Schmuckband Kreuzgang

Der Blog zum Pastoralen Weg

In diesem Blog soll der Pastorale Weg im Katholischen Dekanat chronologisch aufgezeichnet werden. In jeder Woche werden die Gespräche und Sitzungen und die wichtigsten Inhalte kurz wiedergegeben. Gegebenenfalls gibt es auch einen Verweis auf die nebenstehenden Dokumente, die Hintergrundinformationen oder aber auch Protokolle sind. Hier kann man also jederzeit nachlesen, auf welchem Stand sich der Pastorale Weg in Darmstadt befindet.

Der Blog ist also eine Art digitales Vademecum.

28. November bis 5. Dezember 2019

ich finde es wird Zeit, die Spannung im Pastoralen Weg ein wenig entweichen zu lassen, um Platz für etwas anderes zu schaffen und "um wieder staunen zu lernen".

In der vergangenen Woche gab es allerdings noch unterschiedliche und wichtige Schritte, die wir gemeinsam gegangen sind. Vor allem der Dienstag hat mich dann ganztägig beschäftigt. Von Morgends bis Abends kamen in Mainz die Dekanatsreferenten der 20 Dekanate zusammen, um sich über den jeweiligen Stand der Dekanate auf dem Pastoralen Weg auszutauschen. Vieles von dem war sehr anregend. Vor allem die Frage, wie Jugendliche und Junge Erwachsene - also die Zukunft - in die Beratung über die Gestalt der Kirche einbezogen werden können. Auch für unser Dekanat ist das eine drängende Frage, der wir uns stellen müssen.

Am Dienstagabend nun kam das Dekanatsprojektteam zusammen, um über den Stand des Pastoralen Weges und die nächsten Schritte zu beraten. Mir wird sehr deutlich, wie umfangreich und komplex das Projekt ist. Es ist eine Herausforderung alle Stimmen gleichermaßen zu hören, die ganz lauten aber auch die ganz leisen. Eine Freude allerdings ist es, dass es die verschiedenen Stimmen überhaupt noch gibt.

Letzter Akt des Pastoralen Weges in der vergangenen Woche ist die letzte der Lebenswelterkundungen in diesem Jahr. Wir waren zu Gast in Heilig Kreuz in der Heimstättensiedlung. Zwei Eindrück beschäftigen mich aus diesen Begegnungen: das Bekenntnis "Zusammen sind wir Heimat" und die Frage danach, wie wir als christliche Gemeinde erkennbar sind. Das erste zielt ab auf die integrierende Kraft des Glaubens, das zweite findet sich auch schon im Evangelium, da in dem Bildwort: an den Früchten werdet ihr sie erkennen.

22. bis 27. November 2019

gestern hat mich jemand auf diesen Blog angesprochen. Ich war zunächst ein wenig verblüfft, dann aber hat es mich sehr froh gemacht. Herzlichen Dank für das schöne und unerwartete Feedback.

Es gibt Wochen da ist jeder Tag ein Endspiel. Eine solche Woche haben wir auf dem Pastoralen Weg jetzt hinter uns. Um es vorweg zu nehmen: wir haben diese Tage nicht nur überstanden, sondern viel gewonnen.

Am Dienstagabend hatten wir unter dem Titel "Mit Wandlung leben - die Zukunft gestalten. Kirche im UmAufbruch" siebzig Menschen zusammengebracht. Jeweils die Hälfte kam aus der katholischen Kirche im Dekanat Darmstadt und aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft, die uns umgibt: Politik, Kunst, Forschung, Medien, Soziale Einrichtungen, Gesellschaft, andere Konfessionen und andere Religionen. Ein wichtiges Ergebnis war: wenn Katholische Kirche wirklich wissen will, was die Menschen brauchen, dann muss sie vor allem eines tun: zuhören und reden. Beides haben wir an diesem Abend schon einmal geübt.

Mittwoch am späten Nachmittag saßen die Südhessischen Dekanate (Bensheim Mitte, -Ost und -West, Dieburg, Darmstadt, Dreieich und Erbach zusammen mit Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz, um sich gegenseitig von den ersten Schritten auf dem Pastoralen Weg zu erzählen. Es war sehr spannend von Gelingendem und von den Hindernissen zu hören und zu reden. Was ich verstanden habe: die Herausforderung auf dem Pastoralen Weg besteht darin aus den vielen exklusiven Wir's ein inklusives Wir zu schaffen und so eine Kirche, die teilt zu werden - eben keine geteilte Kirche.

Gestern Abend waren wir dann zur siebten Lebenswelterkundung in St. Marien Griesheim. Hier nehme ich mit: wir (Katholiken) sind nicht allein - uns mit allen Menschen guten Willens zu vernetzen ist eine herausragende Aufgabe.

Eine spannende Woche, aber jetzt tut es auch gut am Beginn des Advents auch mal wieder "runterzukommen"!

15. bis 21. November 2019

diese Woche auf dem Pastoralen Weg verging irgendwie wie im Fluge.

Nicht das wir in Darmstadt abgehoben wären. Viel zu sehr sind wir dazu mit gesunder Bodenhaftung ausgestattet. Aber manches Mal wünschte ich mir schon eine ruhige Ecke, um alles noch einmal zu bedenken und zu prüfen.

Eine solche Be-Denk-Ecke habe ich mir am Mittwochmorgen geleistet. Aus meiner Perspektive war das sehr fruchtbar!

8. bis 14. November 2019

wir sind froh über die Protokolle aus der ersten Runde der Lebenswelten.

Es wird mehr und mehr deutlich, wie viele Engagierte sich für die Gestaltung der Neuorientierung in unserem Dekanat einsetzen. Auch wenn wir noch erst am Anfang der Gespräche stehen, sind wir uns sicher, dass wir die zukünftige Gestalt der Pastoral in unserem Dekanat von vielen Seiten betrachten, bevor wir dazu Entscheidungen bzw. Konzepte verabschieden.

Ein wirklich guter Ort dazu sind die Lebenswelterkundungen "Mensch, wo lebst Du?". Dies hat unser gestriger Besuch in St. Jakobus im Ökumenischen Gemeindezentrum in Darmstadt Kranichstein auch wieder gezeigt. Etwas mehr als dreißig Personen haben die Chance genutzt, um Kranichstein und die Bewohnenden dieses Stadtteils kennen zu lernen. Wieder ein Mosaikstein mehr für eine gute Entscheidung.

1. bis 7. November 2019

auch diese Woche gab es einige Schritte pastoralen Weges unter die Füße. Insbesondere stand der Donnerstag ganz im Zeichen dieses Erneuerungsprozesses.

Am Nachmittag waren wir im Rahmen der Lebenswelterkundungen zu Gast in der Pfarrei St. Georg. Vom Gemeindezentrum aus ging eine Gruppe nach Süden und begegnete dort Menschen, die sich im Werkhof, im Zirkus Waldoni und in der mobilen Praxis insbesondere für Kinder und Jugendliche einsetzen. Eine zweite Gruppe ging über die Heidelberger Landstraße in den Osten um dort die Stadtteilwerkstatt und ihr Engagement für die Menschen in der Stadt wahrzunehmen.

Ein erstes Fazit: es spricht vom Evangelium, wenn sich Menschen so für andere Menschen einsetzen. Als Kirche sind wir hier durchaus auch Lernende.

25. bis 31. Oktober 2019

diese Woche haben Sie also zum ersten Mal getagt, die vier Themengruppen Glaube leben, Lebenswelten, Lebensphasen und Sozialpastoral.

Die ersten mündlichen Berichte sind sehr vielversprechend. Vor allem beeindruckt mich, dass sich fast sechzig Menschen an den Beratungen beteiligen. Auch die fast mühelose und sehr unaufgeregte paritätische Besetzung der Gruppen ist sehr vielversprechend: Ehren- und Hauptamtliche, Frauen und Männern, Katholiken aus der Stadt und aus dem alten Landkreis halten sich zahlenmäßig die Wage.

Ich glaube, dass ist eine gute Voraussetzung für eine ausgewogene und richtungsweisende Beratung. Ich freue mich auf die ersten Ergebnisse.

18. bis 24. Oktober 2019

manchmal ist der Pastorale Weg schon anstrengend. Vor allem dann, wenn ohne Nachfragen und manchmal sogar ohne intensiveres Nachdenken nicht gerade konstruktive Kritik geäußert wird.

Ich wünschte mir sehr, dass die hier enthaltene Energie dazu genutzt wird, sich aktiv in das Prozessgeschehen einzubringen. Dafür stehen ab der kommenden Woche die Scheunentore geradezu offen: die Themengruppen Glaube leben, Lebenswelten, Lebensphasen und Sozialpastoral laden dazu ein sich zu engagieren. Konstruktiv und inhaltlich.

Die Zahl der Engagierten ist hoch. Dennoch ist hier noch viel Luft nach oben. Aber vielleicht kommt der große Run und wir beginnen uns miteinander in Bewegung zu setzen.

11. bis 17. Oktober 2019

Der Pastorale Weg dreht voll auf im Dekanat. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man sich den Terminkalender des Dekanatsreferenten anschaut. Montag: Forum mit Jutta Allmendinger. Dienstag: Dekanatsrat operativ und Klausur der Dekanatsleitung. Mittwoch: Vorbereitung der Lebenswelterkundung von Donnerstag, Vorbereitung einer Gemeindeversammlung. Donnerstag: Steuerungsgruppe und Lebenswelterkundung. Und alles immer mit Hauptaugenmerk auf den oder unter Berücksichtigung von dem Pastoralen Weg.

Und dann, in der Steuerungsgruppe, das Aufploppen eines Themas, das nicht weichen will, auch wenn wir eigentlich soviel anderes besprechen wollten: Wie erreichen wir die Menschen, möglichst viele Menschen, um sie mit auf den Weg zu nehmen? Wer weiß eigentlich von all dem, was schon läuft?  Wie müssen wir (besser) kommunizieren, um nicht nur in unserem eigenen Saft hängen zu bleiben? Wie erreichen wir alle Katholiken im Dekanat, und: Wie erreichen wir die Menschen darüber hinaus, die nicht zu unserem Dunstkreis zählen?

Im Moment sind das noch ungelöste, nagende Fragen, die wir in der Steuerungsgruppe auch nicht alleine bewältigen können. Wir sind auf Hilfe angewiesen.

Benedikta Caspari

4. bis 10. Oktober 2019

Zurück aus dem Urlaub gilt es jetzt wieder zurückzukehren auf den Pastoralen Weg. Vielleicht kennen Sie das ja auch das Gefühl, wenn man sich auf einer mehrtägigen Wanderung oder Fahrradtour nach der Nachtruhe wieder in den Sattel schwingt oder auf den Weg zurückkehrt. Zunächst drückt und zieht es an allen möglichen Stellen, dann aber verschwinden die Morgenbeschwerden wieder und der Weg hat mich wieder.

Wo geht es mir in dieser Woche zurück im Büro. Dabei liegt mein Hauptaugenmerk dadrauf, wie Vermittlung von Pastoraler Weg denn gut möglich ist. Das wird uns in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten sicher sehr beschäftigen.

27. September bis 3. Oktober 2019

Alles hat seine Zeit! Auch Unterbrechungen muss es im Pastoralen Weg geben, denn Unterbrechung - so der heute 91 jährige Theologe Johann Baptist Metz - ist die kürzeste Definition von Religion.

20. bis 26. September 2019

Der Blog zum Pastoralen Weg ist heute ein Impuls von Außen mit einem Text von P. Franz Meures SJ zur Synode im Bistum Trier. Der Text ist vom 7. November 2013 und überschrieben mit: Damit die Synode Frucht bringen kann... Einige Leitsätze des respektvollen Umgangs miteinander.

Diese Leitsätze können uns auch auf unserem Pastoralen Weg gut begleiten.

  1. Öffne dich

- für den Segen und die Nöte unserer Zeit – unserer Kirche – für den Anruf Gottes, der darin liegt – für die anderen Synodalen – für unterschiedliche Meinungen – für neue Ideen – aber auch für unlösbare Fragen

  1. Bewege dich

- geh auf andere zu– geselle dich zu dir vertrauten Menschen – aber suche auch die anderen – wechsle gelegentlich den Sitzplatz – erlaube dir, auch deine Meinung zu ändern - vermeide Cliquen

  1. Höre zu

- höre aufmerksam zu, bevor du sprichst – versuche, den anderen zu verstehen, bevor du urteilst – setze alles daran, die Aussage des anderen zu retten, bevor du sie verwirfst – halte Widersprüche aus und gib ihnen Zeit

  1. Wenn du sprichst

- sage klar, was du denkst – urteile nicht über andere Personen, sondern vertritt deine Position – wenn du innerlich „kochst“, überlege gut, ob es dienlich ist, jetzt das Wort zu ergreifen – sprich zu anderen anstatt über andere

  1. Trau dich

- von dir selbst, von deinen Erfahrungen und Gefühlen zu sprechen – den anderen so zuzuhören, dass sie über sich selbst sprechen können – Vertrauliches vertraulich zu behandeln – über deinen Glauben zu sprechen – auch mal was Neues vorzuschlagen oder eine „Schnapsidee“ zu äußern

  1. Lass dir Zeit

- die Zeichen der Zeit im Lichte des Evangeliums zu verstehen - neue Erfahrungen und Anregungen reifen zu lassen - dir deine eigene Meinung zu bilden - mit der Frage, wie du abstimmen sollst - und lass den anderen die Zeit, die sie brauchen

  1. Unterscheide

- mit wem du über was sprechen kannst – was dein Amt/deine Rolle/deine Funktion von dir verlangen und was dir persönlich wichtig ist – woher die heftigen Gefühle kommen, die du gerade spürst – entwickle ein Gespür, welcher Vorschlag die Synode mehr auf der Spur Christi bringt

  1. Kämpfe

- für Positionen, die es wert sind - mit offenem Visier – mit fairen Mitteln –  mit Respekt vor dem Gegner – um klare Lösungen – aber auch für den Konsens und die Einheit in der Synode – sei ein guter Gewinner und ein guter Verlierer

  1. Sei großzügig und gelassen

- wenn nicht alles so läuft wie erhofft oder geplant – erlaube anderen und dir selbst, Fehler zu machen – trage so bei zum guten Klima eines gemeinsamen Lernprozesses – sei offen beim Klären von Zwischenfällen – weil Langmut und Nachsicht Eigenschaften Gottes sind

  1. Bleibe im Gebet

- um Gottes Stimme unter den vielen Stimmen auf der Synode zu  erkennen – um im festen Vertrauen zu bleiben, dass Gott selbst die Synode führt – um den anderen in Ehrfurcht zu begegnen, auch jenen, die dir widersprechen und dich kritisieren – damit Gott in allem verherrlicht werde

13. bis 19. September 2019

Am Dienstag dieser Woche erreichten wir einen großen Meilenstein des Pastoralen Weges in unserem Dekanat. Mit der Dekanatsversammlung am 17. September (das Protokoll finden Sie hier) konnten wir die bisherige Phase des Sichtens und Strukturierens abschließen und nun das Augenmerk darauf legen, dass so viele Menschen wie möglich an diesem Weg beteiligt werden.

Insbesondere die Gründung der Themengruppen bieten hier reichlich Gelegenheit sich einzubringen. Die vier Gruppen Glaube leben, Lebensphasen, Lebenswelten und Sozialpastoral sind mittlerweile ausgeschrieben und jede und jeder kann sich hier zur Mitarbeit eintragen.

Ein weiterer Beteiligungsschritt stellt die Auftaktveranstaltung der Lebenswelterkundung im Katholischen Dekanat Darmstadt dar. Gestern kamen 17 Personen zusammen um drei verschiedene Lebenswelten im Gebiet der Pfarrei St. Ludwig zu erkunden. Wir sind uns einig: der Anfang war gut. Bei zukünftigen Erkundungen werden wir den Ansprüchen dieses Formates noch gerechter. Wesentlich war, dass wir mit Menschen ins Gespräch gekommen sind.

6. bis 12. September 2019

Die ganze Woche war gefüllt mit Arbeiten zum Pastoralen Weg. Montag und Dienstag war ich deshalb in Mainz, um als Dekanatsreferent und als Prozessberater seitens der Bistumsleitung über den aktuellen Stand des Weges informiert zu werden und selber auch Rückmeldungen über das zu geben, was ich beobachte. Schließlich hatten wir gestern Abend ein Treffen der Steuerungsgruppe und gleich werde ich auch noch die Unterlagen zur Dekanatsversammlung am kommenden Dienstag verschicken. Diese Sitzung ist ein Meilenstein in unserem Dekanat (es wird berichtet werden), denn hier werden wir den Themengruppen im Dekanat einen Auftrag erteilen und den Startschuss zur inhaltlichen Arbeit auf dem Pastoralen Weg geben.

Zwei Dinge beschäftigen mich, die Steuerungsgruppe, das Dekanatsprojektteam und viele andere im Dekanat dabei ganz besonders: Beteiligung und Wertschätzung.

In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir die Struktur eines Beteiligungsprozesses erarbeitet, um damit so viele Menschen wie möglich im Dekanat zu erreichen: von September bis April werden wir mit der Lebenswelterkundung "Mensch, wo lebst Du?" durch die 18 Pfarreien des Dekanates reisen. Wir laden jeden und jede zum Gespräch, zur Begegnung und vor allem zum Mit-Gestalten des Pastoralen Weges ein; ab Ende Oktober starten die vier Themengruppen: Lebensphasen, Lebenswelten, Sinndeutung und Sozialpastoral; im November haben wir ein großes Event geplant, um mit Menschen aus Politik, Gesellschaft, Unternehmen, Kunst, Sozialen Einrichtung in einen lebendigen Austausch zu kommen; für August steht ein großer Dekanatstag in der Edith-Stein-Schule an. Eines wissen wir aber nicht: Werden sich die Menschen auf diese Form der Beteiligung einlassen? Werden wir hier miteinander einen Weg gehen können? Können wir uns wirklich aufeinander einlassen? Fragen, auf die nur die Zukunft eine Antwort geben kann.

Eng verknüpft damit ist der Punkt der Wertschätzung. Und ich glaube immer mehr, dass Wertschätzung immer ungeteilt und daher auch immer gegenseitig ist. Es hat viel mit Vertrauen zu tun, dass wir uns wirklich miteiander auf einen gemeinsamen Weg begeben und so zu einem "Wir" werden, dass in verschiedenen konzentrischen Kreisen immer inklusiv ist: Wir im Dekanat...Wir im Bistum...Wir in unserer pluralen Gesellschaft.

Bernd Lülsdorf, Dekanatsreferent

30. August bis 5. September 2019

Der Pastorale Weg ist ein geistlicher Prozess. Dies wird in unseren Beratungen immer wieder betont und so ist es auch der Handreichung „Eine Kirche, die teilt“ zu entnehmen (S. 7).

Diese geistliche Dimension ist so wichtig, dass wir uns im Dekanat dafür eigens die Rolle einer „Hüterin“ und eines „Hüters des Geistlichen Weges“ ausgedacht haben. Erika Ochs, Seelsorge 60+, und Johannes Löffler-Dau, Krankenhausseelsorger, übernehmen diese Aufgabe.

Ihr Dienst besteht darin, uns immer wieder zu unterbrechen, zu erinnern und einzuladen, das Geistliche in dem zu entdecken, was sich auf dem Pastoralen Weg zeigt. Dafür sind Hüterin und Hüter jedoch nicht allein verantwortlich. Diese Aufgabe kommt allen von uns auf diesem Weg zu. Jede*r ist wichtig, seine Erfahrungen und Perspektiven mit einzubringen.

Pastoralreferent Johannes Löffler-Dau, Krankenhausseelsorger

23. bis 29. August 2019

Ein Sommertag unter der Woche: ein älterer Herr sitzt allein in der Kirchenbank. Im Sonntagsgottesdienst war er mir noch nicht aufgefallen. 

Am Kirchenausgang kommen wir ins Gespräch: Schön, dass diese Kirche tagsüber geöffnet ist, sagt er. Das ist  nicht überall so. In manchen Bistümern werden Kirchen sogar aufgegeben. Ja, sage ich, auch wir werden uns im Bistum Mainz klar werden müssen, welche Gebäude wir weiter unterhalten können. Er legt die Stirn in Falten: weniger Kirchen, weniger Priester, das ist schlimm. So schafft sich die katholische Kirche ab.

Auf dem Heimweg frage ich mich: wer ist nun angesprochen? Wer ist die katholische Kirche?

Dr. Michael Augenstein, PGR St. Josef/St. Georg Darmstadt-Eberstadt

16. bis 22. August 2019

Die Woche war ziemlich geprägt von einer Fortbildung für die Prozessberatenden des Pastoralen Weges in Dialog. Man könnte meinen, dass es ein Einfaches wäre, etwas, was uns als Menschen im Umfeld der Kirche selbstverständlich auszeichnet...

Ich will es mal so sagen, Dialog verlangt und benötigt Zeit. Wolfgang Niedecken sagt das so: "verdamp lang her, dat wir jesprochen han un dat von enem och jet beim andre ankom".

Für den Pastoralen Weg lerne ich. Miteinander Reden braucht Zeit.

8. bis 15. August 2019

Es kündigen sich Veränderungen an auch im Pastoralen Weg. Der Zeitraum, der jeweils von diesem Blog bedacht wird war bis jetzt Montag bis Sonntag. Das ändert sich ab heute in Freitag bis Donnerstag, warum? Ich bekam die Idee zu hören, dass es zwar nett ist, von den Befindlichkeiten des Dekanatsreferenten zu lesen. Besser wäre es jedoch auch über die Autorenschaft des Blogs deutlich zu machen, dass der Pastorale Weg im Dekanat Darmstadt Sache aller ist. Deshalb lade ich ein, an diesem Blog mitzuschreiben. Beiträge, die veröffentlicht werden sollen, bitte ich bis Donnerstag, 12 Uhr per Email an dekanatsbuero@kath-dekanat-darmstadt.de zu schicken. Dann wird dies jeweils hier und im Newsletter vom Freitag veröffentlicht. Herzlichste Einladung!

Voller Freude sind wir darüber, dass wir vorgestern von Mainz die wohlwollende ideelle und auch finanzielle Unterstützung unserer geplanten Veranstaltungen zum Pastoralen Weg zugesagt bekommen haben. Damit können wir jetzt richtig durchstarten. Insbesondere mit der am 19. September beginnenden Lebenswelterkundungen "Mensch, wo lebst Du?". Auftakt macht die Pfarrei St. Ludwig. Näheres dazu gibt es in der nächsten Woche.

Heute haben wir uns zur Steuerungsgruppe zusammen gefunden und haben über den Stand des Prozesses und über die nächsten Schritte beraten. Unter anderem hatte die Steuerungsgruppe einen Brief erhalten, mit Fragen, die wir als sehr hilfreich empfunden haben, um in einer Klärungsschleife nochmals über unseren Weg nachzudenken. Ebenfalls waren einige Rückmeldungen aus den Arbeitsgruppen hilfreich, die derzeit die Aufgabenbeschreibung für die Themengruppen erstellen. Mir wird deutlich, dass sich der Weg erst im Gehen klärt und uns jede Frage dabei weiterbringt.

8. Juli bis 11. August 2019

Als letzte Tat vor der Sommerpause fand in dieser Woche die zweite Sitzung des Dekanatsprojektteams statt. Das Protokoll ist mittlerweile hier online. Ich stelle fest, es gibt so etwas wie einen Ruck durch das Dekanat. In zweieinhalb Stunden intensivster Sitzung diskutierten alle im Raum aktiv darüber mit, in welchen Feldern wir uns als Dekanat im Pastoralen Weg inhaltlich und thematisch aufstellen wollen. In unserem Prozess jedenfalls ist unglaublich viel positive Energie, verbunden mit hohen Erwartungen.

Jetzt arbeiten zunächst einmal kleine Arbeitsgruppen daran, die Auftragsbeschreibungen der Themengruppen zu erstellen, damit diese in der Dekanatsversammlung am 17. September 2019 verabschiedet werden können. Anschließend bilden wir die Themengruppen.

Weniger schön war dann, dass im Dekanat dann die Technik versagt hat und es eine ganze Weile (eigentlich bis Anfang August) nicht möglich war, E-Mails zu verschicken. Das hat Irritiationen ausgelöst. Ich frage mich, wie Paulus das gemacht hat.

Anschließend war für mich erst einmal Sommerpause. Und danach brauchte ich fast eine ganze Woche, um wieder in die Denke Pastoraler Weg zu kommen.

1. bis 7. Juli 2019

Die erste Juliwoche ist zugleich meine vorletzte Arbeitswoche. Dann geht es in die Ferien und darüber bin ich sehr froh.

Zugleich aber freue ich mich darüber, dass es uns in dieser Woche gelungen ist, das Konzept für die vom Bischof gewollte Erkundung des Sozialraumes zu erstellen. Lesen kann man das hier. Auch wenn die Veranstaltung sehr umfangreich werden wird, mit 18 Veranstaltungstagen und 54 Exkursionen in die Lebenswelten von Menschen in unserem Dekanat. Wir gehen davon aus, dass "Mensch, wo lebst Du?" ein guter Ansatz ist, um miteinander ins Gespräch zu kommen zu der dreifachen Frage: "Was brauchen die Menschen, bekommen Sie was sie brauchen, brauchen Sie was sie bekommen?".

24. bis 30. Juni 2019

Gleich am Montag hatte ich einen längeren Einsatz zum Pastoralen Weg in einem anderen Dekanat. Wieder einmal stelle ich fest, wie unterschiedlich unsere  Dekanate sind und wie verschieden die "Pastoralen Wege" gestalten. Ich bin dankbar dafür, dass ich so unterschiedliche Teile des Puzzles aus der Nähe anschauen kann und frage mich, wie es gelingen wird, daraus ein Großes und Ganzes zu gestalten.

Am Dienstag sind wir zusammengekommen, um an einem Konzept zu arbeiten, dass in der Fläche des Dekanates den Sozialraum in den Blick nimmt. Noch während der Sitzung habe ich bei den Beteiligten und auch bei mir einen Perspektivwechsel festgestellt: es geht uns nicht mehr um ein mehr oder minder unbeteiligtes analysieren sondern um Erkundungen der Lebensräume der Menschen. Der Titel des Konzeptes lautet daher jetzt: Mensch, wo lebst Du? Schon nächste Woche arbeiten wir daran weiter. Vielleicht kann ich dann schon mehr verraten.

Gestern Abend war ein wesentlicher Termin: die Konstituierung des Dekanatsprojektteams. Ich war sehr froh um die fast vollständige Runde von Männern und Frauen, Haupt- und Ehrenamtlichen, die aus allen Teilen des Dekanates kommen, um ihre je eigenen Charismen für die Gestaltung des gemeinsamen Weges einzubringen. Auch wenn es dabei manchmal hoch her ging, oder gerade deswegen, weiß ich, hier sind Menschen, die miteinander gestalten wollen.

Ein sehr berührender Moment in der Woche war der Gottesdienst mit anschließendem Empfang aus Anlass der Verabschiedung von Dekan Pfr. Winfried Klein. Es fühlt sich für mich und auch für viele andere, mit denen ich gesprochen habe noch sehr unwirklich an, dass er diesen Weg nicht mehr mitgehen wird.

17. bis 24. Juni 2019

Nach einigen Vorgesprächen findet heute das erste wirkliche Arbeitstreffen der Steuerungsgruppe statt. Wir tragen zunächst zusammen, was in der Zwischenzeit auf dem Pastoralen Weges geschehen ist. Vielfältige Eindrücke haben wir hier zusammen getragen. Uns wird durchaus bewußt, wie groß die Herausforderung ist, diesen Weg so miteinander zu gestalten, dass ihn alle mitgehen können. Wesentlich erscheint es uns, dass wir gut miteinander sprechen und z. B. über diesen Blog Menschen an unserer Kommunikation teilhaben zu lassen.

Spannend ist es auch, was wir mit all den Gefühlen machen, die im Pastoralen Weg entstehen. Wir entdecken für uns, dass auch unsere eigenen Gefühle gute Wegweiser sind, die uns in dem unbeschriebenen Gelände in der Zukunft orientieren.

10. bis 16. Juni 2019

Diese Woche hatte der Pastorale Weg in Darmstadt etwas Ruhe. Wir befinden uns mitten in den letzten Vorbereitungen zur Nacht der Kirchen und der Meile der Menschlichkeit, die am 14. Juni 2019 in Darmstadt stattfindet. Da bleibt scheinbar dann doch nicht so viel Raum, oder?

Falsch! Morgen um 14.30 Uhr werden Oberbürgemeister Jochen Partsch, Kirchenpräsident Dr. Volker Jung und unser Bischof Dr. Peter Kohlgraf gemeinsam die Meile der Menschlichkeit mit einer Talkrunde eröffnen. In etwas abgewandelter Form wird es dabei in zwei Talkrunden um die Frage gehen "Was brauchen die Menschen und bekommen sie was sie brauchen?".

2. bis 9. Juni 2019

Zugleich mit dem Pastoralen Weg beschäftigt mich zur Zeit intensiv die Vorbereitung der Nacht der Kirchen. Am Dienstag war das Gespräch mit der Presse. Spannend war für mich an dieser Stelle zu entdecken, dass eine Veranstaltung wie die "Nacht der Kirchen" durchaus eine Antwort auf die Frage des Bischofs auf dem Workshoptag sein kann: "Wie können wir als Christen in der Gesellschaft präsent sein". Die Meile der Menschlichkeit ist es allemal. Schön ist es, dass Bischof Dr. Peter Kohlgraf diese Verantstaltung am Freitag, 14. Juni 2019 um 14.30 Uhr auf dem Luisenplatz eröffnet.

Am Mittwoch war ich auf der Konferenz der Sekretariats- und Verwaltungskräfte. Dort habe ich den aktuellen Stand des Pastoralen Weges vorgetragen. Spannend fand ich die Atmosphäre der Gelassenheit, die ich dort vorfand. Vor allem habe ich den Wunsch wahrgenommen, das es seitens des Bischöflichen Ordinariates klarere Vorgaben und Strukturen für die Arbeit in den Sekretariaten gibt. "Da gibt es viele Synergiemöglichkeiten, wenn man die nutzen möchte!" Als Beispiel wurde genannt, dass es in einigen Diözesen zentrale Stellen gibt, die Änderungen in den gesetzlichen Grundlagen schnell und konsequent in alle Formulare umsetzen. Die Sekretariatskräfte möchten den Pastoralen Weg mitgestalten und das "Pfarrbüro der Zukunft" gerne entwickeln.

26. Mai bis 1. Juni 2019

In dieser Woche gab es gleich mehrere Veranstaltungen im Rahmen des Pastoralen Weges. Am Montag war das Treffen mit der AG Organisationsberatung in Mainz und am Samstag fand der Workshoptag in der Wagenhalle statt.

Beide Veranstaltungen haben sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Pastoralen Weg beschäftigt. Hier war die Frage, wie können wir uns als Berater gut einbringen. Dort war die Frage: "Wie können wir als Christen in der Gesellschaft präsent sein".

19. bis 25. Mai 2019

Im Dekanatsrat Operativ haben wir am 21. Mai darüber gesprochen, wie wichtig eine gelungene Kommunikation ist, damit der Pastorale Weg zu einem guten Ergebnis führt. Sicher ist, dass wir diese Form der Kommunikation miteinander einüben können. Mich treibt dabei die Frage um, was braucht es, damit die Menschen im Dekanat wirklich den Eindruck haben, dass sie den Pastoralen Weg mitgestalten können.

Am gleichen Tag stand auch die Dekanatskonferenz (Dienstgespräch des Dekans mit den Hauptamtlichen im Dekanate) unter dem Thema. Hier wurde deutlich, dass wir immer wieder gut miteinander reden müssen und die Trauer und Ängste auch der Hauptamtlichen in den Prozess einbeziehen müssen.

Einladung der Diözesancaritasverbandes zum Thema "Mischt euch ein! den pastoralen Wandel sozialräumlich zu gestalten am 22. Mai 2019.

Am Donnerstag war ich in der Leitungskonferenz der Kindertagesstätten im Katholischen Dekanat Darmstadt am 23. Mai 2019. Die Leiterinnen berichteten von der Informationsveranstaltung am vergangenen Montag im Mainzer Dom, wo die möglichen zukünftigen Trägerstrukturen katholischer Kindertagesstätten im Bistum angesprochen wurden. Das Echo der Veranstaltung war unterschiedlich, es gab durchaus sehr verschiedene Wahrnehmungen vom Stand der Beratungen und im Blick auf die Konsequenzen. Manches macht die Leiterinnen ratlos. Es war gut, dass ich mir das Impulsreferat des Weihbischofs vorher durchgelesen hatte.

12. bis 18. Mai 2019

Drei Veranstaltungen haben mich in dieser Woche im Thema Pastoraler Weg angestoßen: zum einen war das Kontraktgespräch mit dem Dekanat Wetterau-Ost, auch hier begleitet von Frau Dr. Stroth. Dann hatte ich als Organisationsberater am Freitagmorgen eine Begegnung mit den Verantwortlichen von zwei Gemeinden im Dekanat Mainz-Süd, die sich im Pastoralen Weg orientieren. Und am Freitagnachmittag war dann die Schulung zum Kirchlichen Datenschutz in nr30, die zwar ein ganz anderes Thema zum Ziel hatte, wo sich aber alle Gespräche zwischendrin immer wieder um die bevorstehenden Veränderungen und den Prozess dahin drehten.

Manches Mal frage ich mich, wie es uns gelingt in den nächsten Jahren zugleich unserem Auftrag in gewohnter guter Weise gerecht zu werden und die Veränderungen, die anstehen ebenfalls in guter Art und Weise miteinander zu beraten.

Wir sind einen Schritt weiter, was die Sozialraumanalyse angeht. Mittlerweile gibt es eine Gruppe, die im Juni sich Gedanken um ein Konzept dazu macht.

5. bis 11. Mai 2019

In der Vollversammlung der Pastoralreferenten war der Pastorale Weg einer der wichtigen Themen. Einer der Fragen, die mich am meisten bewegt ist, wie wir uns als Hauptamtliche Männer und Frauen mit unseren jeweiligen Lebensgeschichten am besten in diesen Prozess einbringen können.

Das Kontraktgespräch zwischen Steuerungsgruppe, den Prozessberatern und Frau Dr. Stroth seitens der Bistumsleitung fand am Mittwoch, den 8. Mai statt. Den Kontrakt ist hier abrufbar: Kontrakt zum Pastoralen Weg. Zusätzlich zum Kontrakt können Sie sich auch über diese erste Sitzung der Steuerungsgruppe über das Protokoll der Sitzung informieren. Im Blick auf die Steuerungsgruppe bin ich zuversichtlich. Es ist uns gelungen eine ausgewogene Zusammensetzung der Gruppe von Männern und Frauen, Haupt- und Ehrenamtlichen, Land und Stadt zu erreichen.

Spannend für mich war es, als einer der beiden Beratenden für das Dekanat Wetterau-Ost unsere dortigen Ansprechpartner kennenzulernen.

Ein Gedanke zur sozialräumlichen Erkundung des gesamten Dekanates nimmt immer klarere Formen an. Der Auftrag dazu ist klar, die Aufgabenstellung aber ist komplex. Wie gelingt es uns ein Format zu entwickeln, dass Lust darauf macht den eigenen Sozialraum einer Pfarrei zu erkunden und zugleich einlädt, die anderen 17 Pfarreien zu beteiligen.

28. April bis 4. Mai 2019

Am Dienstag haben wir uns im Sachausschuss Sozialpastoral Gedanken über den Pastoralen Weg und die Empfehlung des Bischofs, diesem Weg eine sozialräumliche Erkundung voranzustellen, gemacht.

Es erscheint uns sinnvoll die jetztige Form des Sachausschusses als kollegiale Fachberatung fortzuführen. Wir müssen uns aber Gedanken darum machen, wie sozialräumliche Erkundung geht, vor allem auf dem Hintergrund der zusammenwachsenden Strukturen.

April 2019

März 2019

PGR-Klausurtagung in Eberstadt

Auftaktveranstaltung am 12. März 2019

PGR-Klausurtagung in Griesheim

Februar 2019

Information im Ökumenischen Dienstgespräch

Sekretariatskonferenz

Wort-Gottes-Feier-Leiter

Vorbereitungen der PGR-Klausurtagungen in Griesheim und Eberstadt

Auftaktveranstaltung mit den Prozessberatern am 22. Februar

Januar 2019

Dekanatsklausurtag

 

2018

Klausur der Dekanatreferenten

AG Organisationsberatung

Information durch den Bischof am 25. September 2018