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Fronleichnam in Weiterstadt

WST Fronleichnam 2025 Altarbild
Zehn Tage nach Pfingsten setzen wir uns in Bewegung und feiern Fronleichnam. Das Fest steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der Einsetzung der Eucharistie beim letzten Abendmahl.
Datum:
20. Mai 2026
Von:
Maria Lorenz

2026 führt uns Prozession durch die Straßen rund um unsere Weiterstädter Pfarrkirche

WST Fronleichnam 2025 Picknick auf der Wiese

An drei Altären machen wir Halt und beten in verschiedenen Anliegen. Wie im Vorjahr werden alle Altäre von Jugendlichen gestaltet – von den Firmlingen, den Pfadfindern und den Ministranten. Wenn das kein schönes Zeichen gegen den Mainstream ist, wo Kirche eher als aussterbende Gruppe dargestellt wird. 

Ebenfalls ein schönes Zeichen ist, wie viele sich schon vorab Gedanken machen: Wer stellt die Tische, wer kümmert sich um die Liedzettel, wer um die würdige Gestaltung der Altäre? Schon lange vorher wird überlegt, welche Altarbilder passen, welche Blumen man dafür benötigt - und das Ergebnis kann sich immer sehen lassen.  

Wer letztes Jahr dabei war, hat sicherlich auch das anschließende Picknick noch in guter Erinnerung. Auch dieses Jahr möchten wir gemeinsam auf der Pfarrwiese essen. Dazu bitten wir Sie, Fingerfood und Geschirr selbst mitzubringen. Wasser wird gestellt, andere Getränke - falls gewünscht – bitte auch mitbringen. 

Ordner gesucht

Fronleichnam Braunshardt 2017 Prozession im Schlosspark

Außerdem suchen wir noch sechs Personen, die während der Prozession als Ordner fungieren können. Bitte einfach bei Eric Passler melden, der den besten Überblick hat: mail@eric-passler.de.

Dankbar sind wir auch dafür, dass unsere Prozession schon seit Jahren von einer Abordnung der SG Weiterstadt musikalisch begleitet wird. Und auch die Erstkommunionkinder in ihren festlichen Kleidern tragen zur besonderen Stimmung bei diesem Hochfest bei.

Wir freuen uns, wenn auch 2026 wieder viele Menschen mit dabei sind, wenn wir durch die Straßen ziehen und als Mittelpunkt die Hostie tragen, in der nach unserem Glauben Jesus Christus gegenwärtig ist. Wir vertrauen darauf, dass Gott auch bei uns mit den Menschen lebt, arbeitet und ihnen nahe ist.

An Fronleichnam ist das Wetter traditionell sehr sonnig und heiß. Sollte es dieses Jahr anders sein, dann wird der Gottesdienst in die Pfarrkirche verlegt (Beginn ebenfalls 10 Uhr) und die Prozession entfällt.

Worum geht es an Fronleichnam? Predigt von Pfarrer Eckstein, Fronleichnam 2025

Predigt Pfarrer Eckstein 2025

Es mag ein wenig profan klingen – aber wenn wir nach einer einfachen Antwort suchen, worum es an Fronleichnam geht, könnten wir sagen: ums Essen! Nicht ganz so salopp könnte es werden, wenn wir weiter fragen: Und worum geht es beim Essen?

Eine Nahrungsaufnahme – sicherlich! Aber wenn das schon alles ist….! Wie essen Sie zuhause? Was gehört für Sie alles dazu? Gehören auch Dinge dazu, die nicht auf dem Tisch stehen?

Selbstverständlich: Zunächst einmal heißt essen: Pause machen! Verschnaufen! Aktivitäten unterbrechen! Rasten! Schon hier wird deutlich: Nicht nur der Mund, nicht nur der Magen sollte beteiligt sein, sondern auch die Seele! Zwischen „essen“ und „zwischendurch reinstopfen“ gibt es einen Unterschied.

Wenn die Seele nicht mitessen kann, kann man den Magen vollstopfen wie man will … am Ende steht eine Erschöpfung, die der Erschöpfung durch Hunger in nichts nachsteht.

In Bayern gibt es einen schönen Ausdruck für eine Essenspause: Brotzeit! Zum Brot gehört Zeit. „Mahlzeit!“ sagen gelegentlich in unseren Breiten. Zu einem Mahl gehört Zeit. Das vergessen wir oft.

In den romanischen Ländern nimmt (vielleicht muss man heute sagen: nahm) man sich Zeit. In Frankreich kann/konnte ein Essen durchaus drei Stunden dauern. Erst recht im alten Orient! ….

 

An Fronleichnam haben wir einen besonderen Gastgeber: Jesus. „Lasst die Leute sich lagern“ ist in der Bibel, in Johannes 6,10, die Aufforderung Jesu an die Jünger: Hier spielt Zeit eine tragende Rolle – bei dem ganzen Geschehen. Warum kommen diese vielen Leute überhaupt zu ihm in diese „einsame Gegend“? Weil sie Hunger haben. Seelischen Hunger! Religiösen Hunger. Und Jesus speist sie nicht ab. Er nimmt sich Zeit für sie.

Zu dem geistlichen Hunger gesellt sich zum Tagesende auch der leibliche. Kaum jemand hat Proviant mitgebracht – sie hatten offenbar nicht geplant, dass sie so viel Zeit mit Jesus verbringen würden.

Und jetzt? Was tun in einer Zeit, die keinen Supermarkt kennt und in der man alles, was man zum Leben braucht, direkt beim Erzeuger kaufen muss?

Die Dörfer und Gehöfte sind weit weg.

In dieser Notlage machen die Zwölf einen sehr vernünftigen Vorschlag: „Schicke die Leute weg, damit sie sich etwas zu essen kaufen können.“ Aber Jesus will die Gelegenheit nutzen um zu zeigen, mit wem sie es hier zu tun haben. Er steigert die Verlegenheit: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ – „Dann müssen wir weggehen und Essen kaufen, denn wir haben nur 5 Brote und 2 Fische.“ Das reicht bestenfalls für ein karges Abendmahl der Zwölf mit Jesus. „Lasst die Leute sich lagern.“

Der Proviant der Zwölf sind nur 5 Brote und 2 Fische. Aber es ist Jesus, der den Segen darüber spricht und dieses Wenige dann austeilen lässt. Und es reicht nicht nur für alle, es bleiben noch 12 Körbe übrig.

Jesus mehrt das Wenige, das wir zu geben haben, wenn wir ihn miteinbeziehen, es ihm hinhalten und um seinen Segen bitten.

Wie oft ist es ein kleines Wort, ein Erlebnis am Rande, das in uns eine ungeahnte Wirkung entfalten kann – weil hier Gott am Wirken ist – und wir uns die Zeit nehmen, das wirklich in uns aufzunehmen, es zu „verinnerlichen“, es „durchzukauen“, wie wir manchmal sagen.

Das kann öfter geschehen als wir denken, wenn wir nicht vergessen, dass „mit Jesus Mahl halten“ auch bedeutet, Zeit mit ihm zu verbringen – sich Zeit für ihn zu nehmen.

Dr. Peter Eckstein, Pfr.