Einladung zur Jubiläumsfeier

150 Jahre katholische Kirche in Neu-Isenburg und Sprendlingen

Am 7. Mai 1875 wurde die katholische Pfarrkuratie Neu-Isenburg und Sprendlingen gegründet. Erstmals konnten die Katholiken in beiden Orten auf eine eigene seelsorgliche Betreuung bauen – ein wichtiger Schritt für das kirchliche Leben in unserer Region. Später entwickelten sich die Gemeinden getrennt weiter. Heute sind sie – gemeinsam mit Götzenhain – im Katholischen Pastoralraum Dreieich-Isenburg wieder miteinander verbunden und arbeiten bereits eng zusammen.
Dies gibt uns Anlass, dieses 150-jährige Jubiläum gemeinsam zu feiern.
Am Mittwoch, dem 7. Mai 2025, erinnern wir mit einem Orgelkonzert in der Kirche St. Stephan in Dreieich-Sprendlingen an die Gründung. Beginn ist um 19:30 Uhr.
Kirche St. Stephan, Am Wilhelmshof 15, 63303 Dreieich-Sprendlingen
Den Festgottesdienst zum 150-jährigen Jubiläum feiern wir am Sonntag, dem 11. Mai 2025, um 10:45 Uhr in der Kirche St. Josef in Neu-Isenburg – gemeinsam mit unserem Mainzer Generalvikar Dr. Sebastian Lang.
Kirche St. Josef, Kirchstraße 20, 63263 Neu-Isenburg
Dieses Jubiläum bietet Gelegenheit, sich gemeinsam zu erinnern, dankbar zurückzublicken und die Verbundenheit in unserem Glauben zu erleben. Zugleich ist es eine Ermutigung, unseren Weg im Katholischen Pastoralraum Dreieich-Isenburg gemeinsam weiterzugehen.
Feiern Sie mit uns – wir freuen uns auf Ihr Kommen!
150 Jahre katholische Kirche in Neu-Isenburg und Sprendlingen
In der Ausgabe des kirchlichen Amtsblattes für die Diözese Mainz am 25. Mai 1875 heißt es: „Das Bischöfliche Ordinariat zu Mainz an die hochwürdige Geistlichkeit des Bistums. Die Katholiken zu Neu-Isenburg und Sprendlingen waren seither der Pfarrei Offenbach zugetheilt. Zur besseren Pastorirung wurde heute Neu-Isenburg mit Sprendlingen von seinem bisherigen Pfarrverbande getrennt und unter Zustimmung Seiner königlichen Hoheit unseres Großherzogs durch allerhöchste Entschließung vom 27. April dieses Jahres zu einer Pfarrcuratie erhoben. Diese neue Stelle ist dem, Dekanate Seligenstadt zugetheilt.“
Wie kam es dazu:
Aufgrund von Einträgen in den städtischen Steuerbüchern kann man davon ausgehen, dass ein Mann namens Kalbskopf sich 1398 im Wald zwischen Frankfurt und Sprendlingen eine Klause baute, die er „Heilig Kreuz zum Kalbskopf“ nannte. Der erste Eremit gab der Kapelle den Namen. Es wurde ein kleines Kreuz verehrt und es entstand ein Wallfahrtsort. Nach einiger Zeit wurde der Wallfahrtsort verlassen. 1576 findet er wieder Erwähnung in den Quellen, weil der Graf zu Ysenburg in seiner Umgebung den Wald roden ließ. Auf diese Weise entstand eine Lichtung im Forst Dreieich, auf der später die Hugenotten, die Gründer Neu-Isenburgs, Zuflucht finden sollten. Im Jahr 1699 schenkte Graf Johann Philipp von Ysenburg-Birstein die Gemarkung am Kalbskopf den 36 französischen Familien, die wegen ihres protestantischen Glaubens aus Frankreich flüchten mussten. Ein nennenswerter Zuzug von Bürgerinnen und Bürger nach Neu-Isenburg setzte erst im 19. Jahrhundert ein, als die in die Fabriken der Großstädte ziehenden Handwerker und Landarbeiter sich auch in deren Stadtrandgemeinden Unterkunft suchten. Mit den Menschen aus den ärmsten Gegenden Deutschlands kamen auch die ersten katholischen Familien in diese Gegend. Mit ihnen begann die eigentliche Geschichte der katholischen Kirchengemeinde, selbst wenn noch lange Zeit vergehen sollte, bis zunächst nur eine kleine Kapelle und schließlich viel später erst die Kirche St. Josef gebaut wurde.
Ab 1834 wurden die Neu-Isenburger der Pfarrei St. Paul in Offenbach am Main zugeteilt. Bereits 1841 beschwerte sich der Pfarrer in Mainz, dass er die weit auseinander liegenden Orte nicht gut und ausreichend betreuen konnte. Die Zahl der Katholiken nahm weiterhin zu. Ein erster katholischer Gottesdienst fand am 14. Juli 1872 in den Räumen im Haus Ludwigstr. 11 statt. Um das Geld für den Bau einer Kapelle zusammenzubringen, ließ Kaplan Wassermann in vielen Zeitungen in den verschiedensten Gegenden Deutschlands „Notrufe“ drucken: „Die Katholiken sind arme Arbeiter, welche in Frankfurt ihr Brot zu verdienen suchen, wegen der Theuerung aber dort nicht wohnen können. Bis in die neueste Zeit hatten die Katholiken in Neu-Isenburg keine Gelegenheit, ihre religiösen Pflichten zu erfüllen. Sie wenden sich daher vertrauensvoll an ihre Glaubensgenossen mit der innigsten Bitte, zum Bau der Missionskapelle ein Scherflein beitragen zu wollen.“
Im Jahr 1875 wird die Ortsgemeinde selbständig: „Die Filialgemeinde Neu-Isenburg mit Sprendlingen, welche bisher der katholischen Pfarrei Offenbach (Main) zugeteilt waren, trennen wir hiermit von der Mutterkirche Offenbach und erheben jene zu einer Pfarrcuratie.“ Sie gehört dem Dekanat Seligenstadt an.
Durch die Hilferufe in der Presse gingen zahlreiche Spenden ein, die den Kauf eines Bauplatzes und schließlich den Bau einer Kapelle im folgenden Jahr ermöglichten. Zu ihrer Einweihung im August 1876 kam der Mainzer Bischof Freiherr Wilhelm Emmanuel von Ketteler nach Neu-Isenburg.
Die Gemeinden entwickelten sich weiter und wurden größer, so dass Sprendlingen eine neue Zuordnung erhielt. Im Amtsblatt 1910 ist nachzulesen, dass Sprendlingen von Neu-Isenburg getrennt wurde: „Der Hochwürdigste Herr Bischof hat die katholische Kirchengemeinde Langen im Dekanat Offenbach mit Wirkung vom 1. April und unter Zuteilung der Katholiken der Orte Dreieichenhain, Egelsbach und Sprendlingen, sowie der Villenkolonie Buchschlag zu einer Pfarrkuratie erhoben, nachdem Großherzogliches Ministerium des Innern am 6. Januar d. J. die Genehmigung hierzu erteilt hatte.“
Um die Jahrhundertwende war die Gemeinde Neu-Isenburg auf knapp über 1000 Gemeindemitglieder angewachsen. Durch den Zuzug vieler katholischer Mitbürgerinnen und Mitbürger wurde die kleine Kapelle den Anforderungen eines lebendigen Gemeindelebens nicht mehr gerecht. Die kleine Kapelle zu erweitern fand keinen Gefallen und es wurde der Bau einer großen Kirche geplant, die St. Josef Kirche.
Unterstützt durch die Hilfe des Bonifatiusvereins und die vielen Spenden gelang es Pfarrer Schweinsberger, das nötige Geld zu sammeln, so dass am 23. Oktober 1911 die Josefskirche feierlich geweiht werden konnte.
Ab 1910 war der erste Pfarrer der neu gegründeten Pfarrei in Langen für Sprendlingen, Dreieichenhain und Buchschlag zuständig. Ein Sonntagsgottesdienst wurde für ein Jahr in einem Saal der Schillerschule abgehalten. Danach fanden die Gottesdienste in einem leerstehenden Wirtshaus in der Eisenbahnstraße 23 statt. 1925 wurde Sprendlingen als Pfarrkuratie errichtet und Pfarrer Hofmann übernahm als erster Pfarrer auch die Orte Buchschlag, Dreieichenhain und Neuhof. Der Bau einer eigenen katholischen Kirche in Sprendlingen schien unumgänglich und nach der Grundsteinlegung im Jahr 1933 wurde die Kirche St. Laurentius am 17. November 1935 durch Bischof Dr. Albert Stohr geweiht.
150 Jahre sind nun vergangen und vieles ist gewachsen und entstanden an kirchlichem Leben durch den Einsatz und das Engagement unzähliger ehrenamtlicher Gemeindemitglieder. Durch die veränderte kirchliche Situation und den pastoralen Weg wird mit der Neugründung einer neuen Pfarrei ab 01.01.2027 das wieder zusammengeführt, was schon einmal zusammengehörte. Die Geschichte zeigt, dass nichts beständig und vieles im Wandel ist - auch in unserer Kirche. Was aber bleibt ist der Glaube und die Zusammenkunft der Gläubigen zum Gebet und das gemeinschaftliche Gemeindeleben.
Ich wünsche uns, dass wir in dieser veränderten Zeit bei allen Strukturdiskussionen und Reformbewegungen den Blick auf Jesus Christus nicht verlieren. Mit den Emmausjüngern war er unterwegs unerkannt, aber gegenwärtig, hörend und deutend. Seien wir gewiss, dass er auch mit uns unterwegs ist und dass seine Zusage am Ende des Matthäusevangeliums in unseren Ohren klingt und uns stärkt: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28, 20b)
Pfarrer Martin Berker
150 Jahre – ein Blick zurück
Am 7. Mai 1875 wurde durch das Bischöfliche Ordinariat in Mainz die katholische Pfarrkuratie Neu-Isenburg und Sprendlingen errichtet. Damit erhielten die Katholiken beider Orte erstmals eine eigenständige seelsorgliche Betreuung. Am 27. August 1876 konnte in Neu-Isenburg die erste katholische Kirche eingeweiht werden. Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler weihte sie dem heiligen Nährvater Joseph.
Mit dem Wachstum der katholischen Bevölkerung kam es zu weiteren Veränderungen: Am 1. April 1910 wurde in Langen eine eigenständige Pfarrkuratie errichtet. Die Katholiken aus Sprendlingen wurden dieser neuen Gemeinde zugeteilt. In Neu-Isenburg entwickelte sich die Gemeinde weiter, und am 23. Oktober 1911 wurde die neu erbaute Kirche St. Josef durch Bischof Kirsten geweiht.
Am 1. Oktober 1925 folgte die Errichtung einer eigenen Pfarrkuratie in Sprendlingen. Am 17. November 1935 wurde dort die Kirche St. Laurentius durch Bischof Dr. Albert Stohr geweiht. Der heilige Laurentius war bereits Patron der vorreformatorischen Kirche im Ort.
In den 1960er-Jahren kam es zu mehreren Gemeindegründungen. Am 1. Oktober 1962 wurde in Neu-Isenburg das Pfarr-Rektorat Heilig Kreuz eingerichtet. Die gleichnamige Kirche Zum Heiligen Kreuz wurde am 15. September 1963 von Bischof Dr. Hermann Volk geweiht. Auch in Gravenbruch entwickelte sich das kirchliche Leben: Am 1. Januar 1964 wurde eine eigene Kirchenstiftung errichtet, die am 1. Oktober 1964 zur Pfarrkuratie St. Christophorus erhoben wurde. Die Kirche St. Christophorus wurde am 19. Februar 1967 durch Bischof Volk geweiht. Eine weitere Gemeindegründung erfolgte am 1. Mai 1965 mit der Errichtung der Pfarrkuratie St. Stephan in Dreieich-Sprendlingen. Die Kirche St. Stephan wurde am 25. September 1965 ebenfalls von Bischof Volk geweiht.
Auch die Stadtteile Zeppelinheim und West-Neu-Isenburg erhielten eigene Kirchen: Am 1. Dezember 1979 wurde die Filialkirche St. Nikolaus in Zeppelinheim durch Weihbischof Wolfgang Rolly geweiht. Am 15. Januar 1989 folgte die Weihe der Kirche St. Franziskus, einer weiteren Filialkirche von St. Josef, durch Bischof Karl Lehmann.
Im Zuge pastoraler Strukturveränderungen wurden 1998 die Pfarreien St. Christoph, St. Josef (mit St. Franziskus und St. Nikolaus) sowie Zum Heiligen Kreuz zum Katholischen Pfarrverband Neu-Isenburg zusammengeschlossen. In Dreieich schlossen sich am 1. Januar 2006 die Pfarreien St. Laurentius, St. Stephan und Heilig-Geist zur Pfarrgruppe Dreieich-Sprendlingen zusammen, die am 1. Januar 2012 in der neuen Pfarrei St. Laurentius Dreieich aufging.
Nach der Auflösung des Dekanats Dreieich zum 31. Juli 2022 im Zuge des Pastoralen Weges im Bistum Mainz fand am 15. September 2022 die konstituierende Sitzung der Pastoralraumkonferenz für den Katholischen Pastoralraum Dreieich-Isenburg statt. Die Konferenz markierte den Beginn des strukturellen Neuordnungsprozesses auf dem Weg zu einer gemeinsamen Pfarrei. Beteiligt sind die Gemeinden St. Josef, Zum Heiligen Kreuz und St. Christoph Neu-Isenburg, St. Marien Götzenhain, St. Laurentius Dreieich sowie die italienische Gemeinde Don Bosco.
Ein Blick nach vorn
Zum 1. Januar 2027 wird aus dem bisherigen Katholischen Pastoralraum Dreieich-Isenburg eine neue Pfarrei – mit neuem Namen und einer gemeinsamen Zukunft.