Zu tiefgreifenden Veränderungen herausgefordert

Außerordentliche Dekanatsversammlung zum Pastoralen Weg im Dekanat Rodgau

Dekanatsversammlung Dekanat Rodgau 26.03.2019 (c) Andrea Bach
Dekanatsversammlung Dekanat Rodgau 26.03.2019
Do 28. Mär 2019
Andrea Bach

Die erste Phase des Pastoralen Weges im Bistum Mainz hat im Dekanat Rodgau am Dienstag, 26. März 2019 mit einer außerordentlichen Dekanatsversammlung im Pfarreiheim von St. Lucia in Mühlheim-Lämmerspiel begonnen.

Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt
Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt

Personaldezernent Prälat Hans-Jürgen Eberhardt und Dr. Ursula Stroth, Referentin der Koordinierungsstelle für den Pastoralen Weg, haben über zukünftige Aufgaben und Chancen der Veränderung informiert sowie die konkreten Aufträge für das Dekanat Rodgau vorgestellt. Auf breiter Basis wird nun bis zum Sommer 2021 für das Dekanat ein pastorales Konzept erarbeitet. Dabei sollen auf Dekanatsebene unter anderem pastorale Schwerpunkte gebildet werden.

„Eine Kirche des Teilens werden“

Dekanatsversammlung 26.03.2019 (c) Angela Ruhr
Dekanatsversammlung 26.03.2019

Der pastorale Weg im Bistum Mainz steht unter der Überschrift „Eine Kirche des Teilens werden“. Dies ist das Leitmotiv für die Veränderungen im Bistum, in den Dekanaten und für die zukünftige Gestaltung von Seelsorge. Es meint Glauben und Leben teilen aber auch Ressourcen und Verantwortung teilen.

Neues Bild von Pfarrei und Gemeinden

Künftig wird es im Dekanat Rodgau statt der bisher acht pastoralen Einheiten noch drei Pfarreien geben. Das Bild von Pfarrei und Gemeinden wird sich dadurch verändern. Die Pfarrei der Zukunft wird ein Netzwerk, eine Gemeinschaft von Gemeinschaften sein, in der das Leben vor Ort begleitet und unterstützt wird.

Breite Beteiligung am Prozess gewünscht

Dekanatsversammlung 26.03.2019 - 3 (c) Andrea Bach
Dekanatsversammlung 26.03.2019 - 3

Weiterhin wurde an dem Abend über den Zeit- und Strukturplan des kommenden Prozesses informiert. Möglichst viele Menschen sollen in die Gestaltung der Veränderungen mit eingebunden werden. Instrumente dazu sind u.a. ein Dekanats-Projekt-Team, Resonanzgruppen, thematische Projektgruppen, Beteiligungsforen, die das Dekanatsteam (Dekan Willi Gerd Kost, Dekanatsreferentin Andrea Bach, Vorsitzender der Dekanatsversammlung Angela Ruhr, stellv. Dekan Martin Weber) zusammen mit den Prozessberatern Hans-Georg Orthlauf-Blooß und Pfarrer Hans-Peter Weindorf in Zukunft koordinieren müssen. Begleitend dazu wird es einen intensiven Austausch mit dem Bistum und der Koordinationsstelle für den pastoralen Weg geben.

„Wahrnehmung schärfen - Realitäten ernst nehmen“

Dekanatsversammlung 26.03.2019 - 2 (c) Andrea Bach
Dekanatsversammlung 26.03.2019 - 2

Ein erster wichtiger Schritt im weiteren Prozessverlauf wird sein, die Wahrnehmung zu schärfen. In einem möglichst breiten Beteiligungsprozess soll wahrgenommen und festgestellt werden, was Menschen von der Kirche brauchen, ob sie bekommen, was sie brauchen und ob sie brauchen, was sie bekommen.

Der Blick in den Sozialraum will dazu beitragen die Lebenssituation der Menschen vertiefend zu verstehen.

Zudem gilt es die veränderten äußeren Realitäten ernst zu nehmen: Z.B. wird die Katholikenzahl im Dekanat Rodgau bis 2030 vermutlich um 17 % sinken, auch die Zahl der Vollzeitstellen in der Gemeindeseelsorge wird aus Personalmangel weniger werden (von zur Zeit 17,75 Vollzeitstellen auf dann 14,4 Vollzeitstellen). Die kirchlichen Immobilien kommen auf den Prüfstand. Nicht alle Gebäude können weiterhin finanziert werden.

Austausch, Rückmeldungen, Fragen

Rückmeldung und Fragen an Dekanatsversammlung (c) Angela Ruhr
Rückmeldung und Fragen an Dekanatsversammlung

Unter den Fragestellungen „Was finde ich motivierend?“, „Woran störe ich mich?“, „Wo habe ich noch offene Fragen?“ und „Was möchte ich ergänzen?“ konnten die über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Haupt- und Ehrenamt ihre Rückmeldungen zunächst auf Pinnwände schreiben und dann im anschließenden Austausch ihre Fragen direkt benennen. Es war eine konzentrierte und konstruktive Atmosphäre. Neben Befürchtungen und Fragen, die Veränderungen immer mit sich bringen, wurde als große Chance gesehen, dass es möglich ist, die anstehenden Veränderungen mit zu beraten und mit zu gestalten.

Wie können wir als Kirche, die teilt, heute und 2030 unser Christsein leben?

Die außerordentliche Dekanatsversammlung war die Auftaktveranstaltung des pastoralen Weges im Dekanat Rodgau, der nun in den nächsten Monaten und Jahren ein intensiver Prozess des Beratens und Gestaltens folgen wird. Die Leitfrage ist klar: Wie können wir als Kirche, die teilt, heute und 2030 unser Christsein leben?