Schmuckband Kreuzgang
Beratung der Schmerlenbacher Thesen 2019

Pastoraler Weg

Beratung der Schmerlenbacher Thesen 2019
Mo 13. Mai 2019
Bernd Lülsdorf

im Katholischen Dekanat Darmstadt

Den Pastoralen Weg im Katholischen Dekanat Darmstadt gestalten wir im Auftrag von Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf. Mit seinem Schreiben vom April 2019 beauftragt er uns dazu.

Schon mit den Schmerlenbacher Thesen des Katholischen Dekanates Darmstadt vom Januar 2019 haben Haupt- und Ehrenamtliche des Dekanates umrissen, wie dieser Auftrag in unserem Dekanat verstanden wirdt, welche Verpflichtungen wir füreinander eingehen und was wir von uns und von der Bistumsleitung erwarten:

Geistlicher Prozess

Wir verstehen darunter: Der geistliche Prozess ist ein gemeinsamer Weg, auf dem dem Heiligen Geist von allen Beteiligten Raum zum Wirken gegeben wird. Wir gehen ihn nicht in der Fixierung auf Defizite und die Verwaltung von Mängeln, sondern in der Freude über den uns geschenkten geistlichen Reichtum, den es neu zu entdecken und zu entfalten gilt.

Wir verpflichten uns: Möglichst viele in diesem Prozess mitzunehmen und Beteiligung zu schaffen.

Wir erwarten: Wertschätzung, Transparenz, Offenheit, Ehrlichkeit, Verbindlichkeit, Leitungvon uns selbst und von der Bistumsleitung.

Leben teilen

Wir verstehen darunter: Wir nehmen uns und Andere wahr und haben Zeit füreinander. Je mehr wir Leben teilen, desto mehr bestimmt das Leben die Inhalte unseres Handelns.

Wir verpflichten uns: Wir achten auf die eigenen und fremden Grenzen, begegnen einander auf Augenhöhe authentisch und lassen Entwicklungen zu.

Wir erwarten: Entlastungen in Verwaltungsaufgaben sowie zeitliche und räumliche Ressourcen, um so persönliche Begegnungen zu ermöglichen und Seelsorge auch in Zukunft zu gewährleisten.

Glauben teilen

Wir verstehen darunter: Dankbar und staunend die Vielfalt des Wirkens Gottes in jedem Menschen wahrzunehmen und miteinander auf den je eigenen Lebens- und Glaubenswegen unterwegs zu sein!

Wir verpflichten uns: Gut übereinander zu denken, übereinander und miteinander zu reden und füreinander zu beten (Segen sein!)

Wir erwarten: das auch vom Bistum!

Ressourcen teilen

Wir verstehen darunter: eine ehrliche Bestandsaufnahme aller Ressourcen (Personal, Kompetenzen, Räume, Gelder, Zeit, Material, Kategorien…)

Wir verpflichten uns: alle Ressourcen in die Mitte zu legen & zu einer offenen und transparenten Kommunikation auf allen Ebenen.

Wir erwarten: Transparente Kriterien nach denen die Ressourcen verteilt werden. Ressourcen erschließen durch Bürokratieabbau im Bistum, die vor Ort zur Verfügung gestellt werden.

Verantwortung teilen

Wir verstehen darunter: Wir denken Kirche zunächst vom Gemeinsamen Priestertum aller Getauften her, die einander in eigener Verantwortung zugeordnet sind.

Wir verpflichten uns: Wir sind bereits Verantwortung abzugeben und/oder neu zu übernehmen in klarer Kommunikation

Wir erwarten: einen Abbau von hierarchischen Strukturen von Kirchenleitung zugunsten synodaler Entscheidungsprozesse, in denen alle Beteiligten echte Entscheidungskompetenz haben. Dieser Prozess erfordert professionelle Begleitung.