IMPULS

Impuls des Geistlichen Teams im Pastoralraum Dreieich-Isenburg für April
Der Emmausweg - Ein Spiegel unseres Lebens
Der Weg nach Emmaus, etwa sieben Kilometer von Jerusalem entfernt, war für die beiden Jünger mehr als nur eine Wegstrecke.
Er war ein Weg der Enttäuschung, der Verwirrung, der Trauer.
Jesus, an den sie geglaubt hatten, war tot. Die Welt, wie sie sie verstanden, war zerbrochen. Und doch: Auf diesem Weg begegnet ihnen Jesus – unbemerkt. Er geht mit ihnen, hört zu, fragt nach, legt die Schrift aus.
Erst beim Brotbrechen erkennen ihre Herzen, was ihr Verstand nicht sah:
„Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? (Lukas 24,32)
Dieser Moment lehrt uns:
Gott ist oft am Werk, bevor wir ihn erkennen. Wie ein Same, der im Dunkel der Erde wächst, bevor er ans Licht kommt, so wirkt Gott in unseren Lebenskrisen, oft unerkannt, aber wirksam.
Jesus fragt: „Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?“ (Lukas 24,17). Er zwingt sich nicht auf. Er fragt. Er schafft Raum. In einer Welt der Hektik ist das eine intensive Form von Mitgefühl, das wirklich bei dem anderen ist.
Das Brotbrechen – ein Akt der Gemeinschaft, der Gastfreundschaft, der Einladung.
Hier, im Alltäglichen, wird Jesus erkannt. Nicht im Blitz, nicht im Donner – sondern im Stillen. Unser Leben ist kein gerader Strich. Es ist ein Weg, gewunden, manchmal dunkel, oft unübersichtlich.
Und doch – gerade dort, mitten im Gehen, kann uns etwas begegnen, das alles verändert.
Gott geht mit. Nicht immer sichtbar. Nicht immer erkannt. Aber da:
In der Freundin, die fragt: „Wie geht es dir – wirklich?“
Im Fremden, der zuhört, ohne zu urteilen.
In der Stille eines Waldspaziergangs, wo ein einziger Sonnenstrahl durch die Wolken bricht.
Ein Impuls für deinen Weg
Wo gehe ich gerade weg von – und wohin führt mich mein Schritt?
Wer geht mit mir? Und wen lasse ich bei mir bleiben?
Wann habe ich zuletzt gespürt, dass mein Herz brannte – und was hat es entzündet?
Wem könnte ich heute ein Stück Brot, ein Stück Zeit, ein Stück Hoffnung geben?
Ein Gebet für Unterwegs
GOTT des Weges, DU gehst mit uns,
auch wenn wir DICH nicht erkennen.
Öffne unsere Augen für die Zeichen DEINER Gegenwart –
im Gespräch, in der Stille, im einfachen Miteinander.
Lass uns nicht alleine weitergehen,
sondern hilf uns, mutig zu teilen, was in uns brennt.
Und wenn wir DICH im Brot erkennen,
dann schick uns zurück –
mit einer guten Nachricht im Herzen.
Amen.
Für das „Geistliche Team“ im Pastoralraum Dreieich-Isenburg
Sieglinde Görlich