Katholische Pfarrei St. Bonifatius, Messel

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Monatsbrief Oktober

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Heinrich Spaemann, Priester und Schriftsteller, erzählt die folgende Begebenheit:

„Ein Kind kommt mit der Schulbibel zu seinem Vater an den Schreibtisch und fragt: „Vater, was sind Erstlinge?“

Der Vater besinnt sich auf früher Gelerntes, halb Vergessenes: Die Juden schuldeten das Erste ihrer Erträge, etwa der Feld- und Baumfrüchte, des Lämmerwurfs oder der Wolle von der Schafsschur Jahwe als Tempelgabe. Je und je das Erste und Schönste, wie sich das für Gott gehört. Wie macht man das einem Schulkind von heute klar?

Der Vater überlegt und sagt es so: „Denk dir eine Familie in Israel. Die hatte einen Garten. So wie wir. Nun werden die Erdbeeren reif, die du so gerne magst. Wenn es soweit war, pflückten sie ein Körbchen mit den ersten und schönsten und nahmen sie mit rum Gottesdienst; ich denke mir, die waren dann für Leute, die keinen Garten haten und kein Geld für Erdbeeren.“

„Vater, warum mussten die Israeliten das tun?“

„Sie sollten nicht vergessen, dass es Gott gibt, der alles für uns wachsen lässt, dass alles ihm gehört und er uns alles gibt. Und sie sollten ihm zeigen, dass sie ihn lieb hatten. Denn, was man mit anderen teilt, besonders mit den Ärmeren, das sieht Gott so an, als hätte man es ihm gegeben.“

„Vater, brauchen wir das nicht, Erstlinge geben?“

Der Vater nach einigem Zögern: „Mein Kind, wir brauchen das nicht, für uns ist das nicht mehr so aufgeschrieben, weil Gott denkt, wir Christen tun so was von selbst.“

Es war eine Weile still. Dann kommt das Kind und sagt: „Aber wir tun sowas doch gar nicht!“

Das Erntedankfest, das wir im Oktober feiern, ist ein Fest wider die Vergesslichkeit unseres Herzens. Das Leben ist ein Geschenk. Wir haben es im Entscheidenden nie selbst in der Hand.

Die Gebärde, die unserem Menschsein entspricht, ist die offene Hand: bereit zu empfangen und weiter zu schenken. Der Glaube, dass unsere Angewiesenheit gehalten ist von Gottes schenkender Güte, befreit von der Angst zu kurz zu kommen, wenn wir das Leben nicht festhalten und auspressen und zum Vertrauen, dass wir im Loslassen, der Hingabe und im Sich- Verschenken das Geheimnis des Lebens berühren.

Von tiefer Humanität sind die Weisungen aus dem Buch Deuteronomium:

„Wenn du dein Feld aberntest und eine Garbe auf dem Feld vergisst, sollst du nicht umkehren, um sie zu holen . . .

Und wenn du deinen Ölbaum abgeklopft hast, sollst du nicht auch noch die Zweige absuchen . . .

Wenn du in deinem Weinberg die Trauben abgeerntet hast, sollst du keine Nachlese halten.

Sie sollen den Fremden, den Waisen und den Witwen gehören. Damit der Herr, dein Gott, dich bei jeder Arbeit deiner Hände segnet.“ (Dtn24, 19ff)

Das Erntedankfest ruft uns in Erinnerung, dass wir das wieder lernen müssen: So zu leben, dass auch andere leben können und Grund fnden zum Aufatmen und Danken: Die „Fremden, Witwen und Waisen“ unserer Tage.

Und, so würde ich ergänzen, die Vögel und die Tiere des Feldes auch, auch die geknechtete Kreatur dieser ausgebeuteten Schöpfung.

Ihr
Pfr. Stefan Schäfer

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