Tafel Alzey dankbar für die Debatte

Warum die Tafel geschlossen bleiben muss

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Mi 8. Apr 2020
Guntram König

Der Vorstand der Tafel Alzey ist dankbar für die Debatte, die die Schließung der Tafel ausgelöst hat. Aber auch verwundert. Die Tafel Alzey hat immer betont, dass der Staat verpflichtet ist, die Hartz-IV-Sozialleistungen so anzuheben, dass die Bezieher gut davon leben können. Nach der Tafelschließung aufgrund der Corona-Pandemie wird davon gesprochen, dass diese Menschen anders versorgt werden müssten, wenn sie nicht mehr zur Tafel gehen können. Es ist gut, dass so deutlich wird, dass die Hartz-IV-Sätze zu knapp bemessen sind. Die Tafel Alzey hofft, dass diese Erkenntnis aber auch dazu führt, langfristig die finanzielle Situation der Ärmsten in unserer Gesellschaft zu verändern.

 

Besonders im letzten Jahr hatten wir eine breite gesellschaftliche Debatte über die Verschwendung von Lebensmitteln. Die Tafel Alzey hat seit nunmehr fast 13 Jahren einen großen Beitrag geleistet, Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten. Die Tafel tut das, indem über 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer einwandfreie aber nicht mehr verkäufliche Lebensmittel bei den Supermärkten abholen, sortieren und an Bedürftigen weitergeben. Die Menschen, die in der Tafel Alzey für einen symbolischen Euro einkaufen, sind nachweislich Bezieher staatlicher Sozialleistungen.

 

Die Tafel Alzey bedauert, dass sie diesen Dienst zurzeit nicht mehr ausüben kann. Das Leitungsteam und der Vorstand der Tafel haben in dieser Woche beraten, ob und wann der Tafelbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Allerdings hat seit dem Beschluss vom 16. März, die Tafel zu schließen, das Infektionsrisiko erheblich zugenommen. Deshalb muss weiterhin das Zusammentreffen von Tafelmitarbeitern und/oder Tafelkunden unterbleiben und den Auflagen der Behörden gefolgt werden. Es ist die persönliche Verantwortung eines jeden Bürgers daran mitzuwirken. Die Tafel Alzey kann in den Räumlichkeiten in der Friedrichstraße in Alzey die Bedingungen des §1 der 3. Corona-Bekämpfungsverordnung RLP vom 23.03.2020 nicht erfüllen. Demnach muss ein Mindestabstand von 1,5 m zwischen Personen eingehalten werden und pro 10 m² Einrichtungsfläche ist nur 1 Person zulässig.

 

Durch diese Vorgaben, die auch als Kontaktsperre bezeichnet werden, dürfen auch Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, nicht in der Tafel arbeiten. Die Tafel Alzey dankt allen herzlich, die sich zwischenzeitlich angeboten haben, in der Tafel auszuhelfen, bittet aber um Verständnis dafür, dass der Tafelbetrieb noch nicht wieder aufgenommen werden kann, um die Verbreitung von COVID 19 einzudämmen.

 

Eine Neubewertung der Situation nimmt die Tafel Alzey nach Ostern vor, wenn auch die Bundesregierung erklärt hat, wie es nach dem 20. April weitergeht. Das Büro der Tafel Alzey bleibt weiterhin in einer Kernzeit montags bis freitags von 10-12 Uhr besetzt.