Schmuckband Kreuzgang

Wie kam es zum Vorschlag der Pfarreien-Zuordnung?

Hintergründe zu den Überlegungen des Dekanatsprojektteams

Vorschlag zur Pfarreien-Zuordnung (c) Katholisches Dekanat Alzey/Gau-Bickelheim
Vorschlag zur Pfarreien-Zuordnung
Datum:
Do. 17. Juni 2021
Von:
Guntram König

Eine wesentliche Aufgabe des Dekanatsprojektteams ist es, eine Zuordnung der jetzt 21 Pfarreien in künftig zwei Pastoralräume zu erarbeiten. Im Laufe des Pastoralen Wegs (Erneuerungsprozess des Bistums Mainz) sollen aus den jetzt vorgeschlagenen zwei Pastoralräumen bis 2030 zwei Pfarreien werden. Bei den Dekanatsversammlungen am 15. Juni und am 8. September 2021 wird über den Vorschlag der Pfarreien-Zuordnung (siehe Bild) beraten und abgestimmt.

Die rotmarkierten Orte sind Namensgeber für die jetzigen Pfarreien. Die farbigen Hintergründe zeigen die bisherigen Pfarrgruppen. Es fällt auf, dass die künftige Pfarrei „Süd“ in jeder Hinsicht größer ist. Daraus folgt die Frage, ob nicht eine andere Zuordnung besser wäre. Wie kam also das Dekanatsprojektteam zu dem Vorschlag?

Folgende Kriterien für die Pfarreien-Zuordnung sind ausschlaggebend für den Vorschlag:

  1. Räumliche Orientierung der Bevölkerung

Zunächst hat das Dekanatsprojektteam betrachtet, wohin Menschen lokal orientiert sind, also z.B. wo sie einkaufen oder wohin die Kinder zur Schule fahren. Hier geht es somit um Einzugsgebiete von Schulen, Verbandgemeindegrenzen, öffentlicher Nahverkehr und Verkehrswege.

  1. Pfarrgruppen nicht trennen

Die bisherigen Pfarrgruppen haben in den letzten Jahren eine gute Zusammenarbeit und Zusammengehörigkeit entwickelt. Es ist sinnvoll daran anzuschließen und die Verbindungen in den Pfarrgruppen weiterzuführen.

  1. Wunsch der Christen vor Ort ernst nehmen

Das Dekanatsprojektteam hat vorgeschlagen Pfarrversammlungen durchzuführen, um in den bisherigen Pfarreien über den Pastoralen Weg zu informieren und die vorgeschlagene Pfarrei-Zuordnung zu beraten. Weil Pfarrversammlungen pandemiebedingt nicht möglich waren, wurde über Websites und Pfarrbriefe informiert. Von den Gesamt-Pfarrgemeinderäten der Pfarrgruppen Rheinhessische Schweiz und Petersberg wurde jeweils ein klares Votum für die Pfarrei-Zuordnung zur künftigen Pfarrei „Süd“ ausgesprochen.

Trendabstimmung

Bei der Dekanatsversammlung am 23. März 2021 gab es in einer Trendabstimmung eine deutliche Mehrheit für den Vorschlag des Dekanatsprojektteams:
Ich stimme zu.                  27/57    ( 47%)
Ich stimme nicht zu.        8/57      ( 14%)
Ich enthalte mich.            6/57      ( 11%)
Ich weiß noch nicht.        6/57      ( 11%)
Keine Antwort                  10/57    ( 18%)

Widerstände

Die Ablehnung des Vorschlags von 14 % der Anwesenden rührt hauptsächlich daher, dass die künftige Süd-Pfarrei größer ist als die Nord-Pfarrei.

  1. Ungleiche Katholikenzahl

Wenn man eine Gleichheit der Katholikenzahlen erreichen will, könnte das erreicht werden, wenn die Pfarrgruppe Petersberg zur Nord-Pfarrei gerechnet würde. Dies würde aber nicht dem Wunsch der Christen vor Ort entsprechen und die Verkehrswege, Verbandsgemeindegrenze und Orientierung der Bevölkerung unberücksichtigt lassen. Das Dekanatsprojektteam sieht keine andere Möglichkeit, die Katholikenzahl gleich aufzuteilen, wenn man die Verbindungen der bisherigen Pfarrgruppen belassen will. Der Vorteil der schon bestehenden Zusammenarbeit wird höher eingeschätzt als die Ungleichheit der Katholikenzahl.

  1. Viele Kirchen und Orte

Das Gegenargument, dass in der vorgeschlagenen Südpfarrei deutlich mehr Orte und mehr Kirchen sind, hat seine Berechtigung. Allerdings kann das Dekanatsprojektteam auch hier keine bessere Lösung vorschlagen, wenn die oben bezeichneten Kriterien ausschlaggebend sein sollen.

Kirche der Zukunft

Hier wird deutlich, dass es für den Pastoralen Weg eine Veränderung unserer Vorstellung von Kirche braucht. Künftig werden die Menschen in ihren Orten (Gemeinden) mehr selbstständig tun können. Die Zukunft der Kirche vor Ort wird geprägt sein von Menschen, die sich für etwas engagieren wollen. Aufgrund der Größe der künftigen Pfarrei werden vielfältige Angebote, Veranstaltungen, Gottesdienste, Gruppen und Kreise möglich sein. Die Pfarrei der Zukunft wird aus lebendigen Gemeinde bestehen, in den Christen ihren Glauben bewusst leben, teilen und weitergeben. Das christliche Glaubensleben findet mitten in der Stadt oder mitten im Dorf statt mit allen und für alle Menschen.