Schmuckband Kreuzgang

Weil JEDER wertvoll ist

Kohlgraf verabschiedete Monsignore Helmut Bellinger in den Ruhestand

(c) Bistum Mainz / Blum
Datum:
Di. 16. Nov. 2021
Von:
Bischöfliche Pressestelle Mainz / Tobias Blum

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat den langjährigen Seelsorger für Menschen mit Behinderung, Monsignore Helmut Bellinger, in den Ruhestand verabschiedet und ihm für sein großes Engagement gedankt: „Man spürt hier, dass Ihr Motto ‚Weil JEDER wertvoll ist‘ wirklich Ihr Leben ist und die Menschen aus der Gemeinde zu Ihrem Leben gehören“, sagte Kohlgraf.

(c) Bistum Mainz / Blum

Bei einem Festgottesdienst am Sonntagnachmittag, 14. November, in St. Petrus Canisius in Mainz-Gonsenheim würdigte der Bischof „die vielen Jahre des treuen Dienstes“ von Bellinger, der diese Aufgabe über 35 Jahre geleitet hatte. Als Leiter der Seelsorge für Menschen mit Behinderung geht Bellinger zum Jahresende in Ruhestand; im Sommer war er bereits als Pfarrer von St. Petrus Canisius in Mainz-Gonsenheim in Ruhestand getreten.

Bischof Kohlgraf machte deutlich, dass die Seelsorge für Menschen mit Behinderung auch künftig „ein wichtiges Anliegen im Bistum Mainz bleiben wird“. Dabei werde der Standort in St. Petrus Canisius das diözesane Zentrum der Seelsorge für Menschen mit Behinderung bleiben, „weil die Rahmenbedingungen hier dafür hervorragend sind“, sagte der Bischof. Er wies darauf hin, „dass die neue Leiterin oder der neue Leiter der Seelsorge für Menschen mit Behinderung kein Priester mehr sein wird“.

Die Nachfolge für die Leitung der Seelsorge für Menschen mit Behinderung ist zum 1. Februar 2022 ausgeschrieben. Ab Sommer des kommenden Jahres wird die Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Rahmen des Pastoralen Weges stärker in die dann neu gebildeten Regionen im Bistum (Oberhessen, Mainschiene, Südhessen, Rheinhessen) einbezogen. In jeder der Regionen ist eine halbe Stelle in der Pastoral für Menschen mit Behinderungen vorgesehen. Die Leiterin oder der Leiter der Seelsorge für Menschen mit Behinderungen mit Sitz in St. Petrus Canisius in Mainz-Gonsenheim wird zugleich für die Region Rheinhessen zuständig sein.

Bellinger predigte zur Geschichte des blinden Bartimäus, „die mich in all den Jahren schon fast verfolgt hat“. Die Geschichte mache deutlich, „dass es notwendig ist, zuzuhören und hinzuhören, was für den anderen wichtig ist“. Es sei die Grundlage seiner Arbeit gewesen, mit anderen stets „auf Augenhöhe umzugehen“, gemäß der Jesu Frage an Bartimäus „Was willst Du, dass ich Dir tue?“ Er sei dankbar dafür, dass die Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Mainz künftig sogar ausgeweitet werde. Er selbst habe zuletzt auch gemerkt, „dass es Zeit wird aufzuhören“.

Am Ende des Gottesdienstes würdigten einige Eltern stellvertretend das Engagement von Monsignore Bellinger und machten deutlich, dass er bei seiner Arbeit stets einen Rahmen geschaffen habe, in dem sich jeder so angenommen gefühlt habe, wie er sei. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Chor „ProCANtare“ und der Gebärdenschola der Gemeinde gestaltet. Der Gottesdienst mit rund 200 Teilnehmern wurde im Internet gestreamt, da bedingt durch Corona nicht alle Menschen, die an der Verabscheidung teilnehmen wollten, auch die Möglichkeit dazu hatten.

Helmut Bellinger wurde am 9. April 1945 in Wahlert geboren. Er lernte zunächst Schuster, den Beruf seines Vaters. Bellinger wurde am 13. Juni 1981 im Mainzer Dom von Kardinal Hermann Volk zum Priester geweiht und wirkte nach seiner Priesterweihe als Kaplan in Mainz-Mombach und Dietzenbach. Seit 1985 ist Bellinger Behindertenseelsorger im Bistum Mainz und seit 1989 außerdem mit halber Stelle Pfarrer in Mainz-Gonsenheim, St. Petrus Canisius. 1998 wurde Bellinger zum Geistlichen Rat ernannt. 2016 ernannte ihn Papst Franziskus zum Kaplan Seiner Heiligkeit (Monsignore). Helmut Bellinger war 2018 für seine besonderen Verdienste mit der Staatsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden.

Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Mainz

Die Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Mainz ist in der Pfarrei St. Petrus Canisius angesiedelt. Sie bietet Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörigen und Freunden das ganze Jahr über verschiedene Bildungs- und Begegnungsveranstaltungen an und lädt zu regelmäßigen Treffen, Freizeiten und gemeinsamen Wallfahrten ein. Das neue Begegnungszentrum, das barrierefrei an die Kirche St. Petrus Canisius angeschlossen ist, war 2015 eingeweiht worden. Die Angebote der Behindertenseelsorge, die durch zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt werden, werden auch durch den Förderverein der Behindertenseelsorge im Bistum Mainz gefördert.