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„Auf dem Weg sein“

ÖFdG_Plakat_2026
Das ist der Titel des diesjährigen ökumenischen Gemeindefestes, das bei uns am 21. Juni stattfinden wird.
Datum:
16. Juni 2026
Von:
Pfr. Dr. Peter Eckstein

Beide Kirchen befinden sich derzeit in einer turbulenten Situation: Zusammenlegung von Gemeinden, Personalprobleme, Sparzwänge, rückläufige Zahlen. Es wirkt wie ein Zusammenbruch auf Raten, ist aber tatsächlich nur eine von vielen teils einschneidenden Veränderungen, die im Lauf der Geschichte immer wieder auf die Kirchen zukamen. Und die Kirchen existieren noch immer...!

Wussten Sie eigentlich, dass man die Urgemeinde in Jerusalem zuallererst „Anhänger des Weges (Jesu)“ nannte (Apg 9, 2), bevor sich der Name „Christen“ für sie durchsetzte (Apg 11, 26)? Wir werden gerade in solchen Umbruchsphasen daran erinnert, dass „auf-dem-Weg-sein“ zur DNA des Christseins gehört. Es wird ein spannendes Fest werden, das dieses Thema aufgreift – u.a. mit einem vielfältigen Be-Weg-ungsangebot für alle diejenigen, die das dynamische Miteinander schätzen.

Am Ende seines Philipperbriefes (Phil 4, 8-9) gibt Paulus den Christen der dortigen Gemeinde ein paar grundsätzliche Wegweisungen. Sie sind eine Art „geistliche Vorratstasche“ für ein gelingendes Unterwegssein. So sollen sie bedacht sein auf das, was

  • wahr ist: das heißt Vorsicht bei Sensationsmeldungen, sei es im Gespräch oder in den sozialen Medien. Es heißt, Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und der zerstörerischen Macht von „Fake News“ in keiner Weise zu Diensten zu sein;
  • ehrenwert ist: gemeint ist ein Verhalten, das wie von selbst Respekt hervorruft. Es heißt Zivilcourage zeigen, Widerspruch und Spott ertragen können und als Christ/in authentisch zu bleiben;
  • recht ist: das meint, sensibel den feinen Antennen für „richtig“ oder „falsch“ folgen, die in uns sind - auch wenn diese mitunter sehr leise sein können;
  • lauter ist: das bedeutet, klar zu bleiben und alles abzulehnen, was hinterhältig, zwielichtig oder niederträchtig ist;
  • liebenswert ist: das meint einfühlsam sein, Geduld aufbringen und anderen nach Möglichkeit freundlich zu begegnen;
  • ansprechend ist: das heißt, Menschen sollen sich in unserer Gegenwart wohlfühlen und gern mit uns zusammen sein wollen

Zur Zeit des Paulus betrug die Größe der Christengemeinde von Philippi 50 - 100 Personen. Das waren nicht mehr als 0,5 - 1% der Gesamtbevölkerung! Aber die Wirkung, die diese kleine Schar trotz Anfeindungen (vgl. Phil 1, 28-30) entfaltete, war beispiellos. Vier Jahrhunderte später finden wir in der Stadt vier große Basiliken, die von einer blühenden Gemeinde zeugen.

Eine jüngst von der DAK – Krankenkasse in Auftrag gegebene Forsa – Umfrage – so die Offenbach-Post auf ihrer Titelseite vom 04.05.2026 - hat ergeben, dass 67% der Deutschen das soziale Miteinander als „schlecht“ bzw. „sehr schlecht“ einstufen. Tendenz steigend. Folgt daraus für eine Christengemeinde nicht, hier unaufgeregt entgegenzusteuern, und zwar genau in der Form, wie sie der Apostel Paulus anrät? Nicht in der Anpassung, sondern in einer lebensfördernden Unterscheidung liegt die Zukunft der Kirche. Vielleicht ist das eine wichtige Lektion für eine Gemeinde, der das heilsame Unterwegs-sein wichtiger ist als die großen Zahlen ...!

Abschluss mit einem Taizé-Gottesdienst

Taize-Godi 2026-06-21

Apropos Proviant: 

Natürlich freuen wir uns auf viele Gäste beim Fest mit unseren evangelischen Mitchristen aus Weiterstadt! Es soll sehr heiß werden, deshalb haben wir unsere Wassermengen nochmals aufgestockt 😀.

Beginn ist um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in unserer Weiterstädter Pfarrkirche. Der Fest-Ausklang ist ebenfalls in unserer Pfarrkirche: Um 17 Uhr dürfen Sie sich auf einen Taizé-Gottesdienst freuen, eine gute Gelegenheit, den Tag in Ruhe abzuschließen und Kraft für die neue Woche zu sammeln.

Ökumenisches Fest der Gemeinden 2024 in Gräfenhausen

Dazwischen gibt viele Möglichkeiten für Gespräche, es gibt Kinderbetreuung und Musik von Heilix Blechle und noch ein, zwei Überraschungen. Nur der Sponsorenlauf fällt leider aus. 

Ökumenisches Fest der Gemeinden 2024 in Gräfenhausen

Wer noch zeitliche Kapazitäten hat: Da es - wie schon erwähnt - sehr heiß werden soll, werden die Salate weggehen wie warme Semmeln. Deshalb wären wir froh, wenn Sie noch welche mitbringen könnten! Und auch über Kuchenspenden freuen wir uns! Sie können alles gerne vor dem Gottesdienst (bis 10.55 Uhr) oder danach bei Luiza Rico im Gemeindezentrum abgeben. DANKE!

Das Fest fand bisher alle zwei Jahre statt; die Fotos stammen vom letzten Fest mit den evangelischen Gemeinden im Jahr 2024.