Hilfeangebote, ...

wenn psychische Erkrankungen das Leben bestimmen

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Datum:
Do. 16. Sep. 2021
Von:
Claudia Betzholz

Seit April liegt die Leitung der Gemeindepsychiatrischen Zentren Dieburg und Reinheim in den Händen von Ruth Montag.

Zusammen mit ihren Stellvertreterinnen Andrea Kuschek (Caritaszentrum Reinheim) und Erika Pergold (Caritaszentrum Dieburg) berichtet sie über die Hilfeangebote und darüber, wie Corona die Arbeit in den Gemeindepsychiatrischen Zentren verändert hat. 

„Wenn Menschen oder ihre Angehörigen sich in einer seelischen Krise befinden, mit dem Stress in ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen, sich von Lebensumständen überfordert fühlen oder wenn sie eine Orientierungshilfe brauchen, dann bieten wir ihnen Hilfe an“, so bringt Ruth Montag auf den Punkt, was sie und ihre 25 Teamkolleg*innen in Dieburg und Reinheim Tag für Tag leisten. Es geht um eine wohnortnahe Unterstützung, Beratung, Betreuung und Begleitung von psychisch kranken Erwachsenen, die auf einem selbstbestimmten Lebensweg von den Mitarbeitenden der Gemeindepsychiatrischen Zentren begleitet werden können.

 

Beratung, Betreutes Wohnen und Tagestätte unter einem Dach

Die Hilfeangebote für die psychisch erkrankten Menschen sind in Dieburg und Reinheim unter einem Dach im Caritaszentrum gebündelt. Erste Anlaufstelle ist oftmals die Beratungsstelle, die nach einer kurzen Corona-Flaute seit Jahresbeginn sehr stark nachgefragt wird. Es ist der Wunsch, über Hilfsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten bei einer psychischen Erkrankung informiert und beraten zu werden.

 

Tagesstätten bieten Beschäftigung, Struktur, Austausch und Gemeinsamkeit

Die beiden Zentren bieten 40 psychisch erkrankten Menschen in den Tagesstätten die Möglichkeit eine Tagesstruktur aufzubauen, am sozialen Leben teilzuhaben und ihre Belastbarkeit zu erproben. In Reinheim gibt es zudem die einzige Gerontopsychiatrische Tagesstätte im Landkreis mit 12 Plätzen.

Die Menschen, die die Tagesstätten besuchen, werden professionell unterstützt und haben einen Ort, an dem sie sich mit anderen treffen und austauschen können. Es sind Orte mit offenen Türen für die Menschen. Als Corona kam und die offenen Türen der Gemeindepsychiatrischen Zentren zugehen mussten, sind die Mitarbeitenden neue ungewöhnliche Wege gegangen, um die Kontakte zu den Klient*innen kontinuierlich zu halten: „Wir haben mit vielen täglich telefoniert und haben durch Hausbesuche mit „Haustürgesprächen“ oder Spaziergänge den Kontakt gehalten“, berichtet Ruth Montag. Gefreut hätten sich die Klient*innen auch sehr über die „Zentrumszeitung“, die die Teamkolleg*innen der Tagesstätten ins Leben gerufen haben. Da gab es beispielsweise Infos zu Corona, Tipps für ein Bewegungsprogramm zu Hause, Witze, Rätsel und Quiz zum Zeitvertreib sowie Neues aus dem GPZ. Alle brachten viel Energie und Engagement ein, um in der schwierigen Zeit die psychisch kranken Menschen weiterhin in ihrem Sozialraum zu begleiten und Hilfen zur Verfügung zu stellen. „Hauptaufgabe war und ist, den Kontakt aufrecht zu erhalten und in Beziehung zu bleiben“, berichtet Ruth Montag. Seit 25 Jahren ist die Dipl. Sozialarbeiterin für Menschen mit psychischen Erkrankungen da. Die Einrichtungen in Dieburg und Reinheim hat sie als schon in ihrer Zeit als stellvertretende Leitung mitgeprägt. Nun verteilt sich die Stellvertretung auf die 36-jährige Sozialpädagogin Erika Pergold und die 44-jährige Sozialarbeiterin Andrea Kuschek.

Bestimmte Abläufe sind in den Tagesstätten noch eingeschränkt, aber vieles kann in angepasster Form wieder angeboten werden. „Durch Corona haben wir aber auch andere Modelle entwickelt, wie z. B. eine online Musikgruppe und eine Online Gruppe. Sie dient als Plattform, um sich auszutauschen und für manche ist sie eine Form des sozialen Kontakts, denn manche Klient*innen verlassen ihre Wohnung nicht“, so Ruth Montag. Die Leiterin hofft, dass bald auch die Caféangebote in Reinheim und in Groß-Umstadt wieder öffnen können, denn viele Klient*innen packen bei der Bewirtschaftung gerne mit an, was ihnen und ihrem Selbstbewusstsein sehr guttut.

 

Ambulant Betreutes Wohnen

Viele psychisch kranke Menschen haben das Bedürfnis, trotz psychischer Erkrankung in der eigenen Wohnung zu bleiben und somit eigenständig leben zu können. So nutzen 80 psychisch kranke Menschen die Unterstützung durch das ambulant Betreute Wohnen des Caritasverbandes im Landkreis Ost.

Unterstützung gibt es auch durch Gruppenangebote für Menschen mit Angst- und Panikstörungen sowie für Angehörigen, denn auch ihnen steht der Caritasverband Darmstadt durch Angebote zur Seite. Bei allen Fragen zu diesem Thema stehen Ihnen die Mitarbeitenden in kostenlosen Beratungsgesprächen gerne zur Verfügung. Wegen Corona wird um eine telefonische Kontaktaufnahme gebeten.

Kontakt: Caritaszentrum Dieburg, Telefon: 06071 618110 oder per E-Mail an gpz@caritas-dieburg.de und Caritaszentrum Reinheim, Telefon: 0 6162 809850 oder per Mail an gpz.reinheim@caritas-dieburg.de