Schmuckband Kreuzgang

Vision einer Kirche in Mainz:

„Suchet der Stadt Bestes ...“ (Jer 29,7)

Wir sehen eine Kirche in Mainz, die daraus lebt, dass Gott allen Menschen nahe kommt. Sie ist davon überzeugt, dass Gott seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ohne Grenzen anbietet. Die Kirche von Mainz verkündet diese Frohe Bot-schaft und steht dafür ein. So wird das Reich Gottes in unse-rer Zeit und unserer Stadt lebendig. Es ist mitten unter uns..

Wir sehen eine Kirche in Mainz, die mit den Menschen ihrer Stadt lebt und ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Angst teilt, besonders der Armen und Bedrängten (GS 1). Sie nimmt wahr und ernst, dass Menschen Gott auch als abwe-send erfahren und ist aufmerksam gerade für Vergessenes und Verdrängtes.

Wir sehen eine Kirche in Mainz, die die Gute Nachricht so viel-fältig und unterschiedlich ins Wort und ins Handeln bringt, wie die Menschen in Mainz unterschiedlich und vielfältig sind.
In der Begegnung mit den Menschen wird das Evangelium wirklich und konkret, die Kirche verwirklicht ihre Sendung und kommt zu sich selbst.

Wir sehen eine Kirche in Mainz, die weiß, dass Gott in allen Lebenssituationen mit den Menschen geht. Deshalb ist sie unterwegs zu den Menschen, nimmt ihre Erfahrungen in den Blick und achtet auf ihre unterschiedlichen Lebenssituationen.

Wir sehen eine Kirche in Mainz, die sich für das Wohl der Stadt und ihrer Menschen einsetzt und sich tragen lässt von der Verheißung, dass Gott sich allen Menschen zuwenden will; in diesem Vertrauen kann das Reich Gottes unter uns wirksam werden.

„Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.“ Bischof Klaus Hemmerle

Konkretionen der Vision

    • Diese Kirche lässt sich in ihrem Zugehen und ihren Angeboten von den Lebensereignissen leiten, die Menschen besonders prägen, herausfordern und betreffen.

 

  • Diese Kirche nimmt die Lebensstile und Erlebnisstile ihrer Adressaten ernst und gestaltet ihre Aktivitäten entsprechend.
  • Diese Kirche wird nicht allen Alles, sondern vielen Bestimmtes sein; sie schließt niemanden prinzipiell aus.
  • In dieser Kirche werden Pfarreien und Einrichtungen zu Knotenpunkten, an denen Gläubige, Suchende und Interessierte differenzierte Angebote für sich finden können.
  • Diese Kirche weist über sich hinaus und gegenseitig aufeinander hin. In dieser Kirche wird arbeitsteilig und im Verbund gearbeitet.
  • Diese Kirche gewinnt und motiviert Ehrenamtliche, die sich als Fachleute aller Art einbinden und mitgestalten.
  • Diese Kirche hat den Mut und die Kompetenz, Entscheidungen zu treffen. Sie setzt sich Ziele, bestimmt Prioritäten, klärt und schafft Ressourcen und benennt Kriterien ihres Erfolges.
     

 

 Selbstverpflichtung zur Umsetzung der Vision

  • Wir wollen unser Tun als Beitrag für den Übergang zu einer neuen, veränderten Gestalt der Volkskirche verstehen, diese Perspektive in das Dekanat hineintragen und strukturell wirksam werden lassen.
  • Wir wollen die vielfältig differenzierten Lebensräume von Menschen („Lebensrauminseln“) in Mainz genauer in den Blick nehmen.
  • Wir möchten zu Menschen unterschiedlichster Lebensstile und Kommunikationsgewohnheiten (Milieus) Zugänge finden, vor allem zu denen, zu denen der Kontakt abgebrochen scheint.
  • Wir sind bereit, Routinen in Frage zu stellen und wollen unser Handeln verstärkt durch klar formulierte Ziele steuern.
  • Wir wollen den Dialog mit den Gemeinden im Dekanat intensivieren, um gemeinsam - jeder mit seinen Stärken - das kirchliche Engagement für das Beste unserer Stadt arbeitsteilig zu profilieren.
  • Wir wollen Verbindung aufnehmen zu Initiativen und Gruppen, die auf ihre Weise Lebensraum orientiert arbeiten, und Möglichkeiten der Vernetzungen vereinbaren.
  • Wir wollen weiter und verstärkt dafür sorgen, die theoretischen Grundlagen und die Handlungsformen Lebensraum orientierter Seelsorge zu verdeutlichen und für Interessierte darzustellen. 

 aus der Schmerlenbacher Erklärung vom 04.06.2003