Schmuckband Kreuzgang

Dekan Henning Priesel wird Mainzer Domdekan

Henning Priesel (c) Bistum Mainz
Henning Priesel
Datum:
Di. 25. Mai 2021
Von:
Pressestelle (hoff)

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat Dekan Henning Priesel nach Anhörung des Domkapitels zum neuen Mainzer Domdekan ernannt. Der Dekan des Dekanates Bingen und Pfarrer der Pfarrgruppe Gau-Algesheim mit den Pfarreien Gau-Algesheim, Ockenheim und Ober-Hilbersheim tritt damit die Nachfolge des bisherigen Domdekans, Prälat Heinz Heckwolf, an, der dieses Amt seit 2003 innehat und zum 31. Oktober emeritiert wird. Die Einführung von Priesel in sein neues Amt erfolgt zum Beginn des neuen Stiftsjahres am Montag, 1. November (Allerheiligen), im Mainzer Dom.

(Nachricht der Pressestelle des Bistums)

Henning Priesel wurde am 25. August 1963 in Bad Kreuznach geboren. Nach dem Theologiestudium wurde er am 10. Juli 1993 von Bischof Karl Lehmann im Mainzer Dom zum Priester geweiht. Als Kaplan war er nach seiner Weihe in Offenbach tätig. 1995 wurde er Geistlicher Leiter der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) und Referent im Referat Religiöse Bildung im Bischöflichen Jugendamt Mainz. Ab 1996 übernahm er außerdem die Leitung der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ und wurde Direktor des Päpstlichen Werkes für geistliche Berufe. Im Jahr 2000 wurde er Subregens am Bischöflichen Priesterseminar in Mainz. 2006 wechselte Priesel als Pfarrer nach Gau-Algesheim. Im Jahr 2009 wurde er zum Dekan des Dekanates Bingen sowie zum Geistlichen Rat ernannt. Seit 2007 ist er außerdem Präses des Diözesan-Cäcilienverbandes und Geistlicher Beirat des Instituts für Kirchenmusik des Bistums Mainz. Im Jahr 2014 wurde er Leiter der neu statuierten Pfarrgruppe Gau-Algesheim mit den Pfarreien Gau-Algesheim, Ober-Hilbersheim und Ockenheim. Diese Aufgaben nimmt er bis heute wahr.

Heinz Heckwolf wurde am 4. März 1942 in Darmstadt geboren und wuchs in Lindenfels im Odenwald auf. Nach dem Theologiestudium in Mainz wurde er am 30. Juli 1967 von Bischof Hermann Volk im Mainzer Dom zum Priester geweiht. Als Kaplan war er anschließend in Gau-Algesheim und Darmstadt-St. Fidelis tätig. Im Jahr 1973 wurde er Pfarrer in Gustavsburg, 1980 zusätzlich Beauftragter des Bistums Mainz beim Hessischen Rundfunk. Bischof Lehmann berief Heckwolf im März 1993 zum Leiter des Dezernates Seelsorge im Bischöflichen Ordinariat. Im gleichen Jahr wurde Heckwolf zum residierenden Domkapitular und Pfarrer der Mainzer Dompfarrei und von Mainz-St. Quintin ernannt. Von 1997 bis 2003 übernahm er zusätzlich die Leitung des Dezernates Jugendseelsorge im Bischöflichen Ordinariat. Seit dem 1. Oktober 1997 ist er Vorsitzender der Bischöflichen Dotation, die die Liegenschaften des Domes verwaltet und für den Haushalt von Domkapitel und Dom zuständig ist. Zum 1. Mai 2003 ernannte ihn Kardinal Lehmann nach Anhörung des Domkapitels zum Domdekan. 1986 wurde Heckwolf vom Mainzer Bischof zum Geistlichen Rat ernannt. Papst Johannes Paul II. würdigte ihn mit den Ehrentiteln „Kaplan seiner Heiligkeit“ (Monsignore) im Jahr 1994 und „Ehrenprälat Seiner Heiligkeit“ (Prälat) im Jahr 1998. Nach Eintritt der Sedisvakanz zum 80. Geburtstag des Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann, wurde Heckwolf am 17. Mai 2016 von Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann zu seinem Ständigen Vertreter ernannt. Heckwolf hatte zum 1. September 2018 die Leitung der Dezernate Seelsorge und Jugendseelsorge abgegeben.

Stichwort: Mainzer Domkapitel

Das Mainzer Domkapitel ist ein Klerikerkollegium zur Feier der Liturgie an der Bischofskirche und zu weiteren satzungsmäßigen Aufgaben im Bistum. Besondere Bedeutung hat das Domkapitel bei der Wahl eines neuen Bischofs. Daneben wirkt das Gremium beratend an der Leitung und Verwaltung des Bistums mit. Sie sind vor allem für die Pastoral des Kirchortes „Mainzer Dom“ sowie für Verwaltung, Erhalt und Unterhalt der Bischofskirche und der dazugehörenden Einrichtungen zuständig. Das Domkapitel ist eine selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Satzungsautonomie und eigenem Vermögenshaushalt.

Zu den Insignien, welche die Stellung der Domkapitulare sichtbar machen, gehört das Kapitelkreuz, das an einem rot-weißen Band um den Hals getragen wird. Die Farben Rot und Weiß sind die Farben des Domkapitels, des Bistums Mainz und Hessens. Das weiß emaillierte Kreuz zeigt auf der Vorderseite den Dom- und Bistumspatron St. Martin und auf der Rückseite ein goldenes „L“. Es erinnert an Großherzog Ludwig I. von Hessen, der das Kreuz 1829 gestiftet hat. Über dem Kreuz ist eine goldene hessische Krone angebracht. Die Chorkleidung der Domkapitulare besteht aus Talar, lang herunterhängendem Gürtelband (Zingulum), kurzem violetten Schulterumhang (Mozetta) mit Kapuze, weißem Chorrock und einer violetten Kopfbedeckung, dem Birett.

Das Mainzer Domkapitel hat traditionsgemäß sieben Mitglieder. Derzeit sind dies: Domdekan Prälat Heinz Heckwolf als Vorsitzender und sechs Domkapitulare. Dies sind: Offizial Prälat Dr. Peter Hilger, Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, Prälat Jürgen Nabbefeld, Geistlicher Rat Klaus Forster, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz und Professor Dr. Franz-Rudolf Weinert.

Daneben gibt es eine nicht festgelegte Anzahl von Ehrendomkapitularen: derzeit Monsignore Engelbert Prieß sowie Tobias Schäfer, Propst am Dom zu Worms, und Pfarrer Michael Ritzert. Das Domkapitel wird außerdem von Dompräbendaten bei der Feier der Liturgie unterstützt. Aktuell sind das Gerold Reinbott und Privatdozent Dr. habil. Alexander Nawar sowie Klaus-Leo Klein als emeritierter Dompräbendat. Emeritierte Domkapitulare sind: Prälat Günter Emig, Monsignore Horst Schneider und Prälat Dietmar Giebelmann. Gemeinsam bilden alle Domherren das so genannte Domstift.

Geschichtlich nachweisbar ist das Mainzer Domkapitel erstmals seit dem Jahr 970. Doch bereits seit den Anfängen des Bistums Mainz hat es einen Kreis von Geistlichen gegeben, der den Bischof unterstützte und ihn bei Abwesenheit vertrat. Das vierte Laterankonzil 1215 gewährt dem Mainzer Domkapitel das ausschließliche Recht zur Bischofswahl. 1252 erhält das Kapitel vom Papst das Recht zur Selbstergänzung. Im Jahr 1405 besteht das Mainzer Domkapitel aus 24 geistlichen Kapitularen. Nach der Übergabe der Stadt Mainz an die Franzosen im Jahr 1798 wird der Dom beschlagnahmt und das Erzbistum Mainz aufgelöst. Das Domkapitel folgt dem Erzbischof 1805 nach Regensburg. Im neuen Bistum Mainz umfasst das von Bischof Joseph Ludwig Colmar (1802-1818) errichtete Domkapitel zwei Generalvikare, acht Domkapitulare und zwei Ehrendomkapitulare. Die Zahl der Mitglieder ist bei der Neugründung 1821 durch Papst Pius VII. auf sieben festgelegt worden und seitdem unverändert geblieben. Im Jahr 2000 hat das Domkapitel seine Statuten erneuert - sie ersetzt die Satzung von 1924.