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Zwischen Spannung und Entspannung - Geistliches Wort

Bogen
Datum:
8. Juli 2026
Von:
Lydia Haun

Sommer. Für Familien mit Kindern ist der Sommer geprägt von Schulferien. Wer kann, fährt zumindest für ein paar Tage weg. Wer zuhause bleibt, sucht nach schönen Unternehmungen und einem abwechslungsreichen Programm.

Aber auch die, die nicht an Schulferien gebunden sind, möchten in den Sommermonaten Urlaub machen – zur Erholung, um Abstand vom Alltag zu gewinnen oder einfach, um die warme Jahreszeit zu genießen. Jeder und jede auf die eigene Weise.

Bei alledem haben viele den gleichen Wunsch: gutes Wetter, damit möglichst viel Zeit im Freien verbracht werden kann. Früher lautete der Wunsch oft: Bitte kein verregneter Sommer. Heute kommt ein weiterer hinzu: Bitte keine extreme Hitze. Denn beides kann die schönsten Unternehmungen verderben. Doch gutes Wetter allein macht noch keine Erholung aus.

Manchmal sagen wir: Ich bin urlaubsreif. Der Wunsch nach Ferien oder Urlaub wächst. Wir sehnen uns danach, den Alltag zu unterbrechen, manchmal sogar aus ihm auszubrechen. Für viele ist der Alltag stark durchgetaktet, ja fremdbestimmt. Eine Fülle von Terminen muss koordiniert werden. Die Berufstätigen können Erfüllung in ihrer Arbeit finden, erleben aber nicht selten auch Überforderung bis zum Ausbrennen. Wir sind eingespannt in eine Vielzahl von Verpflichtungen – in der Familie, im Beruf und in vielen anderen Bereichen, die uns wichtig sind. Damit wir alles das auf Dauer gut bewältigen können, ohne überwältigt zu werden, brauchen wir Zeiten des Ausruhens.

Aus einer unbekannten Quelle stammt der folgende Gedanke:

Ein Bogen, der immer nur gespannt ist, wird einmal an der Spannung zerbrechen. Ein Bogen, der immer nur entspannt ist, hat keine Kraft mehr, irgendwann einmal eine Spannung auszuhalten. Deshalb soll der Bogen immer wieder gespannt, aber auch wieder entspannt werden, damit er seine Spannkraft behält und seine Aufgabe erfüllen kann.

Das ist ein schönes Bild. Es lädt dazu ein, sich ganz bewusst freie Zeiten der Ruhe zu schaffen, um aus der Spannung in die Entspannung zu finden. Es lädt dazu ein, für eine Weile aus dem Hamsterrad auszusteigen, um neue Kraft zu schöpfen für die nächsten Runden.

Für manche mag das der Urlaub sein. Doch manchmal wollen wir im Urlaub alles nachholen, wofür im Alltag die Zeit oder die Ruhe fehlt. Wir packen den Urlaub so voll, dass er selbst wieder zum Hamsterrad wird und eben keine Zeit für Erholung oder Entspannung lässt. Freie Zeit zu nutzen und zu genießen, ohne in Freizeitstress zu kommen – das wünsche ich allen, die jetzt vor ihrem Urlaub stehen.

Wenn dann der Urlaub hinter uns liegt und die nächste freie Zeit weit weg scheint, lohnt es sich noch einmal an den gespannten Bogen zu denken. Vielleicht gelingt es ja, auch im Alltag kleine Oasen zu schaffen – Zeiten für das Schöne, das Erfüllende und das Entspannende, damit die Anforderungen, die täglich an uns gestellt werden, uns nicht erdrücken. So können wir auch im Alltag immer wieder neue Kraft schöpfen.

Wie auch immer Sie den Sommer verbringen – ich wünsche Ihnen dazu Gottes erfrischenden Segen: