Schmuckband Kreuzgang

Interreligiöser Dialog

  1. Motivation

Die katholische Kirche im Dekanat Darmstadt will zum gesamtgesellschaftlichen Dialog und zur Integration von MitbürgerInnen aller Kulturen und Religionen beitragen. Wir erkennen das als unsere Berufung aus der hl. Schrift und dem Lehramt der Kirche.

  1. Die Situation in Darmstadt

Als Wissenschaftsstadt ist Darmstadt schon allein durch seine verschiedenen Hochschulen mit Studierenden und Lehrenden vieler Nationen sowie durch international operierende Konzerne mit MitarbeiterInnen unterschiedlichster Herkunft international geprägt. Der verstärkte Zustrom von flüchtenden und Asyl suchenden Menschen hat der hohen Internationalität eine weitere Facette hinzugefügt.

Die vielfältigen christlichen Konfessionen und Religionen leben bisher in einem weitgehend friedlichen Neben- und Miteinander.

III. Grundlagen der katholischen Kirche zum Interreligiösen Dialog

Bereits in den Evangelien gibt es Spuren der Wertschätzung von Angehörigen anderer Religionen. Jesus wertschätzt den Glauben der syrophönizischen Frau (Mt 15,21-28) und stellt das Beispiel des barmherzigen Samariters (Lk 10,25-37) als vorbildlich heraus.

Das II. Vatikanische Konzil greift 1965 mit seiner Erklärung Nostra Aetate über das Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen die Tradition Jesu wieder auf. Die Kirche bekennt sich darin zu ihrer Aufgabe, „Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern“ und „faßt … vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt“(NA1).    (...)

Bei seiner Afrika-Reise bezeichnet Papst Franziskus am 30. November 2015 in seiner Ansprache bei der Begegnung mit der muslimischen Gemeinde in der Moschee von Koudoukou in Bangui / Zentralafrikanische Republik Christen und Muslime als Geschwister: „Wir müssen uns als solche betrachten und uns als solche verhalten. … Sagen wir gemeinsam 'Nein' zum Hass, zur Rache, zur Gewalt, besonders zu jener, die im Namen der Religion oder im Namen Gottes verübt wird! Gott ist Friede, salam.“

Unsere Position in Darmstadt

Das Zeugnis aus Schrift und Lehramt ruft uns als katholische Kirche im Dekanat Darmstadt zu christlichen Zielen und Haltungen im interreligiösen Dialog auf:

  • Wir begegnen einander in der Haltung von Respekt und Wertschätzung.
  • Wir anerkennen unsere Verschiedenheit ohne einander zu bewerten.
  • Wir tun dies im klaren Bewusstsein und Bekenntnis unserer eigenen katholischen Identität.
  • Wir setzen uns ein für ein friedvolles Miteinander der Religionen in Darmstadt.
  • Wir streben danach, einzeln und miteinander Zeugnis zu geben vom Geist des Friedens in unseren Religionen.
  • Wir arbeiten daran, den interreligiösen Dialog nicht nur auf der Ebene der Repräsentanten zu führen, sondern ihn in unseren Gemeinden zu verankern und dort ein nachbarschaftliches Miteinander zu pflegen.

Wir erachten als wertvolle Maßnahmen zur Umsetzung dieser Haltungen und Ziele:

  • Die Fortsetzung des Engagements in der Arbeitsgruppe „Religionen für den Frieden“.
  • Die weitere Pflege der zahlreichen Kontakte mit Repräsentanten der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften.
  • Die Verankerung des interreligiösen Dialogs im Dekanatsrat durch die Schaffung eines eigenen Ressorts, in dem die einzelnen Delegationen zusammenlaufen.