Schmuckband Kreuzgang

"Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!"

Türöffner mit Text Jahreslosung 2022 (c) Bild: Ute Quaing/ pfarrbriefservice; Bearbeitung: Dekanat Mainz-Stadt
Türöffner mit Text Jahreslosung 2022
Datum:
Mo. 3. Jan. 2022
Von:
Eva Reuter

Als Jahreslosung wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) für jedes Jahr drei Jahre im Voraus ein Vers aus der Bibel ausgewählt. Sie gilt vielen Christen vor allem deutscher Sprache als Leitvers für das Jahr.

Die Jahreslosung für 2022 lautet: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen." (Joh 6,37)

Gedanken zur Jahreslosung

Es ist wahrlich nicht angenehm vor verschlossen Türen zu stehen. Noch schlimmer ist die Abweisung: Nein, Du kannst hier nicht rein! Hast du eine Eintrittskarte? Eine persönliche Einladung? Hier kommen nur Mitglieder rein! Oder Geimpfte. Gehörst du dazu? Sprichst du deutsch? Hast du einen Pass, ein Visum, eine Aufenthaltsberechtigung, einen genehmigten Asylantrag? Wegen Überfüllung geschlossen. Wegen Corona geschlossen.

Wir kennen alle Situationen, in denen wir vor verschlossenen Türen stehen. Der Moment der Zurückweisung, der Abweisung ist unangenehm. Da geht niemand leicht drüber hinweg. Ich gehöre dabei noch zu den Menschen, die Zurückweisung relativ selten erleben. Für andere sind es tägliche Erfahrungen.

Wie wohl tut das Gegenteil. Wie wohl tut es, wenn da Menschen sind, die die Tür öffnen, die die Hand entgegenstrecken, um willkommen zu heißen. Wenn da Menschen sind, die die Hand reichen, um Halt zu geben, zu trösten, zu ermutigen, zu stärken. Menschen, die die Hand hinhalten, damit andere sich festhalten können, um nicht zu ertrinken in den Herausforderungen des Lebens oder auf dem Fluchtweg im Mittelmeer.

Die diesjährige Jahreslosung ist eine Zusage Gottes an alle Menschen: Ich bin da für dich. Ich will akzeptieren, annehmen, aufnehmen, aufgreifen, entgegenkommen, entgegennehmen, empfangen, erhalten, übernehmen. Ich will dich retten. Ich will dir Hoffnung und Zukunft schenken.
Ein größeres Angebot in diesen Zeiten kann ich mir gar nicht vorstellen. Wir dürfen zu Gott kommen mit allem, was wir in uns und mit uns tragen. Gott öffnet uns die Tür zum Leben. Gott hält die Tür offen, wo andere sie verschließen wollen. In Jesus Christus kommen uns die offenen Arme Gottes entgegen.

Menschen, die den offenen Armen Christi vertrauen und solche, die guten Willens sind, setzen das Rettungsprogramm Gottes fort. Und derer gibt es Viele. Sie geben erfahrene Rettung weiter, helfen mit und retten durch kleine und große Gesten Menschen vor jeglichem Ertrinken. Das ist großer Trost und große Hoffnung für die Welt, gerade auch im bedürftigen Jahr 2022.
 

Impulse

  • Welche Rettungsgeschichten fallen Ihnen ein?
  • Durch welche Tür möchten Sie selbst gerne im kommenden Jahr gehen? Für wen möchten sie ihre Tür offen halten?

Gedanken von Pfarrerin Ulrike Hofmann, Darmstadt (veröffentlicht in "Spurensuche", dem Impuls-Newsletter des Ökumenischen Kirchenladens Kirche & Co.)

Eine passende Geschichte erzählt ein Werbespot: