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Wort von Pfarrer Weber und Mitteilungen (KB11) aus der Pfarrei:12.09.-11.10.2026

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Herzlichen Glückwunsch an unsere Feuerwehren! Danke an alle Frauen und Männer und Jugendlichen, die diesen Dienst tun!
Datum:
9. Sept. 2026
Von:
Helena Doetsch

Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an ...

Dieser Spruch findet sich tatsächlich auf manchen Hauswänden. Er klingt humorvoll, ist aber zynisch und egoistisch. Dem ursprünglichen heiligen Florian wird das ganz gewiss nicht gerecht. Florian von Lorch war ein römischer Offizier. Als er hörte, dass Mitchristen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, schaute er nicht weg, sondern beeilte sich, ihnen beizustehen. Das bezahlte er mit seinem Leben. Im Mittelalter avancierte er zum Patron der Feuerwehrleute. Das passt, denn auch die Feuerwehrleute schauen nicht weg, eilen zur Hilfe und riskieren bei jedem Einsatz vielleicht nicht gerade ihr Leben, aber setzen sich auf jeden Fall der Gefahr aus. Das ist aller Ehre wert! Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

Deshalb ist es gut, dass die Feuerwehren in Heusenstamm und Dietzenbach in diesen Tagen ihr 150–jähriges Jubiläum gebührend feiern. Wie viele Feuerwehren in Deutschland. Im aufstrebenden Kaiserreich war dies vor 150 Jahren eine regelrechte Bewegung, es war Gründerzeit. Überall wurden Feuerwehren gegründet. Aus dem öffentlichen Leben sind die Feuerwehren seitdem nicht mehr wegzudenken. Zum einen wegen ihres spezifischen Auftrags: Brände zu bekämpfen, bei Unfällen und Katastrophen zu helfen, in allen möglichen Notfällen erster Ansprechpartner zu sein. Inzwischen stecken hinter all dem viel Know-how, Technik und Spezialisierung.

Zum anderen haben Feuerwehren auch eine eminent gesellschaftliche Bedeutung. Sie führen verschiedenste Menschen zusammen und ermöglichen Integration. Sie repräsentieren in herausragender Weise, dass Leben in der Gemeinschaft nur gelingen kann, wenn man solidarisch ist. Da ist zunächst die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr, die sich in vielen Facetten zeigt. Da ist aber vor allem die Bereitschaft für alle in der Gesellschaft da zu sein, die in Not sind.

Also ganz anders als der Spruch auf den Hauswänden, aus dem heraus man das sogenannte Floriansprinzip abgeleitet hat, das man so umschreiben kann: Mich soll es auf keinen Fall treffen, dann doch eher den Nachbarn. Natürlich sollen alle Probleme gelöst werden, aber nur wenn es mich selbst keinen Cent kostet.

Zurzeit gibt es viele Diskussionen, wo wir uns einschränken müssen. Und fast unisono das Floriansprinzip: Aber bitte nicht bei mir ...!

Feuerwehrleute haben einen anderen Fokus. Die Notleidenden und Hilfebedürftigen. Sie schauen nicht auf sich selbst, sondern auf die anderen. Insofern sind sie wirkliche Floriansjünger. Und leben ganz selbstverständlich das, was Christen mit dem Begriff der Nächstenliebe betonen.

Herzlichen Glückwunsch an unsere Feuerwehren! Danke an alle Frauen und Männer und Jugendlichen, die diesen Dienst tun!

Martin Weber, Pfarrer

Download: 2026_09_12_KB-11 -Wort_Pfr._Weber

Wichtiges aus der Pfarrei zum Download: 2026_09_12_Mitteilungen