Schmuckband Kreuzgang

Aus für Karstadt Mainz und Kaufhof Worms

Zukunft der bestehenden Häuser der Warenhauskette ungewiss 

KarstadtKaufhof (c) Ingrid Reidt
KarstadtKaufhof
Mo 29. Jun 2020
Betriebsseelsorge

Betriebsseelsorge im Bistum Mainz solidarisiert sich mit den Beschäftigten der angeschlagenen Warenhauskette nach Veröffentlichung der Schließungen

Es war eine hoch angespannte Zitterpartie für die Beschäftigten von Kaufhof und Karstadt, bis am frühen Freitagmittag (19.6.) in den Betriebsversammlungen und öffentlich bekannt gemacht wurde, wie und ob es an den einzelnen Standorten weitergehen wird.  

Klar war: 62 Häuser der angeschlagenen Warenhauskette werden schließen, die sich seit April im Schutzschirmverfahren befindet und harte Sanierungsmaßnahmen schon vor Wochen angekündigt hat. Seit Donnerstagabend waren die Zahlen bekannt gegeben worden. Die Ungewissheit war eine Tortur für die Beschäftigten,  insbesondere in Städten wie Mainz und Darmstadt, in denen beide, Kaufhof und Karstadt, einen Standort haben. 

Mainz und Worms hart getroffen 
Hart getroffen hat es die Standorte von Karstadt in Mainz und Kaufhof in Worms. 
Allen Beschäftigten, die akut vom Arbeitsplatzverlust betroffen sind, gilt unsere uneingeschränkte Solidarität. Denn: "Wir wissen um die hohe emotionale Belastung der letzten Wochen, und die Angst der Kolleginnen und Kollegen, die mit diesen Entscheidungen einhergeht."  sagt Ingrid Reidt, Betriebsseelsorgerin Südhessen, die schon mehrfach ähnliche Szenarien erlebt und Belegschaften in diesen Situationen begleitet hat. "Viele verlieren nach oft jahrzehntelanger Zugehörigkeit nicht nur ihre materielle Existenzgrundlage, sondern auch ihren kollegialen Zusammenhalt - im Raum steht die Frage: "Was war meine Arbeit eigentlich wert?" Nicht selten fließen Tränen: Nach so vielen Jahren guter Arbeit entlassen zu werden, das enttäuscht, tut richtig weh." 

Zusammenhalt in gemeinsamer Protestaktion in Darmstadt 
Ein starkes Zeichen der Solidarität setzte die Protestaktion in Darmstadt, bei der - wissend um die schwierige Konkurrenzsituation -  beide Belegschaften zusammenstanden und gemeinsam für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Sozialverträglichkeit demonstrierten. Oberbürgermeister Jochen Partsch war einer der insgesamt 5 Redner*innen, die ihre Solidarität und Sorge bekundeten. 
62 Kerzen vor dem Eingang von Karstadt symbolisierten die kollegiale Verbundenheit, wissend darum, es wird hier oder dort Belegschaften treffen. 

Nicht geschlossen - dennoch prekär 
Die Standorte in den Darmstadt, Gießen und Viernheim sind  von den akuten  Schließungen nicht betroffen. Trotzdem ist vielen klar: Die Zukunft der Belegschaften ist alles andere als abgesichert. "Die Sorge um die Zukunft um Arbeit am Standort bleibt" - sagt Ingrid Reidt. "Statt euphorische Jubelschreie über den Erhalt, begegnete mir eher ein verhaltenes Aufatmen". Die Situation bei Galeria Karstadt Kaufhof bleibt prekär, die Beschäftigten sind sehr strapaziert. 
Auch den Belegschaften der bestehenden Häuser werden wir daher unsere Aufmerksamkeit verstärkt widmen und sie in den nächsten Wochen und Monaten solidarisch begleiten.