Das Licht der Osternacht

April 2017

Datum:
Sa. 8. Apr. 2017
Von:
Pfr. Adam Malczyk

Liebe Mitchristen in Hofheim und Bobstadt,

vielleicht haben Sie schon einmal vom Hügelgrab aus der Steinzeit in Newgrange / Irland gehört. Es ist so gebaut, dass an etwa 13 Tagen jedes Jahr um die Wintersonnenwende bei Sonnenaufgang für ungefähr 15 Minuten ein Lichtstrahl durch die Öffnung über dem Eingang direkt in den 18 m langen Gang und die Grabkammer fällt.

Offensichtlich wurde das Licht schon damals mit der Überwindung des Todes in Verbindung gebracht. Die Menschen vor 5200 Jahren müssen eine große religiöse Sehnsucht gehabt haben, anders lässt sich der sorgfältig angelegte Bau nicht erklären. Offensichtlich erwarteten sie von dem eindringenden Lichtstrahl die Rettung für die dort Begrabenen.

Wir könnten auch sagen, sie warteten auf Christus und die Auferstehung von den Toten, auch wenn es damals ja nur eine schwache Ahnung gewesen sein kann. Sie konnten ja nicht wissen, dass es einmal - Jahrtausende später - ein Grab geben würde - ein leeres Grab, das Licht  und Hoffnung in die Dunkelheit der Welt bringen würde. Nicht irgendeine Hoffnung, sondern den Glauben, dass Christus dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht hat durch das Evangelium (vgl. 2 Tim 1,10).

Wie sehr können wir uns freuen, dass wir den kennen dürfen, den die Menschen damals suchten, aber von dem sie noch nichts wissen konnten! Das werden wir in der Osternacht wieder feiern. Wir werden auch im Jahr 2017 nach Christi Geburt wieder das Feuer entzünden und beten:

„Allmächtiger, ewiger Gott,

du hast durch Christus allen,

die an dich glauben,

das Licht deiner Herrlichkeit geschenkt.

Segne + dieses neue Feuer,

das die Nacht erhellt,

und entflamme in uns die Sehnsucht nach dir,

dem unvergänglichen Licht,

damit wir mit reinem Herzen

zum ewigen Osterfest gelangen.“

Und dann werden wir an diesem Feuer die große Osterkerze entzünden - an der Kerze aus gebleichtem Bienenwachs mit den Wachsnägeln als ein Zeichen für den gekreuzigten und auferstandenen Christus. In die dunkle Kirche werden wir dann einziehen, die langsam durch den Schein der Kerzen heller wird. „Lumen Christi“ - „Christus, das Licht“ - „Deo gratias!“ - „Dank sei Gott“ - so werden wir dabei singen.

In der Vorfreude auf Ostern lade ich Sie alle herzlich ein zu unseren liturgischen Feiern und wünsche Ihnen - auch im Namen unserer Gemeindereferentin, der Pfarrsekretärinnen und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - frohe und gesegnete Ostern!

Ihr Pfr. Adam Malczyk