Predigten zum Nachlesen :Brief an den Apostel Paulus zur 2. Lesung am 12.07.2026

„Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin: Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.” (Röm 8,18-23)
Brief von Pfr. Sudhakar Reddimasu an den Apostel Paulus zur Lesung am 12. Juli 2026 - 15. Sonntag im Jahreskreis A
Die Lesung, die wir soeben gehört haben, hat mich tief berührt und zum Nachdenken angeregt. Sie hat in mir den Wunsch geweckt, Paulus aus der Perspektive eines Menschen unserer Zeit zu antworten – in Form eines persönlichen Briefes.
Ich lade Sie ein, diesen Brief mit offenem Herzen zu hören:
Mein lieber Paulus, wenn ich deinen Brief heute lese, dann spüre ich sofort, wie aktuell er geblieben ist und gleichzeitig, wie provozierend deine Worte klingen.
Du schreibst: „Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.“ Ehrlich gesagt: So würde ich mich heute kaum ausdrücken. Zu groß ist das Leid, das wir täglich vor Augen haben.
Wir erleben Kriege, Menschen auf der Flucht, die Folgen des Klimawandels, Hunger und Terror. Viele Familien leiden unter Krankheit oder Einsamkeit. Junge Menschen blicken sorgenvoll in ihre Zukunft, ältere Menschen fragen sich, wer sie noch begleitet. Und auch die Kirche kennt ihr eigenes Leid: Vertrauensverlust, Missbrauchsskandale, Kirchenaustritte und die Frage vieler Menschen, ob der Glaube überhaupt noch eine Bedeutung hat. Wenn ich in dieser Situation sagen würde, das alles bedeute „nichts", würden viele mit Recht widersprechen.
Aber je länger ich über deine Worte nachdenke, desto mehr glaube ich, dass ich dich zunächst missverstanden habe.
Du schreibst das ja nicht als jemand, der Leid nie erfahren hätte. Du kanntest Gefängnis, Verfolgung, Ablehnung und Angst.
Gerade deshalb nimmst du das Leid ernst. Du sprichst sogar davon, dass die ganze Schöpfung seufzt und in Geburtswehen liegt. Das ist ein starkes Bild. Es beschreibt eine Welt, die verletzt ist, aber nicht aufgegeben wurde. Eine Welt, in der Neues wachsen kann.
Und genau das erleben wir auch heute. Immer wieder sehe ich Menschen, die sich vom Leid anderer berühren lassen. Nach Naturkatastrophen helfen Fremde einander. Ehrenamtliche besuchen Einsame, begleiten Sterbende, unterstützen Geflüchtete oder setzen sich für die Bewahrung der Schöpfung ein.
Viele engagieren sich still und ohne großes Aufsehen in Gemeinden, Tafeln, Hospizen oder sozialen Einrichtungen.
Vielleicht ist das genau das, was du die Erstlingsgabe des Geistes nennst. Gottes Geist verändert Menschen. Er macht sie aufmerksam füreinander. Er schenkt Mitgefühl, Mut und Solidarität. Er lässt Hoffnung dort wachsen, wo Verzweiflung das letzte Wort haben möchte.
Auch die Kirche ist heute herausgefordert, diesen Geist sichtbar werden zu lassen. Nicht indem sie nur von der zukünftigen Herrlichkeit spricht, sondern indem sie schon jetzt Zeichen dieser Herrlichkeit setzt:
wo Menschen willkommen sind, wo Versöhnung gelingt, wo Schwache geschützt werden, wo die Schöpfung geachtet wird und wo niemand mit seinem Leid allein bleibt.
Die Hoffnung, von der du sprichst, ist deshalb keine Flucht aus dieser Welt. Sie ist eine Kraftquelle für diese Welt. Sie bewahrt uns davor, zynisch oder gleichgültig zu werden. Sie erinnert uns daran, dass Gott seine Schöpfung nicht aufgegeben hat und dass jedes Werk der Liebe einen Vorgeschmack seiner kommenden Herrlichkeit schenkt.
So möchte ich dir am Ende doch zustimmen, lieber Paulus. Nicht das Leid ist bedeutungslos. Es ist erschütternd und fordert unseren ganzen Einsatz. Aber es hat nicht das letzte Wort. Das letzte Wort gehört Gott. Und ohne diese große Hoffnung würden auch unsere kleinen Schritte der Nächstenliebe irgendwann ihre Kraft verlieren. Danke, dass du uns daran erinnerst.
Dein Freund Sudhakar und Deine Gemeinde St. Martinus Dietzenbach
Download: 2026_07_12_Brief an H. Paulus
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Predigt zum 14. Sonntag im Kirchenjahr A, 5. Juli 2026
Pfr. Sudhakar Reddimasu
Wenn ich zu Ihnen sage „Gott liebt dich“, dann lösen diese Worte wenig aus.
Wenn aber ein Arzt zu jemanden sagt: „Sie haben eine schwere Erkrankung“, dann zeigen diese Worte augenblicklich Wirkung.
Anscheinend prägen die Leben zerstörenden Botschaften wie Leiden, Krankheit oder Gewalt uns viel mehr als die wohltuenden und Leben fördernden Botschaften.
Jesus spricht von einem Vater-Gott, bei dem kein Mensch von der Liebe Gottes ausgeschlossen ist, ganz gleich in welcher noch so trostlosen sozialen, religiösen oder menschlichen Lage er sich auch befindet. Gott liebt ohne jegliche Bedingung. ...
Download: 2026_Predigt zum 14. Sonntag, 5.7.2026
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Predigt zum 13. Sonntag im Kirchenjahr A, 28.06.2026
von Pfr. Sudhakar Reddimasu
Was ist für mich wichtig, habe ich zu Beginn des Gottesdienstes gefragt.
In einem Kindergottesdienst erzählte ein Freund von mir folgende Geschichte: „Ich hatte früher mehrere Hunde. Zwei von ihnen waren ein Boxer und ein Leonberger. Mit beiden habe ich dasselbe Experiment durchgeführt – und zwar jeweils im Kindergottesdienst. Das Ergebnis war jedes Mal genau das gleiche.“
Linke Seite 100 Euro Schein
Rechte Seite ein Knochen
Der Hund saß brav vor mir, schaute mich an und wartete auf mein Kommando.
Ich habe den Kindern und dem Hund erklärt, wie viele Knochen man für 100 Euro kaufen kann. Ich habe die Kinder dann gefragt:
Für was wird sich der Hund entscheiden?
Download: 2026_Predigt zum 13 Sonntag im KJA2026_Predigt zum 13. Sonntag, 28.06.2026