Schmuckband Kreuzgang

Impuls

Die Könige bringen ihre Gaben (c) E. Wanka
Die Könige bringen ihre Gaben
Datum:
Fr. 9. Jan. 2026
Von:
Edith Wanka

Liebe MitchristInnen!

 

Ihnen allen herzliche Neujahrsgrüße!

Anbei schicke ich Ihnen neben dem Text "Bewege dich" die Geschichte "Drei merkwürdige Gäste...". (der Verfasser ist unbekannt). Neben dem aktuellen Bild unserer Krippe in St. Bonifatius empfehle ich Ihnen alle drei Impulsteile zur ruhigen Betrachtung. 

Vielleicht können Sie sich dabei auch fragen, was Sie persönlich dem Christus-Kind schenken mögen?

 

Ein herzliches Danke an alle Kinder/Jugendlichen und Erwachsenen, die bei der Sternsinger-Aktion mitgewirkt bzw. das Aussteilen der Briefe unterstützt haben!

 

Noch eine Bitte: Seit letzten Montag kommen auch ich nicht  mehr in unsere e-Mail-Adresse von St. Bonifatius.

Ich bemühe mich, nach und nach  einige Adresse neu "einzupflegen"... Das geht aber nicht alles auf einmal.

Wenn Sie können, geben Sie diese Info an Ihre e-Mail-Verteiler weiter. So, dass jede/r, die/der sich wundert, warum bei ihr/ihm nichts angekommen ist, mir eine Mail zurückschreibt, damit ich die ein oder andere Adresse wieder aufnehmen kann.

DANKE!

Liebe Grüße
Edith Wanka

 

 

 

Aus: Geburtstagsheft von Petra Focke und Herman Josef Lücker , 2006. Seite 6

 

Be- wege dich!

Wie die Heiligen Drei Könige und mache dich auf den Weg

und suche das Abgelegene, das Unscheinbare,

bücke dich und wende dich dem Kleinen zu.

 

Be – wege dich!

Wie Maria und höre auf die Stimme deines Herzens,

sag „Ja“, wo du auch gebraucht wirst.

 

Be – wege dich!

Wie Josef und schütze, beschütze das dir Anvertraute,

die Menschen, die dich brauchen.

 

Be – wege dich!

Wie Abraham und verlasse vertraute und gewohnte Weg,

sei offen für das Neue trotz aller Ängste.

 

Be – wege dich!

Wie Mose und vertraue darauf, dass einer dich führt, dir den Weg

in eine verheißungsvolle Zukunft weist.

 

Gott wird gewiss mit uns gehen im neuen Jahr,

was es auch bringen mag an Herausforderungen und Schicksalsschlägen.

Er begleitet uns in den Höhen und Tiefen unseres Lebens,

er ist unserer Begleiter durch die Zeit.

Vertrauen wir darauf, dass er uns nicht im Stich lässt.

Bewegen wir uns wie die Heiligen Drei Könige, wie Maria, wie Josef,

wie Abraham, wie Moses.

 

Ein gesegnetes Neues Jahr!

 

 

 

 

Drei merkwürdige Gäste und ein guter Stern

 

Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall und die Krippe noch nicht lange verlassen, da trug sich eine seltsame Geschichte in Bethlehem zu, die in keinem Buch verzeichnet ist. Wie die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand, näherten sich drei merkwürdige Gestalten dem Stall.

 

Die erste trug ein buntes Flickenkleid und kam langsam näher. Zwar war sie wie ein Spaßmacher geschminkt, aber eigentlich wirkte sie hinter ihrer lustigen Maske sehr, sehr traurig. Erst als

 sie das Kind sah, huschte ein leises Lächeln über ihr Gesicht. Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Ich bin die Lebensfreude", sagte sie. "Ich komme zu dir, weil die Menschen nichts mehr zu lachen haben. Sie haben keinen Spaß mehr am Leben. Alles ist so bitterernst geworden." Dann zog sie ihr Flickengewand aus und deckte das Kind damit zu. "Es ist kalt in dieser Welt. Vielleicht kann dich der Mantel des Clowns wärmen und schützen."


Darauf trat die zweite Gestalt vor. Wer genau hinsah, bemerkte ihren gehetzten Blick und spürte, wie sehr sie in Eile war.

Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, schien es, als falle alle Hast und Hektik von ihr ab. "Ich bin die Zeit", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Eigentlich gibt es mich kaum noch. Die Zeit sagt man, vergeht wie im Flug. Darüber haben die Menschen aber ein großes Geheimnis vergessen.

Zeit vergeht nicht, Zeit entsteht. Sie wächst wie Blumen und Bäume. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt."

Dann griff die Gestalt in ihren Mantel und legte ein Stundenglas in die Krippe. "Man hat wenig Zeit in dieser Welt. Diese Sanduhr schenke ich dir, weil es noch nicht zu spät ist. Sie soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du immer so viel Zeit hast, wie du dir nimmst und anderen schenkst."

 

Dann kam die dritte Gestalt an die Reihe. Die hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben, so als ob sie immer und immer wieder geschlagen worden wäre.

Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, war es, als heilten die Wunden und Verletzungen, die ihr das Leben zugefügt haben musste. "Ich bin die Liebe", sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht. "Es heißt, ich sei viel zu gut für diese Welt. Deshalb tritt man mich mit Füßen und macht mich fertig."

Während die Liebe so sprach, musste sie weinen und drei dicke Tränen tropften auf das Kind. "Wer liebt, hat viel zu leiden in dieser Welt. Nimm meine Tränen. Sie sind, wie das Wasser, das den Stein schleift. Sie sind wie der Regen, der den verkrusteten Boden fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen bringt."


Da knieten die Lebensfreude, die Zeit und die Liebe vor dem Kind des Himmels. Drei merkwürdige Gäste brachten dem Kind ihre Gaben dar. Das Kind aber schaute die drei an, als ob es sie verstanden hätte.

Plötzlich drehte sich die Liebe um und sprach zu den Menschen, die dabeistanden: "Man wird dieses Kind zum Narren machen, man wird es um seine Lebenszeit bringen und es wird viel leiden müssen, weil es bedingungslos lieben wird. Aber weil es Ernst macht mit der Freude und weil es seine Zeit und Liebe verschwendet, wird die Welt nie mehr so wie früher sein.

Wegen dieses Kindes steht die Welt unter einem neuen, guten Stern, der alles andere in den Schatten stellt."

 

Darauf standen die drei Gestalten auf und verließen den Ort.

Die Menschen aber, die all das miterlebt hatten, dachten noch lange über diese rätselhaften Worte nach ....