Schmuckband Kreuzgang

Der Blog zum Pastoralen Weg III

Datum:
Do. 14. Jan. 2021
Von:
Bernd Lülsdorf

In diesem Blog soll der Pastorale Weg im Katholischen Dekanat chronologisch aufgezeichnet werden. In jeder Woche werden die Gespräche und Sitzungen und die wichtigsten Inhalte kurz wiedergegeben. Gegebenenfalls gibt es auch einen Verweis auf die nebenstehenden Dokumente, die Hintergrundinformationen oder aber auch Protokolle sind. Hier kann man also jederzeit nachlesen, auf welchem Stand sich der Pastorale Weg in Darmstadt befindet.

Der Blog ist also eine Art digitales Vademecum.

7. bis 13. Mai 2021

Die Überraschung der vergangenen Woche hält an. Eine Nachhaltigkeit der ganz besonderen Art.

Möglicherweise gelingt es uns wesentlich besser als noch zuvor uns aufeinander einzulassen. Das wird Bewegung mit sich bringen, da bin ich mir ganz sicher.

30. April bis 6. Mai 2021

Viele waren überrascht, aber es war damit zu rechnen: die Leitung des Bistums hat natürlich auch eigene Ideen und Vorstellungen, wie die Pfarrei(en) im Dekanat Darmstadt aussehen sollen. Am Dienstag wurden diese Ideen als Diskussionsbeitrag von Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt in unseren Prozess eingespeist.

Sehr verkürzt lässt sich dieser Beitrag so zusammenfassen:

  • Das Dekanat Darmstadt als eine einzige große Pfarrei wird aus verschiedenen Gründen als nicht umsetzbar angesehen. Trotzdem soll die bisherige gute Zusammenarbeit im Dekanat in eine pfarreiübergreifende Kooperation übergehen.
  • Es ist schwierig durch die Innenstadt eine Grenze zu ziehen.
  • Die Kommunalen (Stadt-)Grenzen sollten in der Beratung berücksichtigt werden.

Aufgrund dieses Beitrages haben wir uns am Mittwoch in der Steuerungsgruppe und am Donnerstag im Dekanatsprojektteam darauf verständigt, diesen in unsere weitere Beratung und Entscheidungsfindung miteinzubeziehen.

Spannend!

23. bis 29. April 2021

In dieser Woche sind wir mit einem neuen Veranstaltungsangebot gestartet: den Austauschrunden.

Alle Menschen aus den Pfarreien und Einrichtungen sind eingeladen zu vier Abenden, um voneinander zu hören, wie wir mit den anstehenden Veränderungen auf dem Pastoralen Weg umgehen.

Sicher ist, dass diese Veränderungen durchaus schmerzhaft sein werden. Kirche ist ein Ort der Heimat vermittelt. Zugleich ist aber Kirche kein Selbstzweck sondern steht immer ein für alle Menschen. Ein Teilnehmer formulierte es so: "Kirche ereignet sich dort, wo Menschen einander zu Menschen werden." Gerne ergänze ich dazu: so wie Gott es in Jesus Christus uns ebenfalls Mensch wurde.

16. bis 22. April 2021

Noch sieben Monate bis zur Abgabe unseres pastoralen Konzeptes. Bis dahin müssen wir die Inhalte und die Struktur zusammenbringen, wie und in welcher Form wir in Zukunft Kirche sein wollen.

Ich wünschte es würde uns gelingen in dieser Zeit mehr und besser aufeinander zu hören.

26. März bis 15. April 2021

Es war Karwoche und es ist Ostern. Eine gute Zeit für den Pastoralen Weg in unserem Dekanat auch einmal innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Aber schon in der vergangenen Woche ging es für uns weiter mit einer Reihe von Sitzungen. Insbesondere von einem Treffen, das mir sehr nahe gegangen ist, möchte ich berichten.

In TG5 "Neue Strukturen" haben wir uns in Untergruppen getroffen, um einen Raum zu schaffen, in dem wir über die Hypothesen sprechen, die uns dazu bringen das eine oder das andere Modell zu favorisieren. Es war für mich persönlich nahezu eine Erleuchtung zu hören, dass es in den Grundannahmen zur Zukunft der Katholischen Kirche eine sehr hohe Übereinstimmung gibt. Einzig in den Schlussfolgerungen und Details entstehen dann sehr schnell auch die Spannungen, die auf unserem gemeinsamen Weg immer wieder zu Diskussionen führen.

Wenn es uns gelingt, in den verbleibenden sechs Monaten diese Spannungen nutzbar zu machen, werden wir zur Besten aller Entscheidungen finden.

19. bis 25. März 2021

Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen? (Mk 4,35-41)

An diese Geschichte haben wir in den Sitzungen des Pastoralen Weges in dieser Woche erinnert. Manchmal hilft es vielleicht, wenn wir uns daran erinnern, wozu und in wessen Auftrag wir diese Kirche neu errichten wollen.

12. bis 18. März 2021

Letzten Freitag waren Dekan Klock und ich durch Bischof Kohlgraf eingeladen, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen über ein Stück Zukunft unseres Bistums nachzudenken: die Regionen.

Die Dekanate, die immer eine Mittlereebene zwischen Pfarrei und Bistum gewesen sind, werden im Laufe des nächsten Jahres oder zu Beginn 2023 aufgelöst. Dann wird es im Bistum noch bis zu 50 Pfarreien geben. Um die pastorale Arbeit dann in der Fläche zu koordinieren werden dann zukünftig Regionen eingesetzt.

Welche Aufgaben werden diese Regionen haben? Welche nicht? Wie werden sie besetzt sein? Wie können sie ihre Aufgabe der Koordination angehen und erfüllen? Diese Fragen galt es zu in dem Gespräch zu bedenken.

Eines wurde mir dabei klar: zur Zeit gibt es einen Überschuss an Fragen. Den gilt es in den nächsten Monaten abzubauen.

5. bis 11. März 2021

Ich habe schon Dekanatsversammlungen erlebt, die leichtfüßiger daherkamen wie die am letzten Dienstag, aber definitv noch keine, die so wesentliche und richtungsweisende Angelegenheiten besprochen und entschieden hat.

Wir waren mit einer Vielzahl von Möglichkeiten und Modellen gestartet, die wir bis dahin dezentral gesammelt hatten. Noch konnte jeder und jede sich einbringen in sein Modell, seine eigene Idee. Das war easy going! Insgesamt 20 Modelle waren so entstanden, 20 Ideen, wie wir zukünftig in der Region Katholische Kirche sein wollen.

Die Dekanatsversammlung am 9. März 2021 hatte sich zum Ziel gesetzt, diese Fülle auf ein überschaubareres Maß zu reduzieren. Und diese Reduktion ist uns gelungen. Es bleiben jetzt sieben Modelle im Rennen, die in den nächsten Monaten auf eine Entscheidung hin mitgenommen werden. So ist uns möglich, nun Struktur und Inhalte unserer Kirche gemeinsam in den Blick zu nehmen.

Dabei habe ich eines am letzten Dienstag wieder neu gelernt: In diesem Prozess ist kein Platz für ein Gegeneinander, denn es gilt den Boden für das Miteinander zu bereiten!

26. Februar bis 4. März 2021

Wichtige Termine bedürfen einer intensiven Vorbereitung. Dazu gehört auch die kommende Dekanatsversammlung am Dienstag nächster Woche.

Die wohl intensivste Vorbereitung der Dekanatsversammlung steckt in der inhaltlichen Arbeit der Themengruppen und der Auswertung der Lebenswelterkundungen, die mittlerweile in der Materialiensammlung veröffentlicht ist (s.u.).

An den hier vorliegenden Unterlagen haben ca. 250 Menschen aus unserem Dekanat über zwei Jahre gearbeitet. Dabei ist ein großer Wissensschatz über das, was die Menschen brauchen entstanden. Daran waren die 18 Pfarreien, die 3 Gemeinden anderer Muttersprachen, die KHG und die 18 Einrichtungen der kategorialen Dienste des Dekanates beteiligt. Diesen Wissensschatz gilt es nun zu heben, wenn wir nun bis zum November an unserem Pastoralen Konzept schreiben.

Link zur Materialiensammlung

19. bis 25. Februar 2021

Manchmal gibt es auf dem Pastoralen Weg Momente zum Schmunzeln und sogar Momente eines plötzlichen tiefen Verstehens.

In dieser Woche hatte ich gleich mehrere dieser Momente.

In einem Telefonat mit einem der PGR Vorsitzenden über die nächsten Schritte auf dem Pastoralen Weg sagte dieser plötzlich "Achso ist das zu verstehen!" Es wurde klar, dass es bis dahin ein Mißverständnis gab, dass sich beim näheren Hinsehen einfach in Luft auflöste. Er erzählte mir dann, dass ihm sein (und das seiner Räte) bisheriges Verständnis eifrig Sorge bereitet hatte, ob die Anliegen der Pfarrgemeinden auch gehört würden. Die Sorge konnte ich gut nachvollziehen. Am Ende des Telefonates hatte sich etwas gelöst, wir konnten miteinander lachen.

Am Dienstag war Domkapitular (und Personaldezernent) Hans-Jürgen Eberhardt bei unserer digitalen Dekanatskonferenz Gast und erläuterte die Papiere zu den künftigen Berufs- und Tätigkeitsprofilen der Hauptamtlichen. Auch hier - das ist mein Eindruck - hat es im Laufe des Gespräches zu Klärung und Verstehen geführt.

Ich lerne wieder: Voraussetzung für das Verstehen ist der Dialog.

12. bis 18. Februar 2021

Manches Mal bin ich auf dem Pastoralen Weg erstaunt darüber, wie die einzelnen Schritte auf dem Weg wahrgenommen und verarbeitet werden.

Ich spüre eine Verunsicherung, manchmal Sorge, manchmal sogar Angst, die sich über unseren Weg breitet. Einzelheiten bekommen dabei oft sehr viel Gewicht, das große Ganze ist dann nicht unbedingt im Blick.

Was ich vermisse ist dabei ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens: das wir geführt sind und begleitet. "We never walk alone". Mir gibt dieser Gedanke jedenfalls die notwendige Gelassenheit auch stürmische Zeiten zu durchstehen.

5. bis 11. Februar 2021

Der Pastorale Weg ist für mich in mancherlei Hinsicht auch ein geistlicher Weg oder auch eine geistliche Übung.

Immer wieder erlebe, lese oder höre ich von teilweise auch heftigen Reaktionen. Nicht immer verstehe ich diese auf Anhieb, eher selten. Zu hören, was der Gute Geist Gottes mir durch diese Äußerungen sagt, ist nicht immer einfach. Immer wieder stoße ich an meine eigenen Grenzen. Das ist wirkliche geistliche Übung: die eigenen Grenzen erkennen und annehmen.

22. Januar bis 4. Februar 2021

in den letzten beiden Wochen war die Schlagzahl des Pastoralen Weges so hoch, dass ich nach 10 Jahren Dienst als Dekanatsreferent zum ersten Mal sogar vergessen habe den Newsletter zu versenden.

Es ist auch enorm viel geschehen in dieser Zeit. Vor allem ist es uns gelungen zu Beginn dieses Jahres den Stand der Diskussion in einem Kompendium zusammenzustellen. Diese Materialsammlung wird es uns ermöglichen in den kommenden zehn Monaten eine fundierte Entscheidung zu treffen über die künftige Struktur unserer Kirche und die Ausrichtung der Pastoral in ihr. Dabei halte ich es für wesentlich, dass alle Beteiligten alle Seiten ausreichend betrachten und abwägen, bevor sie eine Entscheidung für und nicht gegen einen bestimmten Weg treffen. Ich erinnere an die letzte Bundestagswahl, die uns deutlich gezeigt hat, wohin es führt, wenn man sich zu früh gegen einen bestimmten Weg festlegt.

Was auch zu spüren ist: die Diskussion wird rauer, manch einer vergreift sich auch im Ton. Das zeigt mir, eine Entscheidung rückt in den Blick. Auch hier wünschte ich mir ein vorausschauendes und sachliches Handeln, denn auch nach der Entscheidung werden wir weiter miteinander leben, glauben und arbeiten. Daher gilt der weise Rat von Psalm 4 für mich und für alle: "Ereifert ihr euch, so sündigt nicht. Bedenkt es auf eurem Lager und werdet still"

Materialsammlung

15. bis 21. Januar 2021

ein ziemlicher Ruck geht durch den Pastoralen Weg im Dekanat.

Am letzten Dienstag hatten wir in der Steuerungsgruppe die Abläufe der kommenden Zeit nachjustiert. Dies wurde notwendig, um im Vorfeld der Dekanatsversammlung im März die entsprechenden Unterlagen im Dekanatsprojektteam zu sichten und dann freizugeben.

Auch aus vielen Gemeinden höre ich jetzt, dass es gut ist, wenn über den Stand der Diskussion auch in der Fläche diskutiert werden kann, damit man sich ein Bild macht über die jetzt anstehenden Entscheidungen und die jeweils eigenen Positionen gut und richtig mit nachvollziehbaren Argumenten bilden kann.

Natürlich ist es noch ein weiter Weg bis zu einer Entscheidung, aber wir werden dahin kommen, dass wir eine gute Entscheidung miteinander treffen.

18. Dezember 2020 bis 14. Januar 2021

Pause... Und jetzt geht es wieder los.

Schon in der zweiten Woche des Jahres ging es darum, den Faden wieder aufzunehmen. Bei meiner Rückkehr ins Büro habe ich zunächst einmal die verschiedenen Nachrichten aus dem alten Jahr wegsortiert und konnte dann beginnen, aktuelle Nachrichten und Aufgaben zu sortieren und zu bearbeiten.

Obenauf lagen dann drei Papiere der Koordinationsstelle Pastoraler Weg zur Phase 2 des Pastoralen Weges, zu den Gemeinden anderer Muttersprachen und zu den zukünftigen Regionen. Zusammen mit dem Dekan habe ich zu diesen drei Papieren eine Stellungnahme abgegeben.

Am Mittwoch und Donnerstag gab es dann zwei Sitzungen im Bistum Mainz zu den Themen Verwaltung und Personal. Zudem haben wir uns auch im Rahmen der Dekanatsrunde zusammengefunden.

Insgesamt ist mein Eindruck: trotz aller Beeinträchtigung - die Stimmung ist zuversichtlich!