Die alte Streitfrage hat gerade wieder neue Brisanz erhalten: Wie soll die menschliche Vernunft mit Wahrheitsansprüchen umgehen, die sich auf göttliche Offenbarung berufen? Und wie verhält sich ein Glaube, der sich einem Offenbarungsgeschehen verdankt, zur Vernunft, die lediglich sich selbst verpflichtet ist? Was macht zum Beispiel ein Christ, der den Forderungen der Aufklärung, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, folgen möchte, mit den Ansprüchen eines Lehramts, das den Willen Gottes unfehlbar zu interpretieren behauptet?
Sind menschliche Vernunft und Freiheit zwar unhintergehbar, selbstbestimmt, autonom- aber möglicherweise nicht autark, sondern auf Einfälle, Einsichten, Eingebungen, einen Glauben gar, angewiesen? Das sind spannende, das eigene Leben betreffende Fragen, die beim diesjährigen Philosophischen Symposion besprochen werden sollen. Zur Denkanregung wird je ein Text einer Theologin und eines Philosophen bereitgestellt. Die Freude am gemeinsamen Denken und Gedanken-Austausch sollte dabei keineswegs zu kurz kommen.