Schmuckband Kreuzgang

Eine Pfarrei für den Odenwald

Mutige, zukunftsweisende und nachhaltige Entscheidung ist gefallen

Pastoraler Weg (c) Christiane Raabe
Pastoraler Weg
Datum:
Mi. 28. Apr. 2021
Von:
Dekanatsbüro

Seit genau zwei Jahren sind die katholischen Christen im Dekanat Erbach auf dem von Bischof Peter Kohlgraf initiierten Pastoralen Weg unterwegs. Am Wochenende fiel die Entscheidung: Rund 60% der Delegierten in der Dekanatsversammlung stimmten für eine Ein-Pfarreien-Lösung.

Der vom Mainzer Bischof Peter Kohlgraf 2020 angestoßene Prozess eines gemeinsamen Pastoralen Weges hin zu einer zukunftsfähigen Kirche fand mit der Dekanatsversammlung im katholischen Dekanat Erbach einen ersten zukunftsweisenden Zwischenschritt. Der Mainzer Bischof sieht als Zielperspektive: Die Pfarrei als Gemeinschaft von Gemeinden (heutige Pfarreien) und Kirchorten (z.B. Krankenhausseelsorge)! „Im größeren Raum können wir eine größere Gemeinschaft erleben, können wir mehr Vielfalt ermöglichen und effizientere und damit entlastende Strukturen bilden.“

Fakt ist, dass sich das Gesicht des Bistums Mainz verändern wird. Aus derzeit 303 Pfarreien sollen bis spätestens 2030 fünfzig Pfarreien werden. Auch die Zahl der Katholiken geht merklich zurück. Gleiches gilt für die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter – allein bei den Priestern von 198 im Jahr 2018 auf 104 im Jahr 2030. Konkret heißt das nach dem Beschluss der Dekanatsversammlung vom Wochenende, dass im katholischen Dekanat Erbach nur ein Pastoralraum geschaffen wird und durch Fusionen und Zusammenlegungen bis 2030 aus den bisher 12 Pfarreien eine neue Pfarrei entsteht.

Diesen Prozess haben sich die vielen an der Entscheidungsfindung Beteiligten nicht leichtgemacht. Nach einem umfangreichen Wahrnehmungsprozess – „Wo stehen wir?“ - haben die verschiedensten Gremien in vielen Sitzungen und in unterschiedlichster Zusammensetzung intensiv mit dem zukünftigen Pfarrei-Zuschnitt für das Odenwälder katholische Dekanat beschäftigt.

Aus den ursprünglich 8 Möglichkeiten, wie das Dekanat in neue Pfarreien aufgeteilt werden könnte, waren zuletzt noch 4 Varianten verblieben, die während der Dekanatsversammlung zur Abstimmung kamen. Aus diesen wählten die Delegierten in geheimer Wahl folgenden zwei Favoriten:

Ein-Pfarrei-Lösung: Ein Pastoralraum mit dem Ziel bis 2030 die 12 Odenwälder Pfarrei zu einer Pfarrei zu verschmelzen. Zwei-Pfarreien-Lösung: Zwei Pastoralräume mit dem Ziel bis 2030 die jetzigen Pfarreien Reichelsheim, Brensbach, Höchst, Neustadt, Lützelbach und Seckmauern zu einer Nord-Pfarrei und die jetzigen Pfarreien Hesselbach, Beerfelden, Erbach, Michelstadt, Bad König und Vielbrunn zu einer Süd-Pfarrei zusammenzuführen.

Nach intensiver Diskussion und Abwägung vieler Für und Wider wurde schließlich mehrheitlich die Ein-Pfarreien-Lösung mit rund 60% für den Odenwaldkreis favorisiert. Die Zwei-Pfarreien-Lösung erhielt rund 40% der abgegebenen Stimmen. Dekanatsratsvorsitzende Angelika Arras zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Wahl. „„Ich bin sehr glücklich, dass wir zu einer Entscheidung gefunden haben und bedanke mich für die rege und intensive Beteiligung an der Online-Versammlung trotz des schönen Wetters!“, so Arras.

In der Ein-Pfarrei-Lösung wurden u.a. folgende Vorteile gesehen: Mehr Teamarbeit durch ein größeres Pastoralteam, welches sonst auf zwei Pfarreien aufgeteilt würde. Größeres Potential für Synergien in Seelsorge und Verwaltung und mehr Freiraum für die Seel[1]sorge und pastorale Unterstützung der Gemeinden vor Ort. Dekanatsreferent Cyriakus Schmidt wörtlich: „Ich bin sehr froh, dass wir uns so gut einigen konnten und finde die Entscheidung, das ganze Dekanat in ein paar Jahren zur Pfarrei zu machen als absolut mutig, zukunftsweisend und nachhaltig. So können wir die auf Dekanatsebene gewonnenen guten Erfahrungen der Zusammenarbeit nun weiter ausbauen und noch mehr zusammenwachsen.“ Die letzte Entscheidung hat nun Bischof Peter Kohlgraf, doch ist dies aus heutiger Sicht eher eine reine Formsache, denn es scheint für die nächsten Jahrzehnte die sinnvollste und nachhaltigste Lösung.

Um auch eine breite Basis auf diesem Weg mitzunehmen, ist nun geplant, eine Broschüre/Flyer in großer Stückzahl aufzulegen, um neben den Vermeldungen in den Gottesdiensten und Veröffentlichung in den Medien auch schriftliche Informationen über den Beschluss und die weiteren Schritte an eine breite Öffentlichkeit weitergeben zu können.

Info: Das katholische Dekanat Erbach besteht zurzeit aus 12 eigenständigen Pfarreien, die in 5 Pfarrgruppen zusammenarbeiten. In diesem Dekanat, was fast deckungsgleich mit dem Odenwaldkreis ist, leben derzeit 15472 Katholiken. Für 2030 geht man von einer Zahl von 12377 Katholiken aus. In den 12 Pfarreien gibt es derzeit 17 Kirchen, 14 Orte mit Gemeindesälen/-häusern und 7 Pfarrbüros.