Adventsgottesdienst mit Bischof Kohlgraf zum Abschluss der Visitation

Den dritten Adventssonntag feierten die vier Gemeinden des Pastoralraumes Gießen-Süd gemeinsam mit einem festlichen Gottesdienst in der Licher Paulus-Kirche - mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, der auch die Predigt hielt.
Der Gottesdienst in Lich war der formale Abschluss der Visitation des Bischofs, der etwa alle fünf Jahre die Pfarreien des Bistums besucht, um sich ein persönliches Bild der Lage vor Ort zu machen.
Bischof Kohlgraf eröffnete die Feier mit seinem Dank für die Gespräche und Begegnungen mit den Gläubigen in der Region in der vergangenen Zeit. Er betonte, dass es neben der lebendigen Präsenz von Kirche vor Ort auch immer Gelegenheiten brauche, um im größeren Rahmen gemeinsam zu feiern. Die Dienste in der Messfeier, der Chor sowie die Messdienerinnen und Messdiener setzen sich aus Ehrenamtlichen aus allen vier Gemeinden zusammen. So wurde die stetige Intensivierung der Kooperation auch sicht- und hörbar.
In Bezug auf die biblischen Texte des Tages, nahm Bischof Kohlgraf in seiner Predigt das Sinnbild des ‚Lebens in der Wüste‘ zum Anlass, um hoffnungsvoll auf die Zukunft der Kirche zu schauen. Man neige dazu, die Wüste als leblosen Ort wahrzunehmen. Aber bei näherem Hinsehen gäbe es viel mehr Pflanzen und Tiere, als es auf den ersten Blick scheine. Das mache auch in der aktuellen Situation an Mut.
Die katholische Kirche im Bistum werde kleiner, Internationaler und eine Gemeinschaft, für die sich die Menschen bewusster entscheiden und nicht einfach im Sinne einer Volkskirche „hineingetauft“ würden. Bischof Kohlgraf bekräftigte, dass es - bei ihm angefangen - auf jede einzelne Christin und jeden einzelnen Christen ankomme: Der Glaube muss authentisch gelebt werden und so für andere Menschen in der Gesellschaft sichtbar sein. Dann kann auch unter herausfordernden Bedingungen kirchliche Gemeinschaft entstehen und wachsen.
Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Besucherinnen und Besucher zu einem ungezwungenen Empfang ins Gemeindezentrum von St. Paulus eingeladen. Der Bischof nutzte dabei die Gelegenheit für viele Gespräche an den Stehtischen.
Aus den vier Pfarreien (Langgöns, Lich/Hungen mit Teilen Fernwalds sowie Linden und Pohlheim) wird zum Jahresbeginn 2027 die neue Pfarrei "Heilig Geist am Limes" hervorgehen. Diesen Schritt bereiten Ehren- und Hauptamtliche seit einigen Jahren vor.