Schmuckband Kreuzgang

Grußwort von Pfarrer Schneider zur 100. Ausgabe des Bürgersteigs

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Datum:
Di. 30. Dez. 2025
Von:
Pfarrer Schneider

Alles hat seine Stunde

(Buch Kohelet 3,1)

 

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich erinnere mich gerne an einen Witz, den der Häuser Fastnachter Werner Massoth (+2021) öfters erzählte.

Richter: Angeklagter, warum haben sie die Ganz gestohlen?

Angeklagter: Weil alles mal ein end´haben muss!

Dieser Witz wurde auch bei seiner Trauerfeier vorgetragen und brachte die Trauergemeinde zum Schmunzeln. alles ist zeitlich und daher endlich. auch bei der Kirche!

Am 31.12.2025 endet die Geschichte der eigenständigen Pfarrei st. Lucia.

Sie wird durch den Bischof aufgelöst und zusammen mit 6 weiteren Gemeinden zu der neuen Pfarrgemeinde „Hl. Theresa von Avila“ zusammengefasst. Aus der PfarrgemeindeSt. Lucia wird die gemeinde

St. Lucia, ein Pfarrbezirk, und ein neues Kapitel beginnt. Auch wenn die Geschichte der eigenständigen Pfarrei St. Lucia endet, so doch nicht die Geschichte, die gott mit uns Menschen schreibt.

Es endet damit nicht der Glaube an Gott, die suche oder frage nach Gott. Auch wenn sich die Gestalt von Kirche verändert oder Kirchen geschlossen werden, so bleibt Gott trotzdem existent! Jährlich in der Karwoche und regelmäßig in der Eucharistie feiern wir Tod und Auferstehung Jesu, Ende und Neuanfang. Der Osterimpuls lehrt und das eine Ende auch Kreativität und Kräfte für etwas neues freisetzen können. Dafür steht auch die Geist-Kraft deren Sendung wir jährlich an Pfingsten feiern.

unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche sind im Wandel. Die Volkskirche gibt es nicht mehr und die bestehende Kirche verwandelt sich in eine Minderheitenkirche. Die Mehrheit der Menschen (Tendenz steigend) in unserem Land gehört

keiner Religion an und verspürt kein Interesse an einer Religionszugehörigkeit.

Wir erleben aktuell eine Kirchenentwicklung, die verunsichert, weil es keine verlässlichen Zukunftsaussichten mehr gibt. Meine 100jährige Großmutter fragt mich immer wieder: „Wer hätte jemals gedacht, dass es mal soweit kommt!“ die gewohnten Strukturen lösen sich auf. aufgrund der Personalsituation (Hauptamtliche und Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden weniger) wird von den

gemeinden viel Flexibilität und Geduld gefordert werden. davon wird vielleicht in den nächsten Jahren noch nicht viel zu spüren sein. Jedoch spätestens in 7 Jahren werden wir eine andere Situation vorfinden.

In der neuen Pfarrgemeinden soll das gemeindeleben vor Ort weitergehen, so der Wunsch unseres Bischofs. auch diese Ausgabe des „Bürgersteigs“ berichtet von Menschen, Gruppen und ihren Aktionen

und angeboten. Ihnen allen danke ich für ihr Engagement!

der Psychotherapeut und Theologe Wunibald Müller sagte einmal bei einem Vortrag:„ das macht Kirche aus: Menschen, die beten, die lieben, die da sind für andere, die

sich treffen in seinem Namen (Jesus christus) und dabei erfahren, der er mitten unter ihnen ist.“ diese Kirchenvision finde ich attraktiv und zukunftsfähig. sie ist frei von

Strukturen und Vorgaben, sie kann überall realisiert werden und sie hat das Wesentliche im Blick.

Die Frage nach dem Wesentlichen wird über die Zukunft der Kirche in

Mühlheim und Obertshausen entscheiden.

 

Ab dem 01.01.2026 beginnt etwas Neues. Wir gründen eine neue Pfarrei und wir sind eingeladen uns mit anderen Gemeinden zu vernetzen,

um eine Kirche zu sein, die Nahe bei Gott und den Menschen ist.

Ich danke Günter Beheim und seinem Team für die Erstellung der Bürgersteige! Viele informative aAsgaben sind mit ihrer Hilfe entstanden und laden ein sich über das Lämmerspieler Gemeindeleben zu informieren.

Lieber Leserinnen und Leser!

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre dieser letzten Ausgabe!

Ihr/Euer

Pfarrer Christoph Schneider