Ein persönlicher Rückblick in Dankbarkeit

Liebe Menschen in Griesheim und Weiterstadt,
nach nun fast 26 Jahren Dienst zunächst in Griesheim und dann auch im erweiterten Pastoralraum Darmstadt- West zusammen mit Weiterstadt geht der Lebensabschnitt für mich zu Ende. Ab September werde ich eine neue Stelle als Leiter der Klinikseelsorge Darmstadt mit Sitz im Alice Hospital antreten.
Diese 26 Jahre im pastoralen Dienst waren für mich eine sehr prägende Zeit, durfte ich doch so viele wunderbare und engagierte Menschen kennenlernen. Ich haben in dieser Zeit mit Pfarrern, Gemeindereferentinnen, Pfarrsekretärinnen, Verwaltungsleitung, Hausmeistern, Kitateams, Küster/ innen, Kirchenmusiker/innen und natürlich vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen und Mitarbeitern sehr gerne zusammengearbeitet. Sie alle beim Namen zu nennen, würde den Rahmen hier sprengen. Überall bin ich auf offene Herzen, offene Arme, offene Ohren und kreative Ideen gestoßen und fast immer haben wir gemeinsam konstruktive Lösungen auch in schwierigen Situationen gefunden. Natürlich gab es in dieser Zeit auch den ein- oder anderen Konflikt (das waren aber in meiner Erinnerung nur sehr wenige), wo es mal nicht so gut lief. Falls ich dabei jemanden verletzt haben sollte, so bitte ich diejenigen, mir zu verzeihen.
Was mich sehr erfüllt hat war die Erfahrung, meine eigenen Kinder und die vieler anderer Familien hier in dieser Gemeinde aufwachsen zu sehen, zu erleben, wie sie sich in ihrer Persönlichkeit entwickelten und wie sich auch durch die Erfahrungen in unserer Gemeinschaft und gestärkt durch ihren Glauben ihren Weg ins Leben gefunden haben.
Ein besonderer Schwerpunkt für mich war die Aufgabe, Familien zu begleiten (und auch begleitet zu werden), woraus sich viele Freundschaften ergeben haben. Auch die Jugendarbeit hat mir sehr am Herzen gelegen. Mir sind da noch die vielen Begegnungen, Aktionen und Fahrten mit den zahlreichen Ministrant/innen über all die Jahre hinweg im Gedächtnis, wie z.B. die Wallfahrten nach Rom, die 72h- Aktionen und natürlich die Freude, wenn sich an den Festtagen viele Ministrant/innen um den Altar versammelten. Ein Ereignis hat sich noch besonders tief in mein Gedächtnis eingegraben: Der Weltjugendtag 2005, wo wir eine so lebendige Gruppe spanischer Jugendlicher zu Gast hatten. Was die Gemeinde damals „spontan“ auf die Beine gestellt hatte, war faszinierend!
Auch an die zahlreichen Sternsingeraktionen, bei denen wir in dieser Zeit sicherlich weit in die hunderttausend Euro „ersungen“ haben, bei denen ich aber im Vorfeld immer etwas angespannt war, ob sich denn genug Sternsinger finden würden, denke ich gerne zurück. Am Ende hat es mit Gottes Hilfe immer geklappt.
„Tempora mutantur“ und mit ihr die Jugendlichen (verändern sich) - das haben wir auch in der Firmvorbereitung immer wieder versucht zu berücksichtigen. So durfte ich in dieser Zeit wohl die Vorbereitung von über 1000 Jugendlichen auf das Sakrament zusammen mit einem großartigen Team von Katechet/innen begleiten. Erfüllend war es, wenn man merkte, wie manche dann tatsächlich „begeistert“ wurden und sich danach weiter engagierten.
Ich bin auch froh, in den letzten Jahren noch einmal all die motivierten Menschen in St. Johannes der Täufer kennengelernt zu haben. Auch hier gibt es so viel Einsatz und Begeisterung und es ist schön zu sehen, wie wir hier immer mehr zusammenwachsen.
Aber, das merke ich in letzter Zeit auch- auch ich werde älter (tatsächlich…) und ruhiger (oder auch nicht?)… So habe ich in letzter Zeit auch gemerkt, dass die Seelsorge und Trauerbegleitung zunehmend Arbeitsbereiche wurden, bei denen ich spüre, wie ich die Menschen gut begleiten kann. Und so ist es jetzt dann doch an der verbleibenden Zeit, mich noch einmal in einem neuen Arbeitsumfeld zu versuchen. Ich bin zuversichtlich, dass hier in der zukünftigen Pfarrei Erzengel Gabriel auch in Zukunft noch viel Neues wachsen wird, bei so viel Herzblut, dass ich hier erlebe. Ich freue mich auch, natürlich weiterhin zusammen mit meiner lieben Frau Simone „Pfarrkind“ der Gemeinde zu bleiben.
Und was soll passieren, solange Christus bei uns ist und Erzengel Gabriel ein Auge auf uns hat?
Danke Euch allen für diese erfüllende Zeit und all die Begegnungen!!!
P.S. Am 6. September werde ich zum Pfarrfest in Griesheim verabschiedet. Ich würde mich dort über zahlreiche Begegnungen mit Euch und Ihnen freuen.
Markus Kreuzberger