IMPULS

Impuls des Geistlichen Teams im Pastoralraum Dreieich-Isenburg für März
Der Hl. Josef
Der heilige Josef ist einer der populärsten Heiligen, aber auch eine biblische Gestalt, von der wir gar nicht so viel wissen, ein Mensch, der oft im Hintergrund bleibt. Alfred Delp nannte ihn den „Mann am Rande“, den „Mann im Schatten“. Offenbar hatte Josef ein intensives Seelenleben; Träume haben ihm den Weg gewiesen. Josef – ein Träumer? Bestimmt kein Träumer mit romantischen Geschichten, viel eher ein Visionär. Josef war keiner, der laut sprach; keiner, der sich in den Mittelpunkt drängte. Er redete wenig, aber er handelte. Und sein Handeln veränderte die Welt.
Und bei genauerem Hinsehen finden wir uns vielleicht auch ein wenig in ihm: in unseren Unsicherheiten, auf unseren leisen Wegen, in dem Wunsch, einfach treu zu bleiben.
Betrachten wir uns den Hl. Josef einmal etwas genauer:
Er war ein Mensch aus Fleisch und Blut, ebenso wie wir. Er war geprägt von den Traditionen, den Gebräuchen und Lebensgewohnheiten seines jüdischen Volkes und natürlich kannte er die jahrhundertealten Prophezeiungen der Propheten…….
Zum Beispiel die vom Propheten Jesaja: „Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben.“ (Jes 7,14)
Aber für Josef war anderes wichtig. Er war mit einer jungen Frau verlobt, die Hochzeit stand bevor. Welch ein Schlag – eine Welt brach für ihn zusammen: Maria erwartete ein Kind, das nicht von ihm sein konnte! Hatte sie ihn betrogen……? Das konnte er nicht glauben … und doch, gab es eine andere Erklärung? Wenn das herausgekommen wäre – unvorstellbar. Nach den damaligen Gesetzen hätte man Maria vor die Mauern der Stadt getrieben und hätte Mutter und Kind gesteinigt. GESTEINIGT – den Menschen, den er so sehr liebte; nein, das durfte er nicht zulassen. Also fasste er einen für sich sehr schweren Entschluss. In aller Stille wollte er sich von Maria trennen.
„Träume sind Schäume“ so heißt eine uns bekannte Weisheit. Für Josef waren Träume viel mehr. Gott tat seinen Willen kund! Einen Engel hatte er ihm geschickt. Die Prophezeiung des Jesaja sollte sich endlich erfüllen. Mehrfach wies Gott Josef den rechten Weg durch Träume. Es war seine Berufung, ihn in den Heilsplan Gottes einzufügen. Nicht selten sind der Wille Gottes und der menschliche Wille sehr unterschiedlich. Das heißt: Wer sich dem Willen Gottes anvertraut, den stellt er auf unvorhersehbare Wege. Gott geht die Wege mit, wir gehen an seiner Hand.
Vertrauen auch wir auf Gott – wie Josef es getan hat, dann wird auch unser leises, treues Handeln seinen Platz in Gottes Geschichte finden.
„IMMANUEL“ - Gott (ist) mit uns. Denken wir daran, wenn wir am 19. März das Fest des Hl. Josef feiern.
Für das „Geistliche Team“ im Pastoralraum Dreieich-Isenburg
Gudrun Gomerski