Schmuckband Kreuzgang

Zwischenstand auf dem Pastoralen Weg

Statusgespräch mit Vertretern der Bistumsleitung

Gespräch zum Zwischenstand des Pastoralen Wegs (c) Dekanat Mainz-Stadt / ck
Gespräch zum Zwischenstand des Pastoralen Wegs
Mi 1. Jul 2020
Eva Reuter

Am 26. Juni hätte eine Dekanatsversammlung stattfinden sollen. Aufgrund der Pandemie traf sich lediglich das Dekanatsprojektteam mit Domkapitular Eberhardt als Vertreter der Bistumsleitung und Dr. Wolgang Fritzen als Vertreter der Koordinierungsstelle für den Pastoralen Weg.

Dekanatsprojektteam im Gespräch (c) Dekanat Mainz-Stadt / ck
Dekanatsprojektteam im Gespräch

Im Mittelpunkt des Abends stand die Vergewisserung über den Fortschritt auf dem Pastoralen Weg im Dekanat. Dabei wurde natürlich auch die besonder Situation der vergangenen Monate in den Blick genommen.

Allgemein wurde festgestellt, dass viele Menschen sich in den Nahbereich zurückgezogenhaben, Gemeinschaft und Begegnungen aber vermisst am meisten vermisst wurden. Mit kreativen Ansätzen wie Picknick- oder Videogottesdiensten konnten gute Erfahrungen gemacht werden. Zugleich stellt sich die Frage, ob mit solchen neuen Antworten auf die Frage, was die Menschen brauchen, andere Angebote eventuell an Bedeutung verlieren.

Das Dekanatsprojektteam (DPT) hat sich zwei Mal per Videokonferenz getroffen. Mit der recht großen Gruppe von etwa 15 Personen ist das schon schwierig, mit noch größeren Gruppen kann man es sich kaum als fruchtbar vorstellen. Nun sind auch wieder persönliche Treffen im DPT möglich, das sehr motiviert und gut zusammenarbeitet. Die Sorge, dass der Anschluss an die gemeinsame Arbeit nach der Unterbrechung durch die Coronakrise nicht gut gelingt, hat sich als unbegründet erwiesen.

Die aufkommende Frage, was aus dem Auftrag für Phase I des Pastoralen Weges nun geworden ist, kann dahingehend beantwortet werden, dass sich der grundsätzliche Auftrag nicht verändert hat. Aufgrund der zeitlichen Verschiebungen und der veränderten Rahmenbedingungen wird aber der Zeitplan angepasst werden müssen. Manche Themen, zu denen ursprünglich Ergebnisse schon in Phase I erhofft wurden, werden sich wohl in Phase II verschieben. Genauere Hinweise durch die Bistumsleitung wird es im September geben.

Zwischenstände der Teilprojektteams

Anhand einer Präsentation werden die verschiedenen Zwischenstände, aber vor allem auch die Fragen der Teilprojektteams (TPTs) besprochen. Das DPT stellt sich die Frage, wie relevant die Arbeitsergebnisse sind. Auch die Entscheidung aus Rom zur Reform in Trier wirft Fragen auf. 

Dr. Fritzen betont, dass die Ergebnisse der TPTs sind höchst relevant – ebenso wie die Ergebnisse der TPTs auf Bistumsebene. Es soll zu einem möglichst guten Austausch der Ideen und Überlegungen und entsprechenden Diskussionen kommen. Dem dienen die nun erscheinenden Arbeitspapiere der TPTs auf Bistumsebene. Auch die TPTs der Dekanate sind eingeladen, ihre Zwischenstände zur Verfügung zu stellen. Auf Grundlage der Diskussionen zwischen den DPTs, den TPTs und in den synodalen Gremien werden dann Entscheidungen in der Steuerungsgruppe vorbereitet und von der Bistumsleitung getroffen.

Die Erfahrungen aus dem Bistum Trier zeigen die kirchenrechtlichen Grenzen in der Diskussion um die Frage der Pfarreileitung. Unbeschadet der klar vorgegebenen Rolle des Pfarrers als Hirte seiner Pfarrei sind verschiedene Formen der Teilhabe an der Leitung von Pfarrei und Gemeinde aber zu bedenken und auszugestalten.

Gemeinden und Kirchorte

Durch eine Umfrage-Aktion und durch Termine in den PGRs und Gemeinden wurde der Kontakt zu den Gemeinden gesucht. Allerdings läuft dieser Kontakt nicht erst in Corona-Zeiten schleppend, da viele Gemeinden sich kaum als Teil des Dekanates verstehen.

Im Heiligkreuz-Viertel entsteht ein neuer Kirchort. Dies geschieht als Versuch (Mietvertrag für zehn Jahre) und unabhängig von den benachbarten Pfarreien Weisenau und Oberstadt. Das gibt dem neuen und innovativen Projekt den nötigen Freiraum; später ist aber auch wieder an die Einbindung in das Netzwerk der anderen Gemeinden zu denken.

In der Stadt gibt es ein reges Miteinander oder Nebeneinander: Menschen suchen sich in der Stadt das, was sie brauchen selbst und relativ unabhängig von ihrer Pfarreizuordnung. Solche Mündigkeit der Christ(inn)en ist ernst zu nehmen. Außerdem ist der Netzwerk-Gedanke zu stärken, damit statt Nebeneinander und Konkurrenzdenken das Aufeinander-Verweisen und das Zusammenwirken zunimmt. Einen Impuls will der dritte Infoflyer zum Pastoralen Weg im Herbst dazu geben: „Pfarrei neu denken. Vielfältige Orte der Kirche vernetzen sich“. Auch die starken Gemeinden anderer Muttersprache sollen stärker in dieses Netzwerk der Gemeinden eingebunden werden.

Das DPT weißt sehr deutlich daraufhin, dass es in Wahrnehmung und Diskussion keine Dominanz der Pfarreien geben darf. Die Kirchorte der Kategorialseelsorge erreichen mit ihrer ausgeprägten Geh-hin-Struktur Menschen, die von den Pfarreien nicht mehr erreicht werden, und leistet einen eigenen, unverzichtbaren Beitrag zur Erfüllung der Sendung der Kirche.

Ausblick

Die Frage der Pfarreigrenzen drängt mittlerweile. Die Frage, was die Menschen brauchen, und die spirituelle Dimension dürfen darüber aber nicht vergessen werden. Hier dürfen keine Gegensätze aufgebaut werden; vielmehr ist es wichtig, von zwei Seiten aufeinander zuzugehen. Ab dem Herbst sollen erste Berichte aus dem TPT Ressourcen für erste Beratungen genutzt werden

In der Kommunikation zwischen Bistum und Dekanat hat es schon Verbesserungen gegeben. Um die Vertrauensbasis auszubauen und zu erhalten, braucht es beständige, transparente Kommunikation.

Die möglichst breite Beteiligung war von Anfang ein erklärtes Ziel des Pastoralen Weges. Unter Corona-Bedingungen ist Annäherung an dieses Ziel erschwert. Schon die Einberufung der Dekanatsversammlung mit ihren etwa 200 Delegierten stellt vor erhebliche Herausforderungen. Sie muss unter den aktuellen Rahmenbedingungen entweder virtuell stattfinden oder in Untergruppen aufgeteilt werden.

Eine größere Beteiligung der Gemeinden bleibt wünschenswert, erscheint aber unter den derzeitigen Bedingungen erschwert.