Schmuckband Rad

25. März; 18:15 Uhr

25Maerz (c) PG Herrnsheim / Abenheim
25Maerz
Mi 25. Mär 2020
Carolin Bollinger

Suchen Sie sich einen Ort in der Wohnung, der für Sie gut ist, um zu beten. Vielleicht entzünden Sie eine Kerze. Falls Sie nicht so viel Zeit oder Muße zum Beten haben, um die komplette Gebetszeit mitzubeten, nehmen Sie doch einfach nur die blau markierten Texte. Auch dann sind wir im Gebet verbunden. Auch wenn wir nicht in der Kirche sind, ist Jesus jetzt bei uns da. Überall, wo er bei uns willkommen ist. Gerade jetzt in unserem gemeinsamen Gebet ist er mitten unter uns. Deshalb können wir mit einem Kreuzzeichen beginnen:

 + Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Ankommen:      Alles was mich jetzt beschäftigt und unruhig macht,

alles was mich ablenkt und woran ich denken muss,

darf ich für ein paar Minuten ablegen. Ich nehme es mit

in mein Gebet und darf es dir hinhalten, mein Gott.

 

Tagesrückblick: Blicken Sie zurück auf den vergangenen Tag

Was war heute schön?

Was ist mir gelungen?

Wo habe ich Sorge und Ängste?

Was ist mir heute vielleicht misslungen?

 

Gebet: Guter Gott, in dieser Zeit der Verunsicherung, in der die ganze Welt aus den Fugen zu geraten scheint, beten wir hier gemeinsam mit vielen anderen zu dir. Wir bitten dich, schenke uns deine Gegenwart und lass uns in deiner Nähe die Kraft schöpfen, die wir im Moment so nötig brauchen. Amen.

 

Wenn Sie jetzt das Evangelium lesen, wird Gott Sie ganz persönlich ansprechen und Ihnen für Sie persönlich etwas sagen. Lassen Sie sich doch einmal darauf ein! Die anschließenden Gedanken zum Nachdenken können eine Hilfe sein, aber vielleicht sagt Gott Ihnen gerade etwas völlig anderes, das für Ihre persönliche Situation aktuell viel hilfreicher ist. Trauen Sie sich, dem nachzuspüren!

 

Evangelium vom Tag                                                        Lk 1,26-38

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas      

In jener Zeit wurde der Engel Gábriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt,
der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären;
dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen
und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig
und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.
Danach verließ sie der Engel.

Zum Nachdenken (heute von Julia und Andreas Baaden)

Ein etwas überraschendes Evangelium so mitten im März – kennen wir es doch gut aus der Adventszeit. In dieser Zeit hören wir es allein drei Mal. Die Verheißung der Geburt Jesu findet aber genau heute seinen richtigen Platz in der Leseordnung, am Hochfest der Verkündigung des Herrn. Und bei genauerem Hinsehen wundert es nicht: der 25. März liegt neun Monate vor Weihnachten.

Und dieses Jahr scheint es umso mehr genau jetzt zu passen. Eine Frühlings- und Aufbruchsstimmung will sich nicht so recht einstellen. Hier erleben wir eher eine dunklere Zeit. Eine solche Dunkelheit haben auch die Menschen damals erfahren und deshalb auf Rettung gehofft – der Ausgangspunkt der Weihnachtserzählung, die mit der Verkündigung ihren Anfang nimmt.

Die Erzählung, wie der Engel Gabriel zu Maria kommt, hat etwas von einer Seite aus dem Tagebuch der Maria. Denn uns wird von einem Ereignis berichtet, das niemand sonst beobachtet hat. Selbst Josef, den die Sache ja unmittelbar betrifft, wird erst nachträglich informiert. Wir bekommen berichtet, wie der Engel Maria über die baldige Geburt des Sohnes Gottes „informiert“. Es scheint beschlossene Sache. Maria wirkt zunächst – verständlicherweise - etwas überfahren von dieser Botschaft: Sie wird Gottesmutter, die Mutter eines heiligen Kindes, bei dem sogar schon der Name feststeht.

Jeder von uns wäre fassungslos, würde einem eine solche Nachricht verkündet werden – das kann man sich sicher gut vorstellen. Doch überaschenderweise schließt das Evangelium mit den Worten Marias, die sagt: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“

Maria nimmt die Botschaft an. Sie vertraut auf Gott und legt ihr Leben in seine Hände. Aus ihren Schlussworten spricht Gottvertrauen. Das Vertrauen, dass alles eben irgendwie gut gehen wird, das Gott bei ihr ist und sie nicht allein lässt. Gerade in der jetzigen Situation, die für uns alle aufregend und ungewiss ist, die uns verängstigt und beunruhigt, kann Maria vielleicht ein Vorbild und eine Hilfe sein: Sie vertraut auf Gottes Handeln und Wirken.

Auch wir können darauf hoffen, dass Gott uns in dieser schwierigen Zeit nicht allein lässt: Gott kennt unsere Sehnsüchte, unsere Hoffnungen und Freunden. Er kennt auch ganz besonders unsere Bedenken, Sorgen und Ängste. Er möchte, dass wir mit Zutrauen unseren Weg gehen, verlässliche und liebevolle Wegbegleiter*innen finden und für andere sind und den festen Glauben an seine liebende Gegenwart nicht verlieren.

Die Krise um uns herum verschwindet nicht von jetzt auf gleich. Entscheidend ist aber, mit welcher Hoffnung wir ihr begegnen: Hoffnungslosigkeit, Angst oder Verzweiflung haben nicht das letzte Wort.

Maria hat Gott getraut. Wir können es versuchen. Es gelingt mal mehr und mal weniger. Aber die Botschaft macht etwas mit uns. Mit jedem Menschen: Gott ist immer da - im Hier und Jetzt! Er macht uns ein Angebot mit ihm alles zu teilen und mit uns durchs Leben zu gehen.

Guter Gott, sei bei uns an dunklen Tagen.
Hilf uns, die kleinen Zeichen der Hoffnung zu erkennen.
Und unterstütze uns darin, zu vertrauen, dass helle Tage folgen werden.
Amen.

Fürbitten die meisten Bitten und Gebete, die wir hier mit in unser gemeinsames Gebet nehmen, wurden in die „Fürbitt-Bücher“ geschrieben, die in unseren Kirchen ausliegen, oder uns auf andere Weise zugetragen.

  • Wir bitten für alle Familien. Lass sie nun näher zusammenrücken und einen stärkeren Zusammenhalt spüren, um voll Zuversicht gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen.
  • Wir bitten für alle Einsamen. Lass sie die Zeit ohne die für sie so essentiell wichtigen Kontakte in der Gewissheit überstehen, dass sie mit Dir an ihrer Seite nie ganz alleine sind.
  • Wir bitten für die Gefangenen. Lass sie die noch stärkeren Einschränkungen ihrer ohnehin verlorenen Freiheit in der Gewissheit ertragen, dass ihnen die innere Freiheit niemand nehmen kann und du auch in ihrem extrem beschränkten Bewegungsradius bei ihnen bist.
  • Wir bitten für uns alle. Lass uns stets deine Gegenwart spüren und hilf uns, diese Situation als Chance zu begreifen.
  • Wir bitten für alle, die um ihre Existenz bangen müssen, weil sie nicht wissen wie es weitergeht und für alle, die nur mit einem Bruchteil ihres sowieso schon kleinen Gehaltes auskommen müssen.
  • Für alle, die gerade alles geben, um den Laden am Laufen zu halten.
  • Wir bitten für alle, die sich im Moment nicht nach Draußen trauen, weil sie zur Risikogruppe gehören und die darunter sehr leiden.
  • Lieber Gott, ich vertraue darauf, dass du uns in dieser schweren Zeit nicht alleine lässt.
  • Ich bitte dich lieber Gott, steh uns bei in dieser schweren Situation. Sei bei den Kranken und den Risikopatienten und bei allen, die sich um sie kümmern.
  • Lieber Gott, lass uns in dieser schwierigen Zeit zeigen, dass wir füreinander da sind und uns gegenseitig stützen. Gib all den Pflegern, Schwestern und Ärzten Kraft und Mut ihre Aufgaben erfüllen zu können.
  • Lieber Gott, bitte hilf uns in dieser schwierigen Zeit und lass uns nicht alleine. Gib den alten und schwachen Menschen Mut und Schutz. Lass die Welt wieder so sein wie vor der schweren Zeit.
  • Gott hilft uns nicht am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch… darauf lasst uns vertrauen!

Alle diese Bitten, auch unsere Eigenen, können wir nun ins Vater unser münden lassen.

Vater unser

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. In Ewigkeit. Amen.

 

Vielleicht beten wir heute einmal das Gebet, in dem die Worte des Engels aufgeschrieben sind:

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht, deines Leibes Jesus. Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Segensbitte So segne uns, alle die zu uns gehören und alle, an die wir jetzt ganz besonders denken, der liebende Gott. +  Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.