Schmuckband Rad

23. März 18:15 Uhr

23Maerz (c) PG Herrnsheim / Abenheim
23Maerz
Mo 23. Mär 2020
Carolin Bollinger

Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.  (Joh 4,48)

Suchen Sie sich einen Ort in der Wohnung, der für Sie gut ist, um zu beten. Vielleicht entzünden Sie eine Kerze. Falls Sie nicht so viel Zeit oder Muße zum Beten haben, um die komplette Gebetszeit mitzubeten, nehmen Sie doch einfach nur die blau markierten Texte. Auch dann sind wir im Gebet verbunden. Auch wenn wir nicht in der Kirche sind, ist Jesus jetzt bei uns da. Überall, wo er bei uns willkommen ist. Gerade jetzt in unserem gemeinsamen Gebet ist er mitten unter uns. Deshalb können wir mit einem Kreuzzeichen beginnen:

 

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Ankommen:      Gott des Lebens,

Gott meiner Sehnsucht.

Ich suche dich, du lockst mich

In meinen Hoffnungen und Träumen

In meiner Angst und meiner Verzweiflung,

im Leben und Sterben.
Lass mich glauben, dass es mehr gibt,

als ich zu hoffen wage,

dass Licht wird, wo Dunkel ist,

dass Freude wächst, wo Trauer herrscht.

Dass meine guten Träume wahr werden

Schon jetzt in dieser Zeit und dann in deiner Ewigkeit. Amen.

                            (Karl Heinz Schmitt)

 

Tagesrückblick: Blicken Sie zurück auf den vergangenen Tag

Was war heute schön?

Was ist mir gelungen?

Wo habe ich Sorge und Ängste?

Was ist mir heute vielleicht misslungen?

 

Gebet: Guter Gott, in dieser Zeit der Verunsicherung, in der die ganze Welt aus den Fugen zu geraten scheint, beten wir hier gemeinsam mit vielen anderen zu dir. Wir bitten dich, schenke uns deine Gegenwart und lass uns in deiner Nähe die Kraft schöpfen, die wir im Moment so nötig brauchen. Amen.

 

Wenn Sie jetzt das Evangelium lesen, wird Gott Sie ganz persönlich ansprechen und Ihnen für Sie persönlich etwas sagen. Lassen Sie sich doch einmal darauf ein! Die anschließenden Gedanken zum Nachdenken können eine Hilfe sein, aber vielleicht sagt Gott Ihnen gerade etwas völlig anderes, das für Ihre persönliche Situation aktuell viel hilfreicher ist. Trauen Sie sich, dem nachzuspüren!

 

Evangelium vom Tag                                                        Joh 9,1.6-9.13-17.34-38

Geh, dein Sohn lebt!

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 

In jener Zeit 43ging Jesus von Samaria nach Galiläa.

44Er selbst hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt.

45Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen.

46Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank.

47Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben.

48Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.

49Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.

50Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg. 51Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt.

52Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen.

53Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus.

54So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.

 

Zum Nachdenken (heute von Lisa Illy)

Ein Prophet wird in der eigenen Heimat nicht geehrt? Diese Aussage dürfte auch in heutiger Zeit noch zutreffen, besonders wenn man an die Strukturen kleiner Ortschaften wie Herrnsheim oder Abenheim denkt. Anerkennung aus dem eigenen Umfeld zu bekommen, in dem einem oft weniger zugetraut wird, ist häufig schwierig. Denn man wird nicht als individuelle Person gesehen, sondern immer in Verbindung zu seiner Familie bzw. zu seiner Herkunft. Auch Jesus macht diese Erfahrung. Er, der Sohn eines einfachen Zimmermanns, der Sohn von Josef, der eine Schwangere heiratete, kommt nun und möchte plötzlich Konventionen aufbrechen und den Blick für ein neues Denken weiten. Beruhigend für uns ist, dass Jesus ähnliche Erfahrungen im Bezug auf das weltliche Miteinander gemacht hat wie wir. Außerdem ist es bestärkend für uns, trotz möglicher Widerstände egal in welchem Bereich, weiterzumachen und nicht aufzugeben.

Im Evangelium geht es aber noch um viel mehr. Nämlich die Heilung eines Menschen. In dieser Heilungsgeschichte ist aber im Gegensatz zu vielen anderen biblischen Wundergeschichten etwas anders. Jesus heilt nämlich, ohne den kranken Sohn des königlichen Beamten überhaupt zu sehen.

Was will mir Johannes, der Verfasser des Evangeliums damit sagen? Ist Jesus etwa für den Glauben gar nicht relevant? – Doch Jesus ist für den Glauben relevant, aber Johannes gibt uns einen neuen Blickwinkel. Denn Johannes hat im Vergleich zu den anderen Evangelisten eine abweichende Vorstellung vom Wirken Gottes. Johannes hängt nicht an der konkret personalen Vorstellung Jesu. Im Zentrum steht vielmehr der Gedanke, dass Jesus Christus in den Gedanken der Menschen lebendig bleibt und so anwesend ist. Ist dieser Gedanke nicht gerade für uns als Christen des 21. Jahrhunderts besonders wichtig? Vielleicht steckt in der Geschichte ein Auftrag, nämlich dafür zu sorgen, dass Jesus in den Gedanken der Menschen auch heute lebendig bleibt, indem wir versuchen in Gottes Sinn zu handeln und darauf zu vertrauen, dass alles gut wird.

 

Fürbitten die meisten Bitten, die wir hier mit in unser gemeinsames Gebet nehmen, wurden in die „Fürbitt-Bücher“ geschrieben, die in unseren Kirchen ausliegen.

Wie der königliche Beamte, kommen wir mit unseren Sorgen und Problemen zu dir und bitten dich um Heilung unserer unheilen Welt:

  • Guter Gott, in unserer schwierigen Zeit ruhen sehr große Hoffnungen auf der Technik. Sie kann Leben retten, sie informiert uns, Arbeitsplätze werden mit
    ihrer Hilfe bereitgestellt, durch sie halten wir die sozialen Kontakte, sie verbindet unsere ganze gemeinsame Welt. Bitte schenke allen Fachkräften viel Energie, Geduld und neue Ideen für ihre Arbeit!
  • Guter Gott, in diesen Wochen sind die Eltern sehr stark gefordert. Sie betreuen ihre Kinder nicht nur in ihrer Freizeit, sie tragen auch einen sehr großen Teil dazu bei, dass der Unterricht weiterlaufen kann. Dies ist eine große Herausforderung. Schenke allen Eltern die nötige Kraft und auch
    Gelassenheit, mit dieser neuen Situation gut umzugehen.
  • Lieber Gott, schenke denjenigen Einsicht, die sich immernoch nicht belehren lassen und ignorant bleiben.
  • Guter Gott, behüte alle, die im Moment ein Baby erwarten. Schenke ihnen Trost und Gelassenheit in der schwierigen Situation und lass sie spüren, dass du bei ihnen bist und mit ihnen gehst. Halte das Neue Leben in Deiner Hand.
  • Sei du bei allen, die Deine Hilfe ganz besonders brauchen.
  • Bleibe bei allen Sterbenden, gib denen Kraft, die einen lieben Menschen verloren haben und nimm die Verstorbenen auf in Deine himmlische Herrlichkeit.

 

Alle diese Bitten, auch die Eigenen, können wir nun ins Vater unser münden lassen.

Vater unser

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

 

Gott heilt

Umso mehr wir dem anderen unsere Liebe schenken,

umso mehr wirkt Gott durch uns,

und umso besser können wir Heilung bewirken, ins uns selbst,

in anderen und allem, was uns umgibt.

 

Segensbitte Herr unser Gott, in diesen aufgewühlten Tagen bitten wir dich ganz besonders um deinen Segen. Mach du heil, was Unheil ist. Bleibe bei uns und allen, die uns am Herzen liegen. Darum bitten wir +  Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes