchte sehen, verstehen und begreifen.
Doch Jesus kommt wieder – für Thomas, und damit auch für uns. Er kommt geduldig und barmherzig, ohne Vorwurf, sondern mit einer Einladung: „Streck deine Hand aus.“ Jesus kennt Thomas, er kennt uns Menschen, er kennt auch mich. Vielleicht ist Glaube genau das: die Hand auszustrecken, das Herz zu öffnen, auch ohne Beweis.
Das Bild hilft mir, das zu verstehen. Die Hände halten das Herz offen, sie verschließen es nicht, sondern lassen Raum für das Licht. Und dieses Licht ist Christus selbst, der Auferstandene, der Lebendige. Er kommt auch zu mir, selbst durch meine Zweifel hindurch. Er bleibt mir nahe, auch wenn ich seine Gegenwart nicht immer spüre. Er sucht mein Herz, um darin zu wohnen.
„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ Herr, ich sehe dich nicht, und doch glaube ich: Du bist da, und du bleibst bei mir – wie ein Licht, das mein Herz erfüllt. Mein Herr und mein Gott, bleibe bei mir und stärke meinen Glauben. Amen.
Gedankenanstöße für die Woche
Wo zweifle ich? Bringe ich das vor Gott?
Wann habe ich Christus als nahe erlebt?
Ist mein Herz offen für Gottes Licht?
Habe ich Geduld mit Zweifelnden?
Welchen Schritt im Glauben wage ich heute?
Segenswünsche für die Woche
Gott segne dich in diesen Tagen.
Er stärke deinen Glauben, auch wenn Zweifel da sind.
Christus begleite dich auf deinen Wegen.
Er sei dir nahe – leise, aber spürbar.
Der Heilige Geist erfülle dein Herz.
Er schenke dir Licht, Vertrauen und Frieden.
So segne und behüte dich der gute Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
Ihr
Diakon Volkmar Raabe